NSG Strandseelandschaft bei Schmoel

  

Felix Weiss

Stand: März 2004

Die Strandlandschaft bei Schmoel ist ein Kleinod an der Ostseeküste. Sie entstand als Ausgleichsmaßnahme für Deichverstärkungen. Dabei wurden auf 50 ha Ackerflächen einige Strandseen ausgehoben, die von der Vogelwelt gut angenommen wurden. Die angrenzenden Wasserflächen der Ostsee sind Überwinterungsgebiet von Meeresenten. Viele Zugvögel folgen der Küste als Leitlinie und rasten auf den Strandseen oder in den Brachflächen. Das Gebiet wird vom NABU betreut.

 

Voraussetzungen:

Zugänglichkeit der Beobachtungsmöglichkeiten: Leicht; wenn man die unten beschriebene Wanderung macht, muss man rund 12,5 km zurücklegen (hin- und zurück)

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Ja

Ausrüstung: Fernglas und Spektiv; ein Fahrrad ist von Vorteil


Interessante Arten:

Im Winter rasten Ohrentaucher auf der Ostsee. Rothalstaucher brüten in mehreren Paaren. Zwergtaucher mausern im August auf dem großen Strandsee. Zu den Zugzeiten rasten Weißwangengänse. Graugänse brüten im Schilf. Gründelenten rasten auf den Strandseen. Zahlreiche Meeresenten überwintern auf der Ostsee und sind besonders gut von der Seebrücke am Schönberger Strand aus zu beobachten. Einige nutzen die Strandseen als Schlafplatz. Eisenten sind besonders im Spätwinter und Frühjahr zu beobachten. Seeadler besuchen das Gebiet regelmäßig um zu jagen. Rohrweihen und Wasserrallen brüten in den Schilfflächen. Austernfischer und Sandregenpfeifer sind Brutvögel auf dem Strandwall. Von Mitte Juli bis Ende Oktober rasten diverse Limikolenarten in kleiner Zahl am Strand und besonders im Moorloch. Der Frühjahrszug von Limikolen ist an der Ostsee nur sehr schwach ausgeprägt. Unter den dominierenden Alpenstrandläufern verstecken sich im August/ September einzelne Sumpfläufer. Odinshühnchen rasten ebenfalls im August/ September regelmäßig auf den Strandseen. Die große Mole ist im Sommer und Herbst Schlafplatz von Möwen. Zwergmöwen sind häufige Durchzügler besonders im Mai. Die Zwergseeschwalbe brütet in manchen Jahren am Strand. Brandseeschwalben fliegen im Sommerhalbjahr die Küste entlang. Feldlerchen sind häufige Brutvögel auf den Brachflächen. Strandpieper und Schneeammern suchen im Winter am Strand nach Nahrung. Der Sprosser brütet im Gebiet. Ebenso brüten Neuntöter, Dorngrasmücke und Goldammer in den Hecken am Weg. Der Teichrohrsänger ist Charaktervogel der Schilfflächen und gelegentlich sind Bartmeisen zu beobachten. Ende Mai/ Anfang Juni tauchen in manchen Jahren Karmingimpel im Gebiet auf und lassen ihren typischen Gesang erklingen. Diverse Singvogelarten rasten zu den Zugzeiten im Gebiet. 


Lebensräume: 

Molen; Flachwasser der Ostsee mit Seegraswiesen und Miesmuschelbänken; brackige Strandseen; Schilfflächen; Knicks; Brachflächen; Baum- und Buschgruppen; Ackerflächen


Information:

http://www.bahn.de 

http://www.schoenberger-strand.de

NABU http://www.nabu-sh.de/nsg/nsgschmoel.htm


Anfahrt:

Mit der Bahn und dem BusMit der Bahn bis Kiel Hauptbahnhof. Dann vom ZOB und mit dem Bus weiter zum Schönberger Strand (1).

Mit dem Auto: Auf der A 7 bis Kiel. Dort auf den Ostring Richtung Laboe/ Schönkirchen und der Ausschilderung nach Schönberg /Schönberger Strand folgen.


Grundsätzliches zum Beobachten im Gebiet: 

Insbesondere um rastende Limikolen zu sehen, muss man früh aufstehen, um den Strandurlaubern zuvorzukommen. Die meisten Rastvögel in den schlecht geschützten Bereichen verschwinden nach Störungen im Laufe des Vormittages aus dem Gebiet.

 


Beobachtungsmöglichkeiten:

Man startet die Tour am Schönberger Strand. Von der Seebrücke (1) hat man einen guten Blick auf die überwinternden Meeresenten und den Seevogelzug entlang der Küste. Weiter geht es auf dem Deich nach Osten. Nach 1,5 km enden die Steinmolen und das NSG beginnt (2). Im Schutz der letzten Mole befindet sich eine Lagune, an deren Ufern im Herbst Limikolen rasten und die Möwen als Schlafplatz dient. Auf der Mole rasten auch gerne Regenbrachvögel, Flussuferläufer und im Winter selten auch Meerstrandläufer. Am Strand brüten in einem eingezäunten Bereich Sandregenpfeifer und in manchen Jahren auch  Zwergseeschwalben. Der Weg führt nun ein Stück ins Binnenland. Am Weg (3) liegen Teiche mit breitem Schilfgürtel. Oft sieht man hier Bartmeisen, Wasserrallen und jagende Rohrweihen. Nach 500 m gelangt man zu einer Abzeigung und folgt dem Weg nach links (4). Zahlreiche Singvogelarten brüten hier: Sumpfrohrsänger, Gelbspötter, Sprosser und Feldschwirl. In manchen Jahren singen Anfang Juni Karmingimpel. Der Weg führt über einen kleinen Bach und entlang von Brachflächen und Buschgruppen nach Osten (5). Neuntöter und Dorngrasmücken brüten in den Büschen am Weg, Feldlerchen und Wiesenpieper in den Brachflächen. Im Winter können gelegentlich Raubwürger und Sumpfohreulen beobachtet werden. Auf den angrenzenden Ackerflächen äsen zu den Zugzeiten und im Winter Gänse und Schwäne. Oft rasten auf den Äckern auch Goldregenpfeifer und Kiebitze. Nach etwa 1 km führt der Weg wieder an die Ostsee (6). Die Küste ist hier etwas steiler und man hat einen guten Blick auf einen großen Strandsee. Zahlreiche Entenarten rasten auf dem flachen Gewässer. Rothalstaucher brüten in mehreren Paaren. An den Ufern suchen Limikolen nach Nahrung. Im Herbst kann man oft Sperber beobachten, die von Norden kommend erschöpft am Strand landen. Nach weiteren 1,5 km entlang der Küste gelangt man zum Moorloch einer kleinen wassergefüllten Senke hinter dem Strandwall (7). Ein weiterer Brutplatz von Rothalstauchern. Die schlammigen Ufer ziehen verschiedene Limikolen an. Unter ihnen besonders Wasserläufer, Kampfläufer und Bekassinen. Am Moorloch endet die Tour. Man nimmt denselben Weg zurück zum Ausgangspunkt am Schönberger Strand.


 

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