Das Krumltal bei Rauris

  

Christoph Moning

Dieses Tal am Ostrand der Hohen Tauern in Österreich ist bekannt für die von Deutschland aus nächste und einigermaßen verlässliche Beobachtungsstelle des Bartgeiers. Im Sommer sind spannende Alpenarten wie Mauerläufer, Steinadler oder Gänsegeier garantiert 

 

Voraussetzungen:

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Nein

Ausrüstung: Spektiv und Fernglas

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: leichte Wanderungen


Interessante Arten:

Das Krumltal ist ein wichtiges Zentrum des Bartgeierauswilderungsprojektes innerhalb der Alpen. Die Auswilderung wurde in diesem Tal seit wenigen Jahren eingestellt. Bisweilen brütet ein Paar im oberen Bereich des Tals und hier hat man auch eine Chance einen der majestätischen Vögel zu Gesicht zu bekommen. Gänsegeier tauchen im Sommer und zum Spätsommer hin in zunehmender Zahl im Tal auf. Ab Juli wird man leicht über 10 Vögel an einem sonnigen Tag im Tal fliegen sehen. Es handelt sich um Vögel, die aus der Balkanregion einfliegen. Steinadler wird man ebenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit sehen. Weitere regelmäßige Greifvogelarten sind Sperber, Habicht, Turm- und Wanderfalke. Zu Beginn des Aufstiegs hat man eine gewisse Chance auf Haselhühner. Der Uhu ist nur mit Glück im Gebiet zu finden. Im unteren Teil der Wanderung ist gelegentlich der Grauspecht zu hören. Felsenschwalben patrouillieren im Sommer entlang der Felswände, v.a. an den südexponierten Felswänden, die man gegenüber des Krumlbachs vom Weg aus gut einsehen kann. Diese Felswände ziehen sich entlang des gesamten Tals bis in den Talkessel, in dem die Bräuhütte (1606 m üNN) liegt. An diesen Wänden ist der Mauerläufer regelmäßig zu beobachten. Die Art brütet auch hier. Bergpieper, Ringdrossel und die Wasseramsel entlang der Wasserläufe zählen zu den häufig gesichteten Singvogelarten. Zitronengirlitze sind ebenfalls meist in geringer Zahl anwesend. Mit etwas Glück wird man bei der Greifvogelbeobachtung auch Schneesperlinge in den felsigen Kammlagen um die Bräuhütte beobachten können (Spektiv!).


Lebensräume: 

Bergmischwald, Lärchenwald mit Übergängen in die ausgedehnten alpinen Matten, Wasserläufe und Felswände. Insgesamt eine großartige Landschaft.


Anfahrt:

Mit dem Auto: Von Deutschland aus ab Bad Reichenhall (B. Rh. - Rauris: 86 km) über Lofer, Saalfelden, Zell am See und schließlich Rauris. Von Rauris aus nach Süden durch Bucheben bis zum Parkplatz Lechnerhäusl: 1 (siehe Karte unten).

 

Beobachtungsmöglichkeiten:

Der Weg beginnt am Parkplatz Lechnerhäusl (1192 m üNN) / Hopfgartalm (1). Zunächst geht es durch Bergmischwald, in dem man in den ersten Kehren auf Haselhühner achten sollte (am frühen Morgen). Nach einiger Zeit kommen rechterhand erste, noch mit Bäumen durchsetzte Felswände in Sicht (2). Hier kann man mit sehr viel Glück den Uhu sehen. Je lichter der Wald wird, umso mehr tauchen alpine Arten wie die Ringdrossel oder an den Felswänden rechterhand, die Felsenschwalbe auf. Diese Felswände sollte man fortlaufend auf Mauerläufer überprüfen (3). Sobald man aus dem Wald tritt, kann man auch schon nach Greifvögeln Ausschau halten. Die eigentliche Greifvogelbeobachtungsstelle ist erst an der Bräuhütte (1606 m üNN), am Ende des Aufstiegs (4). Hier kann man es sich in dem nahegelegenem Blockschuttfeld bequem machen und den Talkessel auf Greifvögel absuchen. Dabei empfiehlt es sich, die Horizontlinie mit dem Fernglas abzufahren. Ein Spektiv ist hier für die optimale Beobachtungsqualität unerlässlich. Greifvögel tauchen meist ab 9:00 Uhr auf und treiben sich meist bis ca. 16:00 Uhr in der Luft herum. Bartgeier können schon recht früh unterwegs sein. In der Umgebung der Hütte sind u.a. Bergpieper, Ringdrossel, Birkenzeisig und Zitronengirlitz zu beobachten.

Verändert nach: Kompass: 39 Großglocknergruppe - Nationalpark Hohe Tauern - 1:50.000; Rum/ Innsbruck

Die nahegelegene Großglocknerstrasse (mautpflichtig) bietet weitere Beobachtungsmöglich- keiten für hochalpine Arten.


 

Bayernkarte                   Hauptseite


_E-Mail: info@birdinggermany.de_