Der Taubergießen

  

Christoph Moning

 

Das Naturschutzgebiet "Taubergießen" ist eines der größten Naturschutzgebiete des Landes Baden-Württemberg. Im Schutzgebiet erwartet den Besucher eine weitläufige Wiesen- und (Au)Waldlandschaft, die von einem dichten  Gewässernetz durchzogen ist. Es handelt sich um eine der letzten, großen, naturnahen Auelandschaften Deutschlands. Ornithologisch ist das Gebiet u.a. durch seinen großen Mittelspechtbestand interessant.

 

Voraussetzungen:

Ausrüstung: Fernglas (und Spektiv)

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: leichte Wanderung (kann lang ausgedehnt werden); Bootsfahrten, Radwanderungen

 

Interessante Arten: 

An den Wasserflächen, v.a. an der Mündung des Inneren Rheins, können Silberreiher und selten auch Purpurreiher (Juli-September) beobachtet werden. Fluss- und Trauerseeschwalben sowie Fischadler ( auch im April) ziehen im Mai und August/ September durch. Unter den Enten sind Schnatter-, Krick-, Pfeif-, Löffel-, Knäk-, Spieß- und Tafelenten zu finden. Der Eisvogel und der Drosselrohrsänger brüten in einigen Paaren. Auch die Beutelmeise hat bisweilen im Gebiet gebrütet. Wasserrallen sind Brutvögel im Schilfgürtel. Im Winter sind auf den Wasserflächen mit Glück Zwergsäger, Bläss- und Saatgänse sowie auch mit weniger Glück Gänsesäger und Schellenten zu beobachten. Kormorane halten sich dann ebenfalls in größerer Anzahl im Gebiet auf. Rohrdommeln und Seeadler sind seltene Wintergäste.

Der nahezu natürliche Auwald beherbergt 6 Spechtarten. Der Schwarzspecht brütet mit rund 10 Paaren. Die 180 Paare des Mittelspechtes machen dieses Gebiet zu einer der besten Stellen für diese Art in Deutschland. Weitere Arten sind Grünspecht und Wendehals (letzterer eher östlich des Dammes). Nachtigall und Pirol sind im Auwaldbereich ausgesprochen häufig. Schwarzmilane brüten in rund 15 Paaren im gesamten Gebiet. Auch der Wespenbussard (rund 10 Paare) und der Baumfalke sind Brutvögel.

Östlich des Dammes befinden sich extensive Wiesen mit Feldgehölzen und Altarmen. In diesem Landschaftsmosaik sind Neuntöter, Raubwürger, Turteltaube, Waldohreule (in den Feldgehölzen) und Grauammer zu finden. Bienenfresser sind Nahrungsgäste. Bisweilen hat auch der in Deutschland extrem seltene Rotkopfwürger in diesem Bereich gebrütet. 


Lebensräume:

Das Naturschutzgebiet "Taubergießen" liegt in der südlichen Oberrheinebene  zwischen Freiburg im Breisgau und Offenburg. Es umfaßt auf einer Fläche von 1682 Hektar und erstreckt sich auf einer Länge von zwölf Kilometern und einer Breite von bis zu zwei Kilometern. Der Taubergießen besteht aus zwei unterschiedlichen Landschaftstypen: westlich des Tullaschen Hochwasserdamms liegt der Überflutungsbereich des Rheins mit seinen Altwassern und den urwaldähnlichen Auenwäldern aus Eichen, Ulmen, Silberweiden und Silberpappeln. Östlich davon befindet sich eine Wiesen-, Hecken- und Altwasserlandschaft.


Information:

http://www.taubergiessen.com/

http://www.taubergiessen.net/info.html


Anfahrt:

Über die A 5 Freiburg-Offenburg, Ausfahrt Ettenheim. Dann weiter Richtung Kappel-Rhinau (Rheinfähre).

 

Beobachtungsmöglichkeiten:

Einen guten Eindruck und gute Beobachtungsmöglichkeiten hat man entlang des sogenannten Kormoranweges (6 km). Er beginnt am Parkplatz P1 (am Ende der Strasse zwischen Kappel und Rhinau), den man von Kappel aus erreicht. Von hier aus geht man an der Mündung des Inneren Rheins entlang Richtung Süden. Morgens hat man das beste Licht, um zahlreiche Wasservögel auf der 60 ha großen Wasserfläche zu beobachten. Nach knapp 1,5 km zweigt rechts ein Weg vom Damm in den Auwald ab (X). Diesem Weg folgt man. Auf dem folgenden Rundweg, der über die Herrenkopfbrücke führt, gelangt man durch hervorragenden Auwald, in dem sechs Spechtarten beobachtet werden können. Zurück auf dem Deich, folgt man dem Weg zurück zum Parkplatz.

Daneben gibt es noch weitere Rundwege und Wandermöglichkeiten. Das Gebiet kann beispielsweise auch ganz umrundet werden (gestrichelter Weg). Der Weg wäre dann je nach Variante 20 bis 30 km lang. Also eher etwas zum Radfahren. Alle Wege können auch mit dem Fahrrad befahren werden.

Es gibt eine Bootsfahrstrecke (Länge 15 km). Für die gesamte Strecke benötigt man einschließlich dem Umsetzen der Boote und dem Rückweg an Land mindestens 5 Stunden. Auch Teilabschnitte können befahren werden. Zulässig sind nur Wasserfahrzeuge ohne Motorantrieb. Die in der Zeit von 8 bis 20 Uhr freigegebene Strecke ist ausgeschildert, ebenso die Ein- und Ausstiegsstellen. Weitere Infos: bootsfahrten@taubergiessen.de


  

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