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Orpheusspötter

Der Orpheusspötter trifft bei uns Mitte April ein und besiedelt vorzugsweise junge Gehölzsukzessionstadien in warmer Südlage (gerne mit viel Ginster, Rosen und Brombeeren), Brachen mit bis zu 4 m hohen Büschen, ehemalige  Kahlschläge, brachgefallene Weinberge, ehemalige Kiesgruben und Windwurfflächen in Wäldern. Die Art ist eindeutig sehr wärmeliebend und siedelt sich keinesfalls höher als 300 m NN dauerhaft an (Heyne 2001). Die günstigste Zeit für die Suche nach Revieren ist von Anfang Mai bis Ende Juni.

Der Orpheusspötter ist bei uns in den Bundesländern Saarland, Rheinland-Pfalz,  Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen vertreten:

Saarland

Orpheusspötter brüten sicher seit 1984 im Saaraland. Bereits 1986 brüteten 80 Paare (Roth et al.1990). Aktuell sind nicht nur Traditionsgebiete im klimatisch begünstigten Blies- und Saartal, sondern zunehmend auch das mittlere und nördliche Saarland sowie sämtliche Lücken besiedelt. 2004 war die Art im Saarland gut vertreten. Der aktuelle Bestand beträgt ca. 500 Brutpaare. Damit brüten im Saarland möglicherweise mehr als 80% des bundesweiten Orpheusspötterbestandes. Der Gelbspötter ist im Saarland hingegen fast ausgestorben (0-2 Bruthinweise pro Jahr) und nahezu ausschließlich an Auwald gebunden. 

Quelle: Ornithologischer Beobachterring Saar (OBS)

Rheinland-Pfalz

Der erste Brutnachweis des Orpheusspötters gelang 1986 bei Konz-Kommlingen. Seitdem ist eine stete Zunahme zu verzeichnen. Die regelmäßigen Vorkommen in Rheinland-Pfalz sind auf folgende Teilräume beschränkt:

1. Die Tieflagen im Raum Trier (ca. 100 Brutpaare):  Das Saartal unterhalb Saarburg, das Moseltal von Nittel bis Schweich, der untere Teil des Feller Bachtales, die Wittlicher Senke von Schweich bis zum Bahnhof Ürzig

2.Rheinhessen (ca. 150 Brutpaare):  Der Schwerpunkt liegt um Bingen und südlich davon. Im Osten z.B. bei Schwabenheim.

3.Pfälzer Rheinebene: Vereinzelte Vorkommen.

Quelle: Karl-Heinz Heyne (2001)

Hessen

Der erste hessische Orpheusspötter sang 1992 im zentralen botanischen Garten auf den Marburger Lahnbergen. Die Vorkommen im Raum Marburg und am Rhein z.B. im Bereich um Eltville sind auch heute noch entweder unstet oder zahlenmäßig sehr begrenzt.

Eine der relativ konstant besetzten Stellen ist das Westufer des Frischwassersees am Baggersee Niederweimar. Dort erfolgten im Jahr 2000 drei erfolgreiche Bruten. 2001 sang nur ein Männchen. Der Orpheusspötter ist dort an den angepflanzten Büschen mit einzelnen Bäumen zu suchen (Martin Kraft 2001 schriftl.). Das Kiesabbaugebiet Niederweimar liegt 5 km südlich von Marburg und westlich der Lahn. In das  Gebiet gelangt man über die B 3 - Abfahrt Niederweimar. An der Ortseinfahrt Niederweimar (noch vor den Bahnschienen) führt rechts eine Straße zu den Wasserflächen. Neben dem Badesee (Frischwassersee) gibt es noch zwei Absetzteiche, die zur Zugzeit gut zur Limikolenbeobachtung sind.

Baden-Württemberg

Im Freiburger/Lörracher Raum gibt es ein zahlenmäßig eher begrenztes Vorkommen.

Nordrhein-Westfalen

Die Vorkommen bei Aachen ist eher unstet und in den letzten 4 Jahren nicht mehr bestätigt.

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