BirdingGermany.de

 

Zitronengirlitz

Der Zitronengirlitz ist einer der wenigen europäischen Endemiten, denn er kommt nur in bestimmten westeuropäischen Gebirgen vor. Er ist bei uns im Alpenraum zwischen 1100 m NN und 1400 m NN also im Bereich der Baumgrenze anzutreffen. Dabei wird er von Osten nach Westen immer häufiger. So gibt es in Berchtesgaden kein gesichertes aktuelles Brutvorkommen während er im Chiemgau, wenig weiter westlich, bereits gut vertreten ist. Ein einziges stabiles außeralpines Vorkommen in Deutschland liegt im Schwarzwald. Dort siedelt er vorwiegend in Höhen zwischen 800 m NN und 1500 m NN. Das typische Brutbiotop sind subalpine, locker stehende Nadelbaumbestände an Waldrändern oder an der Baumgrenze mit einem hohen Anteil an Offenflächen (extensive Weiden, Magerwiesen, Moorflächen usw.) (Hölzinger 1997).  Die meisten Zitronengirlitze ziehen im Winter ganz ab und kommen im März zurück. Zugzeiten sind Februar bis April und Mitte September bis November (Bezzel 1985). Dann kann man den Zitronengirlitz auch in der Latschenzone beobachten (meist in Trupps). Dabei ist der Flugruf ein gutes Bestimmungsmerkmal.

Gute Beobachtungsplätze für die Art in Bayern sind u.a. der Geigelstein südlich des Chiemsees, Rund um Garmisch-Partenkirchen (z.B. Moosen-Alm, Wank, Alpspitze) sowie das Allgäu. 

Im Schwarzwald (Baden Württemberg) gibt es zwei Verbreitungsschwerpunkte (Hölzinger 1997): 

- Das Feldbergmassiv im Südschwarzwald (rund 450 Paare; Dorka 1986) mit den radial von ihm ausstrahlenden Höhenzügen oberhalb 1000 m NN

- Im Nordschwarzwald (rund 350 Paare; Dorka 1986) die Höhenzüge westlich und östlich der Murg oberhalb 800 m NN

In diesen Gebieten hat man im entsprechenden Biotop gute Chancen Zitronengirlitze zu beobachten.

Ein besonders gutes Gebiet im Nordschwarzwald sind die Gipfellagen folgender Bergkette nordwestlich von Freudenstadt (Aufzählung von Nord nach Süd): Hornisgrinde/Katzenkopf (rund 16 Reviere auf 40 ha), die südlichen Gipfellagen des Altsteiger Kopfes (rund 16 Reviere auf 80 ha), der Vogelskopf sowie der Schliffkopf. Das Gebiet erstreckt sich 10 km in Nord-Süd-Richtung und ist durchschnittlich 2 km breit. Auch die nach Osten flacher verlaufenden Flankenkämme sind besiedelt (Hölzinger 1997).

Am Schliffkopf soll der Wanderweg gleich hinter dem Hotel ein sicheres Gebiet für den Zitronengirlitz sein. Hier kann man auch Kolkraben und Ringdrosseln beobachten. 

Am Belchen im Südschwarzwald wurde mir am Fußweg parallel zur Seilbahn eine Zitronengirlitzbeobachtung berichtet.

Eine weitere gute Stelle soll das Hochmoor bei Hinterzarten sein (sonst wenig interessant).

< Für detaillierte Angaben zu Beobachtungsmöglichkeiten bitte den Links folgen! >

Viel gesuchte Arten          Bayernkarte