Reisebericht westliches Südafrika

Provinzen Western und Northern Cape

21. Februar bis 14. März 2001


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Christoph Moning info@birdinggermany.de 

Christian Wagner Christian.Wagner@bio.tum.de

Strategie und Logistik:

Für uns beide war es der erste Trip nach Afrika. Ziel war es, möglichst viele und typisch afrikanische Arten zu sehen. Aus diesem Grund war die Reise auch nicht um spezielle Zielarten aufgebaut (auch wenn jeder von uns einige Wunscharten im Hinterkopf hatte und wir im Reiseablauf den endemischen Arten den nötigen Respekt gezollt haben). Vielmehr haben wir versucht, in den wichtigsten Landschaftstypen zu beobachten. Da wir „nur“ drei Wochen Zeit hatten, haben wir uns auf die westliche und nördliche Kapprovinz beschränkt.

Flüge nach Kapstadt gibt es reichlich (ab 500 €). Wir sind mit British Airways für 650 € ab München über London geflogen.

Um die Kapprovinzen zu bereisen, haben wir einen Opel Corsa lite bei Europcar über Holiday Autos gemietet (950,-DM inkl. Versicherungen, zweiter Fahrer etc.). Wir empfehlen auf Klimaanlage und Autoradio zu achten, über die das Auto nicht verfügte. Für die Strassenverhältnisse war das Fahrzeug ausreichend (Reifenwechsel sollte allerdings beherrscht werden). In der Vollkaskoversicherung waren Schäden an Reifen, Scheiben, Unterboden usw. nicht beinhaltet. Insgesamt wurden 5500 km gefahren. Entfernungen spielen in Südafrika keine Rolle. Deshalb ist ein Auto zur Vogelbeobachtung in diesem Land unerlässlich. Zumal viele Stellen sehr abgelegen liegen. Unverbleites Benzin kostet ca. 0,4 € pro Liter. Ein Handy des Vermieters war praktisch (nur Telefonate müssen bezahlt werden). In menschenleeren Gegenden wie Buschmanland war jedoch oft kein Empfang zu haben.

Übernachtet wurde im Zelt. Fast immer fanden wir einen Campingplatz oder eine Farm, wo es sich hervorragend campen liess. Die Ausstattung war i.d.R. sehr gut oder besser (z.T. mit Pool). Camping ist in Südafrika vor allem unter der weißen Bevölkerung weit verbreitet und für europäische Verhältnisse kostengünstig (ca. 4 € pro Person und Nacht).

In den südafrikanischen Supermärkten bekommt man alles was das Herz begehrt (unbedingt Wein und Biltong probieren!). Die Preise sind für mitteleuropäische Verhältnisse günstig. Bezahlt werden kann fast überall mit Kreditkarte (wir haben Visa benutzt). An den ausreichend vorhandenen Tankstellen muss überwiegend in bar gezahlt werden.

Es hat sich gezeigt, dass es die beste Beobachtungsstrategie ist, früh (6 oder 7 Uhr) aufzubrechen, und gleich zu beobachten. Wenn gegen 11 Uhr mit der Hitze die Aktivität nachliess, wurde gebruncht. In der Mittagszeit haben wir dann weite Fahrtstrecken und das Aufbauen des Zeltes erledigt, um dann in den Abendstunden bei nachlassender Hitze mit der erneut aufkommenden Aktivität zu beobachten.

Reisezeit & Klima:

Februar/ März ist sicherlich nicht die optimale Reisezeit zur Vogelbeobachtung im westlichen Südafrika. Man stelle sich Spanien im August vor, um dies zu verstehen. Das Klima ist mediterran. An der Küste war es meist windig bis stürmisch (Achtung mit dem Zelt!). Die Temperaturen sind jedoch angenehm. Im Landesinneren beginnt spätestens ab 12 Uhr ein heisser Wind zu wehen. In der Kalahari oder im Bushmanland haben die Temperaturen tagsüber fast 40°C erreicht. Nachts ist es dort mit ~17°C eher angenehm. Für Sonnenliebhaber ist die Jahreszeit ideal.

Geregnet hat es während unseres Aufenthaltes an der Südküste nur einmal Nachts (wenn man das überhaupt Regen nennen kann). Im Kalahari Gemsbok Nationalpark hat es im Februar 5 mm geregnet. Das war eindeutig etwas zu wenig für optimale Vogelbeobachtung. Aber die Unterschiede sind gross. Wir haben Bilder vom März von schwimmenden Caravans in der Kalahari gesehen! So wird auch der Spätsommer als die beste Jahreszeit zur Vogelbeobachtung für die Kalahari angegeben.

Doch obwohl es nicht die beste Jahreszeit war, konnten wir 305 von 613 jemals in der Region festgestellten Arten beobachten. Das war weit mehr als wir erwartet hatten! Und das, obwohl wir wegen Sturm keinen Pelagentrip machen konnten! Jeder von uns hat ~250 persönliche Erstbeobachtungen gemacht. Man kann also keinesfalls von einer Reise in das westliche Südafrika im Südherbst abraten.

Auf bestimmte kleine braungraue endemischen Arten muss man sich jedoch etwas vorbereiten bzw. einen Guide engagieren, da z.B. der Knysna und der Victorin`s Warbler nur im Frühjahr durch Gesang auf sich aufmerksam machen.

Das Reiseland:

Südafrika weist in vielerlei Hinsicht einen europäischen Standard auf: Die Strassen sind gut ausgebaut, annähernd alle Schotterpisten sind mit einem zweirad angetriebenen Auto befahrbar (Eine Stauballergie könnte jedoch Probleme bereiten). Die Ausschilderung ist sehr gut. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es genügend.

Es sind ausreichend Supermärkte und Tankstellen vorhanden. Die meisten Leute sind freundlich und hilfsbereit (Wir müssen allerdings zugeben, nicht mit allzu vielen Leuten gesprochen zu haben, da wir uns auf die Vogelbeobachtung konzentriert haben).

Man sollte jedoch nicht verschweigen, dass die Unterschiede in den Lebensstandards zwischen Schwarz und Weiß nach wie vor enorm sind. An jedem Ort, sei er noch so nett, hängt eine Siedlung, die aus der Entfernung wie eine Margarinewürfelansammlung aussieht. Die Masse der Schwarzen lebt auch nach der Apartheid in einfachsten Verhältnissen. Einige haben nicht mal genug zu essen für den Tag und man wird sicherlich des öfteren nach Essen oder Geld gefragt. Wir haben uns aber selten belästigt gefühlt, da die Leute kaum aufdringlich geworden sind. Eine kleine Spende hat die meisten zufriedengestellt und hilft ihnen sicherlich auch kurzfristig. Gewalt und Kriminalität ist aber dennoch ein Thema in Südafrika. Man sollte sich vor der Reise über die Gefahren und die Problemgebiete z.B. beim Auswärtigen Amt informieren. Wir können jedoch von keiner Situation berichten, in der sich Gewalt auch nur angedeutet hätte.

Die Gesundheitsversorgung ist gut. Die typischen tropisch-afrikanischen Krankheiten sind im westlichen Südafrika rar. Wir haben uns gegen Hepatitis A impfen lassen. Malaria gibt es in den beiden Provinzen zur Zeit keine. Nach unseren Informationen (Tropeninstitut München) ist auch der Kalahari Gemsbok Nationalpark malariafrei. Das kann sich aber im Laufe der Jahre ändern, deshalb sollte man sich auch hier vor der Reise informieren.

Englisch wird neben dem weit verbreiteten Afrikaans überall verstanden und gesprochen.

Wenn man kein Fan karger, weiter Landschaften ist, sollte man überlegen, ob das westliche Südafrika das richtige Reiseland ist. Die Strassen scheinen oft der Kompassnadel nach in die weite Landschaft gelegt worden zu sein (Die längste Gerade ohne die kleinste Kurve hatte 41,5 KM!). Aber es gibt auch Vielfalt durch wunderschöne Gebirgslandschaften, Savannen, weite Karoo, subtropische Wälder und schroffe wie sandig-weite Küsten am Atlantik und am Indischen Ozean.

Literatur & Adressen:

Literatur (Auswahl)

Wir hatten einige Probleme, Literatur schon in Deutschland zu besorgen. Man bekommt jedoch alles Notwendige u.a. im Buchladen des Kirstenbosch Botanical Garden in Kapstadt und in den meisten Nationalparks.

Sasol Birds of Southern Africa von Ian Sinclair, Phil Hockey, Warwick Tarboton
Taschenbuch - 464 Seiten - Struik Publishers; Erscheinungsdatum: 5. September 2002; ISBN: 1868727211

Newman's Birds of Southern Africa von Kenneth Newman; Taschenbuch - 512 Seiten - Struik Publishers; Erscheinungsdatum: 5. September 2002; ISBN: 1868727351

Roberts` Birds of Southern Africa – Mclean 1993. Neuauflage in Vorbereitung. Klassisches Handbuch für weitere Informationen zu den Arten.

Field Guide to the Mammals of Southern Africa – Stuart & Stuart (2. Aufl. 1998). Ein gutes Säugetierbestimmungsbuch unter mehreren. Es lohnt sich auf jeden Fall ein Säugetierbestimmungsbuch mitzunehmen.

Essential Birding Western South Africa; Key Routes from Cape Town to the Kalahari – Cohen & Spottiswoode (Erstauflage 2000). Dieses Buch ist  -wie der Titel schon sagt- essentiell. Wir haben es intensiv genutzt und es hat sich wirklich gelohnt. Es ist voll von Insiderinformationen zu den besten Beobachtungsplätzen. Besonders gut haben uns die Wegbeschreibungen und Gebietsunterteilungen gefallen. Es ist für die Durchführung von Tagesausflügen wie auch für eine wochenlange Rundreise geeignet. Gute Zusatzinformationen zu einzelnen Zielarten, Adressen, Gebieten und vielem mehr. Mit diesem Buch sind über 300 Arten in zwei bis drei Wochen gut möglich (fast sicher).

Limicola: unter anderem Band 3, Heft 3, Juni 1989 (Raubmöwen); Band 5, Heft 4, August 1991 (Schell-, Schrei- und Steppenadler). Zur Ergänzung des SASOL- Guides sehr nützlich.

Kassetten:

Guy Gibbon, 1995: Southern African Bird Sounds, Newset, Durban Auch als CD zu haben. Mittlerweile würde ich behaupten, dass man nicht ohne auskommt. Das hat zwei Gründe. 1. Man hört mehr als man sieht und wenn man sich die Stimmen vorher schon einmal angehört hat, wird man es im Feld viel leichter haben sich bestimmten Arten zu widmen. 2. Ohne die Kassetten hätten wir viele Arten nicht gesehen

Internet (Auswahl):

http://www.sabirding.co.za - Unbedingt zu empfehlen! Gute Hinweise zu den besten Beobachtungsplätzen, Bücher, Adressen usw. .

http://www.birding-africa.com - u.a. komplette Liste der afrikanischen birding Websites.

http://users.iafrica.com/b/batis/CapeTownPelagics.htm 

Sehr gut für die Vorbereitung eines Pelagentrips: Adressen, Buchung und Hintergrundinformationen.

http://www.zestforbirds.co.za - Ebenfalls empfohlen: Pelagic Seabird Trips and Bird Guiding.

http://www.annealbatross.org  

http://www.capebirdclub.org - Buchung von Pelagentrips

http://www.birdtours.co.uk/tripreports/s_africa/cape/index.htm Interessanter Bericht von Gruff Dodd

 Adressen (Auswahl):

Birding Africa; Specialist Bird Tours & Ornithological Consulting. Callan Cohen (callan@birding-africa.com) & Claire Spottiswood (claire@birding-africa.com). Wir können unbedingt empfehlen, Callan Cohen zu kontaktieren. Er hat uns im Vorfeld der Reise eine Menge Fragen beantwortet und den Pelagentrip organisiert. In Südafrika hat er sich fast zwei Stunden Zeit genommen und uns kostenlos einen überaus brauchbaren Reiseplan nach unseren Bedürfnissen aufgestellt. Er hat ein exzellentes Wissen über die besten Stellen und über die Vögel selbst. Wenn man bestimmte Vögel sehen möchte, oder einfach nur einen guten Guide braucht, ist er der Mann der Wahl.

Pelagic Seabird Trips and Bird Guiding: Trevor Hardaker (hardaker@mweb.co.za) & John Graham (imgraham@iafrica.com)

 – Die Beobachtungsgebiete –

 Wir sind im wesentlichen die Gebiete, die in dem Buch „Essential Birding“ und die von Callan Cohen mündlich empfohlen wurden angefahren. Zur Lage und Wegbeschreibung empfehlen wir obengenannte Literatur und Internetadressen. Im folgenden werden u.a. die englischen Vogelnamen verwendet, da die gängige Bestimmungsliteratur ebenfalls englisch ist und die deutschen Namen in der Region kaum Bedeutung haben. Bei auch in Deutschland geläufigen Arten haben wir deutsche Namen in Klammern mit angegeben.

Wer zu den Gebieten mehr über die beobachteten Arten wissen möchte, ist herzlich eingeladen uns zu kontaktieren.

 Die Kaphalbinsel 

(114 Arten beobachtet)

Es lohnt sich auf jeden Fall, einige Tage auf der Kaphalbinsel zu verweilen. Von hier aus starten die Pelagentrips und man bekommt eine gute Einführung in die kapländische Avifauna.

Kirstenbosch National Botanical Garden: Ein guter Anlaufpunkt nach der Landung in Kapstadt. Erste endemische Arten wie Cape Francolin oder Orangebreasted Sunbird sind häufig. Man kann sich hier ganz entspannt mit den gängigen „Kap-Arten“ vertraut machen, Bücher kaufen und spazieren gehen. Die Wanderung auf den Tafelberg über den Weg „Skeleton Gorge“ ist zwar anstrengend aber sehr schön (leider war der Berg nebelverhangen als wir oben waren). Artenmässig kein „Muss“.

Constantia Greenbelts: Städtischer Grüngürtel am Tafelberg. Wer den Knysna Warbler sehen möchte, muss hier hin (im Herbst am besten bereits in der Morgendämmerung da sein!). Besonders empfehlenswert ist der Bach an der Spilhaus Avenue. Der Gesang hat Ähnlichkeit mit dem des Waldlaubsängers. Der häufigere Kontaktruf ist ein stetiges etwas unregelmässiges  „tr – tr – tr – tr –tr – tr“ (am besten vorher auf Band anhören). Mit Tonbandaufnahmen hätte man mit den Vögeln à la Knysna Warbler sicherlich ein leichteres Spiel gehabt.

Silvermine: Paßstrasse über die Berge der Kaphalbinsel. Wir hatten eine tolle Aussicht, viel Wind, wenig Vögel. Kann also auf der Durchfahrt erledigt werden.

Kommetjie: Kleine Küstensiedlung an der Westküste. Sehr schön gelegen. Der Kormoran- und Seeschwalbenrastplatz lohnt sich als Tagesabschluss am Abend. Der endemische Bank Cormorant kann hier mit einiger Sicherheit beobachtet werden.

Cape of Good Hope Reserve: Vor allem landschaftlich zu empfehlen. Erste Grosstiere wie Buntbock und Strauss. Wir haben versucht die endemische Hottentot Buttonquail (Wachtel) aufzustöbern. Ohne Erfolg. Am produktivsten war der Küstenabschnitt bei Olifantsbos (Limis und Fynbosarten).

Boulders Beach, Simon`s Town: Pinguinkolonie (African Pinguin oder Jackass P.). Auch für jeden „Nicht-Orni“ dringend empfohlen. Die Tiere zeigen kaum scheu und lassen Fotografen auf wenige Meter heran. Einige verirren sich sogar auf die Zufahrtsstrasse und in das naheliegende Lokal! Guter aber etwas teurer Campingplatz in der Nähe.

Strandfontein Sewage Works: Zahlreiche Nachklärbecken der Kläranlage von Kapstadt. Sehr Wasservogelreich: Pelikane, Limis, jede Menge endemische Enten, Sichler und vieles mehr. 100 Arten an einem guten Vormittag sind möglich. Sehr empfehlenswert, wenn auch nicht von besonderem touristischen Wert.

Pelagentrip: Wegen extremer Winde abgesagt. Eigentlich ungewöhnlich für den Sommer. Angesichts der Wellen waren wir froh; angesichts der möglichen Arten eher weniger. Der letztjährige Februartrip hatte ~25 Pelagen (u.a. 3 Albatrossarten). Etwas teuer (80$US) aber angeblich gut. Für einen kompletten Trip essentiell.

Die Westküste

 (152 Arten beobachtet)

Dieses Gebiet war eines der artenreichsten unserer Reise. Küstenvögel stehen im Vordergrund. Doch auch die Strandveldvegetation hält eine Menge Arten bereit.

Rietvlei: Seen nördlich Kapstadt. Durchaus einen Halt wert. Häufigere Wasservögel aber auch White- backed Duck und Mallard (Stockente, hier nicht häufig).

Silwerstroomstrand: Erste Strandveldarten. Da wir zur Mittagszeit dort waren, konnten wir nur wenige Arten sehen.

Darling Gebiet: Farmland. Ziemlich trocken und braun. Im Frühjahr angeblich Blütenpracht. Interessante Arten waren Blue Cranes, Pearlbreasted Swallow, Capped Wheatear und Thickbilled Lark (im Prinzip alle häufig). Aber auch hier wenig Aktivität wegen Mittagshitze.

West Coast National Park: Grosse Lagune umgeben von Strandveldvegetation. Der Geelbek mudflat bird hide (vielleicht Südafrikas beste Wasservogelbeobachtungshütte) war sehr produktiv, da an dieser Stelle die nahrungssuchenden Limis durch die Flut an die Hütte gedrückt wurden. Häufige Arten waren Sichelstrandläufer, Zwergstrandläufer und Pfuhlschnepfe aber auch einige Teichwasserläufer. Der endemische Black Harrier (Mohrenweihe) flog mit Gleitaaren über die Hänge während in den Sträuchern Bokmakierie, Greywing Francolin, Southern Black Koorhaan und andere zu finden waren. Der Campingplatz in Langebaan nimmt keine Camper mehr. In Saldanha ist der nächste (40 KM entfernt!).

Berg River: Flussmündung bei Velddrif mit grossen Wasservogel-ansammlungen. Am produktivsten waren die Salzgewinnungsanlagen (Im Hauptgebäude nach Erlaubnis fragen!) und die Beobachtungspunkte an den Riviera Schlickflächen. Der Schlüssel für die bekannte Beobachtungshütte war wegen geschlossenem Lokal nicht verfügbar. Wichtig (wie auch im West Coast NP) ist, die Tide richtig zu erwischen. Tiden stehen angeblich in der Zeitung von Kapstadt.

Farmland zwischen Paternoster und St Helena Bay: Trocken braunes Land. Leben konzentriert sich an Tränken: Redcapped Lark, Sicklewinged Chat, Anteating Chat und Spotted Eagle Owl.

Kaptölpelkolonie in Lambert`s Bay: Nicht nur für alle Seevogelfans unverzichtbar. Man kommt direkt an die Kolonie heran und schaut in die jährlich 14000 Paare! Seelöwen lümmeln sich auf den Felsen. Alle Meereskormoranarten, die auch auf den Fischerbooten nisten. Einige Pinguine.

Kransvlei Poort: Sehr schöne Schlucht mit einem schilfbestandenen Bach, an dem einige Bäume wachsen. Das nahegelegene Clanwilliam hat gute Campingmöglichkeiten, so dass man z.B. am Abend zwei Stunden in der Schlucht verbringen kann. Der viel gesuchte Protea Canary ist hier wirklich häufig. Andere interessante Arten waren Gymnogene (Greifvogel), Ground Woodpecker (ein Specht, der nichts mit Bäumen zu tun hat), African Sedge Warbler und andere.

Namaqualand

(60 Arten beobachtet)

Da das Namaqualand Winterregengebiet ist und in die Namibwüste übergeht, ergibt sich im Spätsommer ein staubtrockenes Bild. Daher sind wir auch nur durchgereist. Dennoch mag es durchaus lohnenswert sein hier länger zu verweilen.

Knersvlakte: Ebene im südlichen Namaqualand. Unendliche Weite, lebende Steine. Für die ariden Gebiete typische Arten: Greater Kestrel, Black Crow und Namaqua Sandgrouse (Namaqua Flughuhn).

Geogap Nature Reserve bei Springbok: Landschaftlich wunderschön. Das Reservat schliesst jedoch bereits um 18 Uhr. Mitten in der besten Beobachtungszeit! Interessante Arten waren Karoo Eremomela (am nahegelegenen Flughafen), Dusky Sunbird und Blackheaded Canary.

Bushmanland 

(108 Arten beobachtet)

In dem riesigen Bushmanlandgebiet haben wir in der Gegend um Pofadder im Norden und um Brandvlei im Osten beobachtet. Hier ist weltweit die grösste Vielfalt an Lerchen zu finden (14 Arten) mit einer für das Bushmanland endemischen Art: der Red Lark. Diese Halbwüste ist sehr dünn besiedelt und zeichnet sich durch scheinbar unendliche Weiten aus.

Koa Dunes: Dünengebiet westlich von Pofadder. Greybacked Finchlark, Scalyfeathered Finch und Anteating Chat sind häufig. Am bekanntesten sind die Koa Dunes für das Vorkommen der roten Dünenform der Red Lark. Sie scheint hier relativ häufig zu sein, auch wenn sie sich nicht direkt aufdrängt. Hartnäckig bleiben! Wir haben einige an den Dünenkämmen und –flanken gesehen, dort wo die Vegetation etwas lockerer ist.

Pofadder: Im Gebiet um Pofadder war die Strasse nach Norden (R358) sehr interessant. Hier gibt es steppenartige, felsige und locker mit Dornsträuchern bewachsene Bereiche (Dornveld). Am Ende führt die Strasse an den Orange River, wo die einzige regelmässig vorkommende Papageienart des nördlichen Kaps zu sehen war: der Rosyfaced Lovebird. Auch wenn sie nicht brüten, treiben sich wohl immer einzelne am Orange River herum. Ebenso konnten wir African Palm Swift, Giant Kingfisher, Pygmy Falcon, Karoo-Longbilled Lark (die ehemaligen 5 Unterarten der Longbilled Lark sind jetzt 5 eigenständige Arten) und Sabota Lark beobachten.

Brandvlei: Das verschlafene Örtchen Brandvlei hatte bis zu unserem Besuch sehr wenig Regen erhalten. Deshalb hat sich alles Leben an den Wasserlöchern konzentriert. Im offenen Gelände konnten aber dennoch u.a. Karoo Korhaan (Trappe), Rufouseared Warbler, African Cliff Swallow und Doublebanded Courser beobachtet werden. In Brandvlei selbst gibt es keinen Campingplatz aber ein relativ günstiges Hotel. Südlich von Brandvlei, an der R27 an der Kreuzung Richtung Williston/ Sakrivier, gibt es ein grösseres Wasserloch, an dem wir u.a. die endemische Sclater`s Lark sehen konnten. Die Art war aufgrund der Trockenheit nicht in ihrem Bruthabitat aufzufinden. Generell war es oft lohnend ein wenig an den Wasserlöchern abzuwarten, um zu schauen, was einfliegt.

Kalahari 

(104 Arten beobachtet)

Am Anfang der Reiseplanung haben wir uns gefragt, ob es sich überhaupt lohnt in die Kalahari zu fahren, denn von der Wegstrecke her ist es so, als würde man um Vögel anzuschauen nach Bayern kommen und dann noch schnell einen Abstecher ins südlichste Frankreich machen. Aber obwohl es nicht das artenreichste Gebiet war, so hat es sich doch auf jeden Fall gelohnt. Allein das viele Grosswild wie Gnus, Oryx, Springböcke, Löwen, Geparden, Schakale und vieles mehr waren den Abstecher wert. Zudem fällt der meiste Regen hier im Spätsommer. D.h. mit etwas Glück kann man blühende Wüstenlandschaft mit deutlich mehr Vögeln als in der Trockenzeit sehen. Wir konnten hier über 20 Greifvogelarten beobachten, was auch daran liegt, dass einige ziehende Arten im Südsommer aus Asien und Europa hinzukommen. Als Ausnahme innerhalb des westlichen Südafrika ist der Spätsommer also die beste Reisezeit für die Kalahari.

Kalahari Gemsbok Nationalpark: Dieses Gebiet ist das wildtierreichste Gebiet, das wir besucht haben. Der Park ist über Schotterstrassen erschlossen, die alle mit einem zweirad angetriebenen Fahrzeug befahren werden können. Vorsicht beim Parken unter Kameldornbäumen (wir mussten zwei Reifen wechseln)! Tankstellen und Reparaturservice sind in den drei Camps vorhanden. Etwas von Nachteil bei der Vogelbeobachtung ist, dass man nicht aus dem Wagen aussteigen darf. Die Regel ist aber dennoch verständlich. Die Tiere zeigen wenig scheu vor den Fahrzeugen und lassen sich scheinbar kaum stören, wenn man nah vorüberfährt. Dieses Verhalten ändert sich jedoch sobald man aussteigt. Das beste Gebiet u.a. zur Greifvogelbeobachtung soll nördlich vom Nossob Camp sein. Als wir das Gebiet besucht haben, hatte es dort nicht geregnet. Entsprechend arm war das Vogelleben. Südlich vom Nossob Camp hingegen war aufgrund geringer Regenfälle viel mehr los. Man muss sich also vorher informieren, wo es geregnet hat, um die besten Gebiete ausfindig zu machen. Vor allem die Greifvögel haben uns begeistert. Wir konnten Black-shouldered Kite (Gleitaar), Black- (Schwarz-) und Yelowbilled Kite (Schmarotzermilan), Lappetfaced (Ohren-), Whiteheaded (Wollkopf-) und African Whitebacked Vulture (Weißrückengeier), Blackbreasted Snake Eagle (Schlangenadler), Bateleur (Gaukler), Pale Chanting Goshawk (Grosser Singhabicht), Gabar Goshawk (Gabar Habicht), Steppe Buzzard („Falkenbussard“), Jackal Buzzard (Felsenbussard), Steppe (Steppen-), Tawny (Raub-), Wahlberg`s (Wahlberg-), Booted (Zwerg-) und Martial Eagle (Kampfadler), Secretarybird (Sekretär), Pygmy Falcon (Halsband- Zwergfalke), Lanner, Greater (Steppen-), Common (Turm-) und Lesser Kestrel (Rötelfalke) sowie Barn (Schleier-) und Whitefaced Owl (Büscheleule) beobachten. Für Eulen in den Camps nach den aktuellen Schlafplätzen fragen.

Die Ausstattung der Camps ist sehr gut. Twee Rivieren hat sogar einen Pool.

Ausserhalb des Nationalparks, ist die Savannenlandschaft südlich des Haupteingangs bei Twee Rivieren zur Vogelbeobachtung zu empfehlen.

Garden Route mit Hinterland 

153 Arten

Die unter Touristen bekannte Garden Route zwischen Mossel Bay und Tsitsikamma zeichnet sich durch eine malerische Landschaft aus Subtropischen Wäldern, Weiden, Lagunen und Küste aus. Dieser Küstenabschnitt ist sehr verschieden von dem übrigen westlichen Südafrika und beherbergt daher auch viele „neue“ Arten, die oft in ihrer Verbreitung aus dem subtropischen Osten in das Gebiet hineinragen.

Generell ist die beste Beobachtungszeit morgens vom Morgengrauen bis in den frühen Mittag. Im Gegensatz zu den offenen Lebensräumen, kommt gegen Abend nicht mehr so recht Aktivität auf.

Swartberg Pass: Wir sind von Norden über den Swartberg Pass an die Garden Route herangefahren. Wieder einmal überzeugt die Landschaft durch extreme Verwerfungen, die steile Schlucht und weite Aussichten. Interessante Arten waren der endemische Cape Rockjumper, Groundwoodpecker, Sentinel Rock Thrush (endemischer Rötel), Protea Canary und Lesser Honeyguide.

Nature`s Valley: Nature`s Valley besteht aus einer waldgesäumten Lagune am Meer. Die Lagune wird von einem Fluss gespeist. Der Ort ist längst nicht so überlaufen wie z.B. Knysna. Die besten Beobachtungsplätze sind der Campingplatz (Am besten den ganzen Tag frühstücken!), die nahegelegene Brücke über den Fluss und der östlich anschliessende Wald. Dieser ist hier sehr strukturreich, da mehrere grosse und alte Bäume im Bestand stehen. Hier konnten wir u.a. Knysna Lourie, Narina Trogon, Chorister Robin und Blackbellied Starlings beobachten. Nachts rufen Wood Owl und Fierynecked Nightjar. Der 4 km lange Wanderweg um die Lagune ist v.a. landschaftlich interessant. Dies trifft auch auf Kanufahrten zu (am Campingplatz zu mieten). Der Campingplatz hat keinen Strom, also auch kein Licht in den sanitären Anlagen.

Wilderness National Park: Dieser landschaftlich ebenfalls schöne Teil der Garden Route bietet durch einige Lagunen zusätzlich für einige Wasservögel Lebensraum. Am Langvlei und Rondevlei konnten zahlreiche Limikolen beobachtet werden. Daneben gab es Black Crake, Yellowbilled Egret, African Fish Eagle und Hottentot Teal zu sehen.

Ebenfalls sehr empfehlenswert ist ein Spaziergang am Big Tree im Woodville Forest. Sehr schöner Wald umgibt hier einen alten Outeniqua Yellowwood Baum. Am Baum selbst und in dem umgebenden Wald konnten wir u.a. Swee Waxbill, Narina Trogon und Scalythroated Honeyguide sehen.

Overberg- Region und Südküste 

(131 Arten beobachtet):

Diese Region ist durch recht verschiedene Lebensräume gekennzeichnet. Der grösste Teil der Fläche wird allerdings mit Weizen bebaut. Doch neben der Kulturlandschaft (die übrigens auch sehr vogelreich ist) gibt es noch Reste der ursprünglichen Fynbosvegetation. Die wenigen Waldgebiete sind nicht so artenreich wie weiter östlich.

Bontebok National Park: Der Bontebok Nationalpark ist vergleichsweise klein und repräsentiert den kümmerlichen Rest einer einst weit ausgedehnten Fynboslandschaft. Im Park gibt es u.a. Kap-Bergzebras und Buntböcke zu sehen. Die Letzteren laufen sogar auf dem Campingplatz herum! Zur Vogelbeobachtung sind die beiden kurzen Rundwege, die am Campingplatz starten zu empfehlen. Hier konnten wir u.a. Little Sparrowhawk, Fierynecked Nightjar und Hamerkop beobachten.

Farmland Loops: Zwischen Bontebok Nationalpark und Potberg erstreckt sich eine weite und ausgeräumte Kulturlandschaft. Zur Spätsommerzeit wirkt sie sehr vertrocknet und braun. Erwähnenswert sind die relativ häufigen Arten Blue Crane und die endemische Agulhas Longbilled Lark.

Potberg: Der Abstecher zum Potberg lohnt sich. Innerhalb kürzester Zeit überflogen uns ein Dutzend Kapgeier. Besondere andere Arten gab es leider keine.

De Hoop Nature Reserve: Fynbosvegetation, Dünen und ein grosser Küstensee. Nahe dem Informationszentrum und Campingplatz hat man von einer Felskante herab einen sehr guten Einblick in den tiefer liegenden Küstensee. Hier gab es u.a. zahlreiche Limis, Reiher (u.a. Nacht- und Mittelreiher), Sichler, Enten und über 50 White-winged Terns (Weißflügelseeschwalben) zu sehen. Auf dem Campground konnten wir einen Southern Tschagra beobachten. Die Art hatten wir lange gesucht; beim Frühstück ist dann ein Vogel 3 m entfernt in den Büschen herumgehüpft. Black Harrier flogen über dem Fynbos. Es gab 6 Schwalbenarten und zahlreiches Wild, wie z.B. die beeindruckenden Eland- Antilopen zu sehen.

Damara Seeschwalbenkolonie: Wie es so ist mit sicheren Stellen, wo man sich die Arten nur abholen braucht: Die Kolonie war nicht mehr besetzt. Auf dem Weg dorthin konnten wir allerdings zwei Stanley`s Bustards (Trappen) beobachten.

Cape Agulhas: Da wir keinen Pelagentrip machen konnten, und wir kurz vor Ende der Reise noch keine 300 Arten zusammen hatten, haben wir uns kurzfristig entschlossen am Cape Agulhas Seawatching zu betreiben. Jeder, der das schon mal gemacht hat, weis wie frustrierend das sein kann. Aber wir hatten einen starken Wind aus Südost, der zwar ungünstig hohe Wellen brachte aber auch einen nicht enden wollenden Strom von Sturmtauchern. Nach einderthalb Stunden hatten wir zahlreiche Weißkinnsturmvögel, Dunkle Sturmtaucher, Gelbschnabel- Sturmtaucher und Raubmöwen gesehen.

Der wahrscheinlich beste Beobachtungspunkt ist direkt auf dem Umgrenzungssockel des Leuchtturmes.

Da wir zu den Gebieten nicht endlose Beobachtungslisten stellen wollten, haben wir uns entschlossen, nur eine abschließende Gesamtliste anzuhängen. Wer zur Vorbereitung einer Reise aber dennoch Fragen zu Arten in den Beobachtungsgebieten hat, kann uns gerne kontaktieren.


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