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Mittelspecht

Mit 7600 bis 12100 Brutpaaren (Ryslavy 2001) hat der Mittelspecht in Deutschland sein weltweit größtes Vorkommen. Der Mittelspecht ist ein "Urwaldspecht" (180 bis 240 Jahre alte Waldbestände), der relativ stark an grobrindige Bäume (v.a. Eiche) gebunden ist (Jöbges & König 2001). Nachweise des unauffälligen Mittelspechtes werden zu 90 % akustisch erbracht (Hölzinger 2001). Da das typische Quäken nur im März und April regelmäßig geäußert wird, wird die Art oft übersehen. Das ganze Jahr über kann eine keckernde Rufreihe gehört werden, so dass es sich lohnt, auch diesen Ruf zu kennen. Die Rufreihe ist charakteristisch weicher als der Buntspechtruf und die erste Silbe ist immer höher (Quigqueg-queg-queg-queg....) (Hölzinger 2001).

In Franken ist der Mittelspecht u.a. in den Wäldern südlich von Burgbernheim recht häufig (für Details den Link anklicken).

Ein ebenfalls gutes Gebiet sind die Donauauen bei Ulm im Grenzbereich zwischen Bayern und Baden-Württemberg.

In Brandenburg brüten zwischen 1700 und 1900  Paare. Gute brandenburgische Gebiete sind:

·    Vogelschutzgebiet Stechlin, im Norden des Bundeslandes mit 20-40 BP (Landesumweltamt Brandenburg 1998)

·    Uckermärkische Seen ebenfalls im Norden mit 50 bis 80 BP (Bukowsky 1998)

·    Schorfheide-Chorin mit über 100 Paaren (OAG Uckermark 1993-97)

In Hessen ist das Gebiet Kühkopf-Knoblauchsaue auf dem rechten Rheinufer 15 km westlich von Darmstadt lohnend (20 BP).

In Niedersachsen brüten 440-1780 Paare (Heckenroth & Laske, 1997). Ein relativ verlässliches Gebiet ist die Dickung auf dem rechten Weserufer nördlich von Holzminden. Zwar brüten hier nur maximal 4 Paare, aber zwischen März und Mai konnte ich bei annähernd jedem Besuch Mittelspechte dort beobachten. Man erreicht das Gebiet, indem man die B 83 bis Polle Flecken fährt, mit der Fähre auf das rechte Ufer übersetzt, dann rechts fährt und nach einem guten Kilometer die erste Straße wieder links fährt (wenn auf der linken Straßenseite Wald kommt, ist man zu weit). Nach einem weiteren Kilometer kommt auf beiden Seiten Wald. Direkt am Waldrand an der Straße auf der linken Seite geht ein Feldweg ab. An dieser Kreuzung geht ein Forstweg in den Wald hinein. Diesen geht man hinein. Nun ist man in gutem Mittelspechtwald. Man muss nicht weit gehen (z.B. bis zur nächsten Waldwegkreuzung und dann noch einmal 500 m in alle Richtungen).

In der Rheinebene hat der Mittelspecht ein Verbreitungszentrum. Gute Gebiete sind:

·    Der Oberrhein zwischen Karlsruhe und Kehl auf dem rechten Rheinufer bei Plittersdorf (>50 BP)

·    Der Taubergießen (180 BP)

< Für detaillierte Angaben zu Beobachtungsmöglichkeiten bitte den Links folgen! >

viel gesuchte Arten              Oberrheinebene