Der Lampertheimer Altrhein

  

Christoph Moning

 

Dieses Gebiet lohnt sich vor allem im Winterhalbjahr und zur Zugzeit. Im Gebiet brüten ca. 90 Arten. 245 Arten wurden dort schon beobachtet. Der Lampertheimer Altrhein ist ein gutes Beispiel für eine naturnahe Auenlandschaft, wie sie vor den zahlreichen Regulierungsmaßnahmen typisch für das gesamte Rheintal war.

 

Voraussetzungen:

Ausrüstung: Fernglas (und Spektiv)

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: leichte Wanderung

 

Interessante Arten:

Purpurreiher ziehen selten aber regelmäßig zwischen Juli und August am Lampertheimer Altrhein durch. Silberreiher können mit bis zu 10 Exemplaren und teilweise auch im Winter beobachtet werden. Graureiher sind Brutvögel und gelegentlich sehr zahlreich vertreten (maximal 250 Tiere). Nachtreiher sind seltene Gäste meistens im September. Seit Jahren gibt es im Gebiet eine große Kormorankolonie mit über 200 Paaren. Graugänse können sehr zahlreich beobachtet werden (bis 830 Tiere). Brandgänse sind hingegen seltenere Gäste. Weitere Entenvögel sind Schnatter-, Krick-, Pfeif-, Schell-, Löffel-, Knäk-, Spieß- und Tafelente. Gänsesäger sind v.a. im Winterhalbjahr anzutreffen. In den naturnahen Waldbereichen brüten 6 Spechtarten. Darunter Klein-, Mittel- (2-3 BP), Grün-, Grau- und Schwarzspecht (1-2 BP). Schwarzmilane brüten mit über 10 Paaren. 

In den Röhrichten brüten ebenfalls wenige Rohrschwirle, Teichrohrsänger (250-500 BP) und rund ein Dutzend Drosselrohrsänger sowie Wasserrallen und viele Blaukehlchen (10-30 BP). Beutelmeise, Hohltaube, Waldohreule und Waldkauz kommen ebenfalls vor. Nachtigall und Pirol sind häufige Brutvögel. Auf dem Durchzug können Fischadler, Rohrweihe, RotmilanWespenbussard, Baumfalke, Weiß- und Schwarzstorch, Kuckuck und Flussseeschwalbe beobachtet werden. Trauerseeschwalbe und Zwergmöwe werden v.a. im Mai sowie im August/September beobachtet. Auch die Schwarzkopfmöwe zieht selten im August durch. Auf den bei Niedrigwasser frei liegenden Schlickflächen können zur Zugzeit Grün- und Rotschenkel, Dunkler Wasserläufer, Bekassine, Bruchwasserläufer, Alpenstrandläufer, Sichelstrandläufer, Kampfläufer, Knutt (selten), Fluss- und Sandregenpfeifer sowie Pfuhlschnepfe (selten) entdeckt werden. Zu dieser Zeit sollte man auch die Schilfränder nach Tüpfelrallen absuchen.

Zu den selteneren Wintergästen zählen Ohrentaucher, Rohrdommel, Bläss- und Saatgans, Zwergsäger, Moorente, Merlin und Bartmeise. Zu den Seltenheiten, die im Gebiet beobachtet wurden gehören Rallenreiher, Stelzenläufer (jeweils 3 Beobachtung im Gebiet) und Rotfußfalke.


Lebensräume:

Das 525 ha große Naturschutzgebiet ist neben dem Kühkopf das bedeutendste Feuchtgebiet Hessens. Es besteht aus größeren Röhrichtbereichen, Auwaldresten und mehreren freien Wasserflächen (zusammen 40 ha), die bei Niedrigwasser ausgedehnte Schlammflächen freigeben.


Anfahrt:

Das im Westen von Lampertheim gelegene Gebiet erreicht man über die  B 44, auf der man in Lampertheim in die  Biedensandstraße einbiegt, die zum Parkplatz an der Brücke des Lampertheimer Altrheins führt (P1). An der Brücke befindet sich ein Schild mit einer Übersicht über das Naturschutzgebiet.

 

Beobachtungsmöglichkeiten:

Der Lampertheimer Altrhein kann bequem durchwandert werden (rot eingezeichnete Wege). Gute Beobachtungsmöglichkeiten gibt es auf den Plattformen am Welschen Loch und am Rallengraben (Schwarze Punkte).


  

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