Das Vorland von St. Peter-Ording

  

Christoph Moning

Das Vorland um St. Peter Ording hat vor allem für Vögel, die Standorte der frühen Sukzessionsphase besiedeln, hohe Bedeutung. So gilt das Gebiet trotz Bestandseinbußen dieser Arten, nach wie vor als einer der wichtigsten Brutplätze für den Seeregenpfeifer und die Zwergseeschwalbe an der gesamten schleswig-holsteinischen Küste. Die breiten Sande westlich des Ortes grenzen direkt an die offene Nordsee. Hier können im Winter Meeresenten und Seetaucher, sowie bei stürmischen Situationen auch Hochseevögel wie Basstölpel und Dreizehenmöwen beobachtet werden. Die Sandvegetation südlich des Ortes dient Limikolen und anderen Küstenvögeln als Brutplatz.

 

Voraussetzungen:

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar

Ausrüstung: Spektiv und Fernglas; warme Bekleidung

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: leicht; Die gekennzeichneten Brutgebiete dürfen nicht betreten werden!


Interessante Arten:

Herausragend sind die hohen Brutbestände von Seeregenpfeifer (173 BP) und Zwergseeschwalbe (59 BP) auf den Sanden um St. Peter-Ording. Hier sind die Betretungsverbote während der Brutzeit unbedingt einzuhalten, da der Bestandsrückgang dieser Arten eindeutig mit der erhöhten Prädation und mit höheren Störraten zusammenhängt. Zudem können die beiden Arten große Teile der Sande nicht nutzen, da diese für den Tourismus reserviert sind. Hohe Störraten verhindern hier die Besiedlung. Umso wichtiger sind die gekennzeichneten Rückzugsbereiche für diese Arten. Ein Spektiv gewährt dennoch gute Beobachtungsmöglichkeiten, ohne die Arten zu stören. Auf den Sanden brütet ebenfalls der Sandregenpfeifer (50 BP). Im Bereich der Salzwiesen sind Brandgans (20 BP), Austernfischer (279 BP), Kiebitz (173 BP) und Rotschenkel (378 BP) typische Brutvögel. In geringer Zahl oder sporadisch brüten Alpenstrandläufer (5 BP), Säbelschnäbler (3 BP), Bekassine (3 BP), Fluss- (3 BP) und Küstenseeschwalbe (7 BP). Zwischen den Dünen liegen kleine schilfbestandene Tümpel an denen Schilfbewohner wie die Bartmeise (selten) beobachtet werden können. Zur Zugzeit kann eine Vielzahl an Limikolen im Gebiet beobachtet werden. Im Winter bieten die Sande westlich der Ortschaft Lebensraum für Sanderlinge, Schneeammern und Ohrenlerchen. Auf dem Meer können dann Meeresenten wie Samt-, Trauer- und Eisente sowie Seetaucher wie Stern- und Prachttaucher beobachtet werden. In den Dünen ist die Sumpfohreule ein Wintergast in wechselnder Zahl.

Die Brutvogelzahlen stammen aus Hälterlein & Südbeck (1998): Brutvogelbestände an der deutschen Nordseeküste im Jahre 1996 - SEEVÖGEL; Band 19, Heft 3


Lebensräume: weite Sande, Dünen, schilfbestandene Tümpel, Klei- und Sandböden mit entsprechender Salzvegetation


Information:

http://www.st.peter-ording.de/

http://www.schutzstation-wattenmeer.de/verein/stpeter.html

Gezeiten: http://www.bsh.de/Meereskunde/Gezeiten/805.html


Anfahrt:

Mit der Bahn und dem Fahrrad: Der Bahnhof St. Peter-Ording wird von Husum aus bedient. Weitere Infos unter http://www.bahn.de/ .

Mit dem Auto: St. Peter ist über die B 202 von Tönning oder vom Eidersperrwerk aus zu erreichen.

 


Beobachtungsmöglichkeiten:

verändert nach: Landesvermessungsamt Schleswig-Holstein, 2001

Der Zugang zu den Sanden westlich von St. Peter-Ording erfolgt entweder über den Ortseil Ording (1a oder 1b) oder über Bad St. Peter (2). Dort stehen jeweils Parkplätze zur Verfügung. Seevögel wie Meeresenten und Seetaucher lassen sich dort direkt vom Strand aus beobachten. Das Vorland südlich des Ortes St. Peter (3) ist über Fußwege zu erreichen. Diese und der Damm bieten ausreichend Beobachtungsmöglichkeiten. Die Sukzession ist hier schon weiter fortgeschritten, so dass hier zur Brutzeit zahlreiche Limikolen oder Arten wie die Brandgans zu sehen sind. Das vorgelagerte Watt bietet ebenfalls gute Beobachtungs-möglichkeiten für Limikolen. Weitere Sandflächen mit entsprechender Vogelwelt liegen bei 4. Auch diese Stelle kann über die vorgegebenen Fußwege erreicht werden. Es sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass jegliche Störung der Vogelwelt in diesem Lebensraum unbedingt vermieden werden muss. Es sind daher zwingend, die als Brutlebensraum gekennzeichneten Bereiche zu meiden. Ein Spektiv ermöglicht dennoch störungsfreies Beobachten.


 

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