Der Rickelsbüller Koog

  

Christoph Moning

Der seit 1981 eingedeichte und 534 ha große Bereich des Rickelsbüller Koogs erstreckt sich ganz im Nordwesten Schleswig-Holsteins zwischen dem Hindenburgdamm und der deutsch-dänischen Grenze. Er ist deutschlandweit der bedeutendste Rastplatz für die Kurzschnabelgans. Auch Ringel- und Weißwangengänse treten in großen Mengen auf. Der Rickelsbüller Koog ist Feuchtgebiet internationaler Bedeutung und eines der bedeutendsten Brutgebiete an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste.

 

Voraussetzungen:

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: nicht direkt (2-3 km bis zum Bahnhof Klanxbüll)

Ausrüstung: Spektiv und Fernglas; warme Bekleidung

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: leicht; die Deiche und Wege dürfen nicht verlassen werden!


Interessante Arten:

Kurzschnabelgans: zwischen September und November sind nur wenige Tiere anwesend. Erst im Januar wird ein erstes Maximum von über 1000 Tieren erreicht. Im Februar und Anfang März sind dann wieder nur rund 500 Tiere anzutreffen bis dann Ende März und im April das absolute Maximum von über 2000 Tieren erreicht wird (Bezzel 1985). Die Gänse übernachten im Koog mit Tausenden von Weißwangen- und anderen Gänsen. Schon früh am Tag brechen dann fast alle Tiere in die umliegenden Grünländer auf. Dort kann man sie dann am leichtesten vom Auto aus  beobachten, denn die Fluchtdistanz vor einem Auto ist wesentlich geringer als vor einem Fußgänger. Auf frühe Anzeichen von Stress ist unbedingt zu achten (vermehrtes sichern, langsames davonlaufen usw.), um ein mögliches Auffliegen zu vermeiden. Die Weißwangen- (Maximum: Oktober/ November) und Ringelgänse (Maximum: März-Mai) können auch tagsüber zahlreich im Koog beobachtet werden. Weitere zahlreich auftretende Entenvögel sind Brandgans, Pfeifente, Löffelente und Krickente (Maximum jeweils Oktober/ November), Spießente (Maximum: August/ September), Eiderente (Maximum: März-Mai) und Schellente (Maximum: Dezember-Februar). Für Limikolen lohnende Zeiten sind März bis Anfang Mai und Juli bis Anfang Oktober, wobei die Maxima beim Wegzug liegen. Häufig auftretende Arten sind Austernfischer, Kiebitz, Sand-, Kiebitz- und Goldregenpfeifer, Bekassine, Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Pfuhlschnepfe, Dunkler Wasserläufer, Grün- und Rotschenkel, Knutt, Alpenstrandläufer und Säbelschnäbler.

Im Sommer brüten im Koog und im Vorland u.a. Brandgans (35 BP), Eiderente (20 BP), Mittelsäger (2 BP), Austernfischer (289 BP), Säbelschnäbler (201 BP), Sandregenpfeifer (21 BP), Seeregenpfeifer (25 BP), Kiebitz (358 BP), Kampfläufer (17 W), Uferschnepfe (62 BP), Rotschenkel (171 BP) sowie Fluss- und Küstenseeschwalbe (jeweils rund 50 Paare) (Brutvogelzahlen aus Hälterlein & Südbeck (1998): Brutvogelbestände an der deutschen Nordseeküste im Jahre 1996 - SEEVÖGEL; Band 19, Heft 3)

Im Winter kann man im Vorland Ohrenlerchen, Schneeammern und Berghänflinge beobachten.


Lebensräume: Außendeichs Wattflächen und Salzwiesen/Quellerfluren. Innendeichs Grünland, Wasserflächen und Gräben.


Anfahrt:

Mit der Bahn und dem Fahrrad: Der nächste Bahnhof ist Klanxbüll (2-3 km Entfernung bis zum Koog). Weitere Infos unter http://www.bahn.de/ .

Mit dem Auto: Der Rickelsbüller Koog liegt nördlich des Hindenburg-Dammes, der nach Sylt führt. Mit dem Auto fährt man die B 5 bis Niebüll und von dort nach Nordwesten bis Klanxbüll und dann an die Nordostecke des Kooges hinter Rodenäs. Dort führt eine Strasse durch den Koog. Die Grünländer sind über Feldwege erschlossen.

 

Beobachtungsmöglichkeiten:

verändert nach: Landesvermessungsamt Schleswig-Holstein, 2001

Die besten Beobachtungsmöglichkeiten hat man, wenn man mit dem Auto den Grenzweg (rot eingezeichnet) zwischen Deutschland und Dänemark durch den Koog fährt (1). Auf den Wiesen beiderseits der Straße sind im Winterhalbjahr oft große Scharen von Gänsen zu beobachten. Am Deich angelangt (2), stellt man sein Auto ab und läuft über den Deich an das Watt. Dort können oft zahlreiche Limikolen und im Winter am Spülsaum auch Ohrenlerchen und Schneeammern sowie Berghänflinge in den Quellerfluren beobachtet werden. Viele der Gänse im Herbst, Winter und Frühjahr übernachten zwar im Koog, fliegen dann aber auf die umliegenden Grünländer. Auf diese hat man beispielsweise entlang des Grenzweges gute Ausblicke (3). Das Auto bietet hierbei eine hervorragende Beobachtungskanzel.


 

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