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Weißrückenspecht

Die Beobachtung des scheuen und seltenen Weißrückenspechts in reich strukturierten Bergwäldern Bayerns gehört innerhalb Deutschlands zu den ornithologischen Höhepunkten. Doch auch in optimalen Habitaten ist die Siedlungsdichte sehr gering.  Auf einer Untersuchungsfläche im Bayerischen Wald wurde nur ein Brutpaar pro 1600 ha ermittelt (Scherzinger 1982)! Die Lebensräume im Alpenraum und Bayerischen Wald bilden totholzreiche, strukturreiche Laubmischwälder an  vorzugsweise süd- bis südwestexponierten Hängen. Wegen der Seltenheit des Weißrückenspechtes lassen sich auch keine hundertprozentigen Tipps bezüglich der Beobachtungspunkte geben. Dennoch  eine kleine Zusammenstellung von Beobachtungspunkten (für Wegbeschreibungen auf die Links klicken):

1. Rund um Garmisch-Partenkirchen: Die naturnahen Mischwälder im Landkreis bieten generell gute Möglichkeiten den Weißrückenspecht zu sehen:

- Der Eibsee bei Garmisch-Partenkirchen ist sicher eine der besseren Stellen für diese Art. Im März/April sind die Specht relativ ruf- und trommelfreudig. Dann liegt jedoch oft noch viel Schnee im Gebiet

- Der untere Teil beim Aufstieg zur Dammkarrhütte bringt gelegentlich ebenfalls Erfolg.

2. Der Tatzelwurm gehört ebenfalls zu den relativ guten Stellen. Die Stelle wird folgendermaßen erreicht: Autobahn München Salzburg (A8) bis Inntaldreieck. Dort Richtung Kiefersfelden und Brennerpass (A93). Abfahrt Brannenburg wieder runter. Dort nach Westen fahren. An der nächsten großen Kreuzung geradeaus in die kostenpflichtige Privatstraße nach Bayrischzell. Knapp 8 km hinter der Kreuzung kommt auf der linken Seite ein Wanderparkplatz (wenn man auf die Bundesstrasse Kiefersfelden-Bayrischzell kommt, ist man 300 m zu weit). Von diesem Parkplatz startet der Wanderweg hinter der Schranke (ab hier zu Fuß). Bei der nächsten großen Weggabelung nimmt man den rechten (oberen) Weg (nach rund 800m). Danach wird auf der rechten Wegseite ein Forellenteich erreicht (bis dahin schon auf Spechte achten!). Direkt rechts von dem Teich geht ein Rückeweg in den Wald. Diesen läuft man hinein. Bald darauf gabelt sich der Weg erneut. Hier geht man rechts rund 1 km in den Hangwald hinein (ein paar Meter nach links zu gehen ist auch einen Versuch wert). Nun befindet man sich in gutem Weißrückenspechtwald. Am Forellenteich kann man auch dem Hauptweg geradeaus folgen und bei der nächsten Gabelung, kurz hinter dem Teich, den rechten Weg nehmen. Bald darauf erreicht man einen weiteren See auf der rechten Seite. Im Bereich dieses Sees und auf dem Weg dorthin konnte ich auch schon Weißrückenspechte beobachten. Der Tatzelwurm ist auch gut für Dreizehenspechte. Wenn man an dem Forellenteich weiter geradeaus geht und an der nächsten Kreuzung den linken Weg nimmt, hat man eine gewisse Chance Auerhühner zu sehen (auch auf fliegende Tiere im Tal links vom Weg achten).

3. Im Murnauer Moos werden jedes Jahr wenige Beobachtungen gemacht. Dort v.a. zwischen Murnau und der Kapelle (Ähndl) im Ortsteil Ramsach also an der Anfahrt zum nördlichen Moos. 

4. Die Benediktenwand bei Benediktbeuren ist ebenfalls einen Versuch wert. Jedoch sollte man nicht nur wegen einer unsicheren Chance auf den Weißrückenspecht aufsteigen, denn von Benediktbeuren beträgt der einfache Weg bis zu der Stelle 9,5 km und bis zur Tutzinger Hütte knapp 12 km! Es hängt aber auch davon ab, von wo man aufsteigt. Von Benediktbeuren kommend (z.B. aus der Richtung Eibelsfleck-Alm) erreicht man unterhalb der Tutzinger Hütte den Lastenlift für die Hütte. Hier führt ein unbefestigter Weg in Serpentinen durch Bergmischwald zur Tutzinger Hütte. In dem Fichtenwald am Fußpunkt des Liftes und in dem Bergmischwald bergauf sollte man nach dem Weißrückenspecht Ausschau halten. Der folgende Aufstieg von der Tutzinger Hütte auf die Benediktenwand lohnt wegen der tollen Aussicht. 

5. Im Berchtesgadener Gebiet brüten ebenfalls wenige Paare.

6. In den Nationalparken Bayerischer Wald und Sumava (Tschechien) gibt es ebenfalls relativ gute Weißrückenspechtplätze.

Einige Hinweise zur Weißrückenspechtsuche:

1. Im Frühjahr ist der Weißrückenspecht viel enger an sein Optimalbiotop (d.h. totholzreiche Laubmischwälder) gebunden als im Herbst. 

2. Bei der Nahrungssuche pickt er laut und sehr konstant viele Male hintereinander. Der Buntspecht pickt hingegen sehr unstet z.B. zweimal laut, dreimal leise, dann wieder laut usw. in unregelmäßigem Tempo.

3. Die Ruf- und Trommelaktivität des Weißrückenspechtes beginnt ab Ende Februar, erreicht im März ein Maximum und ebbt im April etwas ab. Die Aktivität ist in den ein bis zwei Stunden nach Sonnenaufgang am größten und verebbt gegen die Mittagszeit weitgehend. Sonst verhält sich dieser Specht sehr unauffällig. Deshalb wird die Masse der Beobachtungen in den Monaten März bis Juni gemacht (Scherzinger 1982).

4. Im Bayerischen Wald werden zur Balz- und Brutzeit besonders viele Beobachtungen zwischen 900 und 1200 m NN gemacht (Maximum zwischen 1000 und 1100 m üNN) (Scherzinger 1982).

< Für detaillierte Angaben zu Beobachtungsmöglichkeiten bitte den Links folgen! >

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