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Zippammer

Der Bestand der Zippammer hat seit den 60er/70er Jahren in Deutschland  abgenommen. Der deutsche Gesamtbestand lag Ende der 90er Jahre bei 300 bis 350 Revieren. Dabei hat Rheinland-Pfalz die größten Bestände mit 200-250 Brutpaaren. Kleinere Bestände liegen in Hessen (44 BP 1996), Baden-Württemberg (~40-50 BP 1996) und Bayern (Mädlow & Model 2000).

Die nördlichsten Vorkommen liegen südlich von Bonn (Buschmann 2001 schriftl.):

  • Weinberge am Drachenfels-Südhang im Siebengebirge südöstlich von Bonn (2-3 BP)

  •  Weinberge an der Ahr zwischen Altenahr und Ahrweiler ( wahrscheinlich über 30 BP). Z.B. oberhalb der Ahrschleife bei Mayschoß in Richtung Rech.

  • Weinberge am Mittelrhein bei Leutesdorf (in der Nähe von Neuwied) (5-10 BP)

Die genannten Gebiete sind durch vielbegangene Wanderwege erschlossen, von denen man die Zippammern gut beobachten kann (wenn diese mitspielen; die Art verhält sich häufig unauffällig).

Das größte Vorkommen der Zippammer in Deutschland befindet sich in Rheinland- Pfalz an den Hängen des Moseltals (die höchste Dichte wird wahrscheinlich an der Untermosel zwischen Kobern-Gondorf und Winningen erreicht). Im Landkreis Bernkastel-Wittich sind u.a. folgende Gebiete von der Zippammer besiedelt: Im Moseltal Teile der Weinbergsflächen zwischen Enkirch und Starkenburg, nördlich von Rißbach, südlich von Wintrich, östlich von Ürzig sowie in der Gemarkung Piesport die Moselloreley, Rotlay, Monzellay und die Verbotene Hecke. Daneben kommt die Art auch an weiteren Stellen im Mittelrheintal (bestes Gebiet offenbar das Weinanbaugebiet "Bopparder Hamm" bei Boppard) sowie im Nahetal vor. An der Weinstraße und im Pfälzer Wald brütet die Zippammer wohl nicht mehr. Die Top-Gebiete an Mosel, Mittelrhein und Nahetal dürften gut durch Wanderwege erschlossen sein, schließlich handelt es sich fast ausschließlich um Weinanbaugebiete (Quelle: Bushmann 2001, schriftl. und Bosselmann et al. 1998).

Hessen: Hier beschränkt sich das Vorkommen der Zippammer auf die Südhänge des Rheintals zwischen Rüdesheim, Stromkilometer 527, und der Landesgrenze bei Lorchhausen, Stromkilometer 544. Dies ist das einzige Brutvorkommen der Ammer in Hessen. Es ist rund fünf Quadratkilometer groß und umfasst die Bereiche am rechten Rheinufer zwischen der Trasse der Seilbahn zum Niederwalddenkmal in Rüdesheim und der Landesgrenze unterhalb von Lorchhausen. Weinberge bilden den Hauptteil dieser Hänge.  Bei den vergangenen Erfassungen lag der Bestand relativ konstant bei 40 - 50 Brutpaaren. Hier kommen auch Steinschmätzer und seit 1999 die Zaunammer vor (1 Revier).

Verbreitungsschwerpunkte in Baden-Württemberg (Hölzinger 1997):

  • Südschwarzwald: Oberes Wiesental mit seinen Seitentälern, der Belchen und das Feldberggebiet (19-25 BP)

  • Nordschwarzwald: Murgtal und das Gebiet um den Grinden-Hauptkamm (6-12 BP)

  • Odenwald: die Porphyrsteinbrüche an der Bergstrasse (6-9 BP)

  • Einige Paare brüten in den Weinbergen zwischen Dossenheim und Schriesheim bei Heidelberg. Oft sind sie hier südlich der Strahlenburg zu finden.

Besonders stark werden Felsköpfe und Silikatmagerrasen besiedelt.

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