Wedeler und Haseldorfer Marsch

  

Christoph Moning unter Verwendung der Quelle http://www.nabu-sh.de/nsg/nsghasel.htm (besucht am 02.05.2003) NABU Landesverband Schleswig-Holstein

Die Haseldorfer Binnenelbe mit Elbvorland ist wie die Wedeler Marsch Teil der Pinneberger Elbmarsch und liegt am Ufer der Elbe zwischen Wedel und dem Pinnausperrwerk. In diesem Bereich der Elbmündung sind die Tiden der Nordsee noch wirksam (Ästuar), und von dem ursprünglichen amphibischen Lebensraum sind hier auf großen Flächen Süßwasserwatten, Priele, Inseln und feuchte Uferbereiche erhalten geblieben oder nach der Ausweisung als Schutzgebiet im Jahre 1984 neu entstanden. Die große Lebensraumvielfalt bedingt einen großen Artenreichtum bei den Vögeln: Bisher wurden rund 280 Arten nachgewiesen, von denen 80 als Brutvögel gelten. Das Gebiet hat auch als Rastplatz für ziehende Vögel besondere Bedeutung.

 

Voraussetzungen:

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: ja, jedoch mit längeren Wegstrecken verbunden

Ausrüstung: Spektiv und Fernglas; im Winter warme Bekleidung

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: leicht


Interessante Arten:

In diesem sehr artenreichen Gebiet brüten viele gefährdete Arten wie Bekassine, Uferschnepfe, Blaukehlchen, Wachtelkönig, Tüpfelsumpfhuhn, Rohrdommel und Neuntöter. Weitere interessante Brutvogelarten sind Rohrweihe, Wanderfalke, Säbelschnäbler, Eisvogel, Kuckuck, Braunkehlchen, Schilfrohrsänger, Bartmeise, Beutelmeise, Kiebitz, Rotschenkel und Sandregenpfeifer sowie Kormoran, Graugans, Löffel-, Reiher- und Schnatterente. In den letzten Jahren kam es zudem zur Ansiedlung des Seeadlers. Nahe dem Haseldorfer Schlosspark befindet sich die größte Graureiherkolonie Schleswig-Holsteins (2001: 284 Paare). 

Herausragende Bedeutung hat das Gebiet auch heute noch für Zehntausende Wintergäste und Zugvögel, die zwischen Herbst und Frühjahr im Gebiet verweilen. Zu ihnen zählen Graugans und Singschwan sowie Krick-, Spieß- und Pfeifente. Vereinzelt können auch Kanada-, Saat-, Kurzschnabel-, Schwanen- und Nilgans beobachtet werden. Im November können bis zu 6.000 arktische Wildgänse und bis zu 1000 Zwergschwäne (auf dem Heimzug) in der Haseldorfer und Wedeler Marsch angetroffen werden. Im Winter halten sich des weiteren bis zu 3.900 Weißwangen- und bis zu 3.500 Blässgänse im Großraum auf.

Weitere weit weniger zahlreiche Wintergäste sind Merlin und Rauhfußbussard.

Zwergmöwen und Trauerseeschwalben können auf ihrem Zug z.B. am Hetlinger Schanzsand beobachtet werden. Im August und September werden von besonders heftigen Herbststürmen Seeschwalben und Möwen in die Elbemündung verdriftet. Im September/ Oktober ist bei leichtem Ost- bis Südostwind in den frühen Morgenstunden mit einem starken Kleinvogelzug zu rechnen (Finken, Pieper, Schwalben, Drosseln, Lerchen, ...).


Lebensräume: 

Das Gebiet ist Bestandteil des "Important Bird Area 024 Pinneberger Elbmarschen". In diesem Zusammenhang haben besonders die Süßwasserwatten bei Fährmannssand und Bishorst und die Grünländer eine herausragende Bedeutung. 

Das Gebiet ist generell sehr vielgestaltig. Es besteht zu großen Teilen aus einer naturnahen Flussuferlandschaft (Ästuar) und umfasst alle für das Tal der unteren Elbe typischen Lebensräume. Zwischen der Elbe und den höhergelegenen Gebieten ist eine deutliche Zonierung von Süßwasserwatten, Binsen- und Schilfröhrichten, Hochstaudenfluren bis hin zu Auwald zu erkennen. I


Information:

http://www.umwelt.schleswig-holstein.de/servlet/is/3843/

http://www.umwelt.schleswig-holstein.de/servlet/is/12817/

http://www.umwelt.schleswig-holstein.de/servlet/is/11607/

Naturzentrum Scholenfleth (14)

An der Zufahrt zum Haseldorfer Hafen befindet sich das Naturzentrum Scholenfleth. Von hier aus wird die Betreuung des Gebietes durch den NABU Schleswig-Holstein organisiert. Im Naturzentrum befindet sich ein Ausstellungsraum mit Informationen über die Lebensräume und die Tier- und Pflanzenwelt im NSG.
Hauptaufgaben der Naturschutzarbeit sind die wissenschaftliche Überwachung von Biotoppflege- und Biotopentwicklungsmaßnahmen (Biomonitoring), Vogelzählungen, sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Mi: 14:00 - 17:00 Uhr; So + Feiertags: 11:00 - 16:00 Uhr

Führungen und Vorträge nach Anmeldung unter Tel: 04129/574, Fax: 04129/1226 oder e-mail: NABU-Z-Haseldorf@t-online.de 

Mitarbeiter des NABU stehen bei Fragen gerne zur Verfügung!

Das Hermann-Kroll-Haus (5)

ein Informations- und Vogelbeobachtungszentrum des NABU Hamburg in der Wedeler Marsch

Das NABU-Informations- und Beobachtungszentrum in der Wedeler Marsch, das eher unter Hermann-Kroll-Haus bekannt ist, bietet naturkundliche Informationen zur Wedeler Marsch und zur Unterelbe-Region sowie hervorragende Beobachtungsmöglichkeiten der Vogelwelt der Wedeler Marsch. 

Di + Do: 09:00 - 17:00 Uhr; Sa + So + Feiertags: 09:00 - 17:00 Uhr

Das Hermann-Kroll-Haus ist während der Öffnungszeiten frei zugänglich.
Spezielle Führungen, z.B. für Schulklassen, nur nach vorheriger Absprache.
Kontakt: Hans Jacobi, Tel.: 04103/3049


Anfahrt: 

Mit der Bahn: Bis Wedel verkehrt die S-Bahn des Hamburger Verkehrsverbundes (http://www.hvv.de/index2.htm). Ab hier geht es mit dem Fahrrad entlang des Deiches weiter.

Mit dem Auto: Es gibt vier Zugangsstellen mit Parkmöglichkeit, die in der Karte unten mit roten Punkten markiert sind. Wedel liegt direkt westlich von Hamburg. 

 

Beobachtungsmöglichkeiten:

Entlang des Deiches, der durch das Gebiet führt (rot eingezeichnet), hat man die besten Beobachtungsmöglichkeiten. Jedoch muss man nicht die 16 km lange Strecke zwischen Wedel (km 0) und dem Sperrwerk an der Pinnau-Mündung (km 16) laufen sondern kann die einzelnen Punkte gezielt anfahren.

Bei km 1,8 am Sperrwerk über die Wedeler Au liegt der südlichste Zugang zum NSG (1). Außendeichs erstreckt sich hier zwischen km 2,0 und km 6,5 das Fährmannssander Watt (2). Es ist eines der größten Süßwasserwatten in Europa. Hier können zur Zugzeit und im Winter Möwen, Limikolen, Enten und Gänse beobachtet werden. Binnendeichs liegt die Wedeler Marsch (3), in der im Sommer zahlreiche Wiesenbrüter und im Winter Wintergäste wie Schwäne und Gänse zu beobachten sind. Bei Hochwasser dienen die ausgedehnten Grünländer als Rastfläche für Watvögel. Bei km 3,2 liegt binnendeichs der Hof Fährmannssand (4), der mit dem Auto erreichbar ist. Zugangsweg und Parkplatz sind eng und klein. Von dort erreicht man bei km 4 das Hermann-Kroll-Haus, das binnendeichs an einem künstlichen Gewässer liegt (5). Das Haus fungiert als Beobachtungs- und Informationshaus des NABU, der von hier aus auch die Wedeler Marsch betreut. Von einem Unterstand am Haus können die Vögel auf dem Teich (Enten, Gänse,...) gut beobachtet werden. 

Bei km 5,9  ist ein weiterer Zugang zum NSG mit einem Parkplatz am Klärwerk Hetlingen (6). Von hier aus kann man den Deich am Fährmannssander Watt und das Hermann-Kroll-Haus von Norden her erreichen. In der anderen Richtung elbeabwärts wird das Ufer der Elbe sandig. Der Sandstrand, der sich etwa bis km 7,6 erstreckt, hat seine Bedeutung für die Vogelwelt aufgrund des unkontrolliertem Zugangs jedoch verloren. In diesem Bereich ist das NSG schmal und grenzt an Schleswig-Holsteins größtes Klärwerk und einen Hof auf der Hetlinger Schanze (7). Zwischen dem Klärwerk und dem Deich liegt binnendeichs ein kleiner Teich (8), der als Beobachtungspunkt lohnt (Zwergtaucher). An den hier unübersehbaren Strommasten (mit 227m Höhe handelt es sich um Europas höchste Strommasten) brütet der Wanderfalke

Zwischen km 8,9 und km 11,8 gehören auch binnendeichs Flächen zum NSG (9). Bis zu km 10,2 liegen rechts und links vom Deich Grünlandflächen (10): der Hetlinger Schanzsand und der Twielenflether Sand. Hier können  im Winterhalbjahr Gänse in großer Zahl beobachtet werden. In einem verstärkt vernässtem Bereich liegen außen bei km 8,9 (11) und innen bei km 9,5 (12) künstliche Gewässer, die durch Kleientnahme für den Deichbau entstanden sind. Besonders die innen auf dem Hetlinger Schanzsand liegende Wasserfläche ist ein interessanter Beobachtungsplatz für Wasservögel. Viele erste Ansiedlungen im NSG sind im weiteren Bereich dieser Kleientnahmestelle erfolgt: So beispielsweise Graugans, Kormoran, Wachtelkönig, Rohrdommel und Seeadler. Bei km 10,2 (10) ist ein ehemaliger Priel, das Bauerloch, beim Deichbau zugeschüttet worden. Die frühere Insel Pastorenberg ist dadurch hier und gegenüber an der zugeschütteten Binnenelbe mit dem Ufer verbunden worden. An dieser Stelle ist durch Nutzungsaufgabe ein Mosaik aus Schilfbeständen, Hochstaudenfluren, Weidengebüschen und lockeren Baumbeständen entstanden. In der Brutzeit sind hier Rohrsänger, Schwirle, Blaukehlchen und Beutelmeise leichter zu hören als zu sehen. Bei km 11,0 ist die andere Seite der ehemaligen Insel Pastorenberg erreicht. Hier ist die Haseldorfer Binnenelbe durch den Deich unterbrochen worden. Auf der Innenseite des Deiches ist ein Stillgewässer mit Schilf und Weiden am Ufer entstanden (13). Auf den Weidenbäumen am Ufer befindet sich eine Kormorankolonie. Die Wasserfläche ist Ruheplatz für zahlreiche Wasservögel, die vom Deich aus gut zu beobachten sind. Bei km 11,5 liegt der Haseldorfer Hafen. Hier befindet an einem großen Parkplatz ein weiterer Zugang zum NSG, der von Haseldorf-Scholenfleth aus erreichbar ist. An der Zufahrt zum Hafen befindet sich das Naturzentrum Scholenfleth (14). Von hier aus wird die Betreuung des Gebietes durch den NABU Schleswig-Holstein organisiert. Im Naturzentrum befindet sich ein Ausstellungsraum mit Informationen über das NSG, und die Mitarbeiter des NABU stehen für weitere Auskünfte zur Verfügung. 

Etwa in der Mitte des Uferstreifens zwischen Haseldorfer Hafen und Pinnau-Mündung befindet sich bei km 14,4 am Ufer eine Anpflanzung von Eichen, Pappeln und Eschen am Ort, der bei einer Sturmflut 1745 zerstörten Siedlung Bishorst (15). Von hier bis zur Pinnau-Mündung wird durch extensive Nutzung Grünland erhalten, auf dem Wiesenvögel brüten oder Wintergäste rasten. Gut beobachten kann man in dem Gebiet etwa bei km 15,0, wo auch ein weiterer Zugang zum NSG besteht (Kreuzdeich: 16). Der Deich am Rand oder im NSG ist selbst wegen seiner intensiven Beweidung und wegen der vielen Besucher kein interessanter Lebensraum. Nur im Winter können hier gelegentlich durchziehende Singvögel (Strandpieper, Schneeammern, Ohrenlerchen) beobachtet werden. Bei km 16,0 ist am Pinnausperrwerk die nördliche Grenze des NSG erreicht (17). Ein Zugang über das Sperrwerk ist nur zeitweise möglich.

Öffnungszeiten des Übergangs an der Pinnau für Fußgänger und Radfahrer:
vom 1. Mai bis 30. September:
Sa., So. und Feiertags 09:00 -13:00 und 14:00 -18:00 Uhr,
Mo. bis Mi. stündlich 08:45 -15:45 Uhr,
Do. stündlich 08:45 -13:45 Uhr,
Fr. stündlich 08:45 -12:45 Uhr.
Auf der anderen Seite der Pinnau schließt sich das NSG "Eschschallen" an.

In einer Eichenallee im ehemaligen Außendeichsgelände neben dem Haseldorfer Schlosspark (18) befindet sich die größte Graureiherkolonie Schleswig-Holsteins (2001: 284 Paare). 


Nordseekarte                 Hauptseite


_E-Mail: info@birdinggermany.de_