Äthiopien

14. November bis 18. Dezember 1999


 

Ein Reisebericht von
Michael Mills (1), Claire Spottiswoode (1), Duan Biggs (2),Gus Mills (3) und Peter Osborn (4)

(1) Percy FitzPatrick Institute of African Ornithology, University of Cape Town, Rondebosch, 7701, South Africa
(2) P.O.Box 106, Skukuza, 1350, South Africa
(3) Private Bag X402, Skukuza, 1350, South Africa
(4) Burns Farm, Fordyce, Banffshire, AB45 2DL, United Kingdom

Übersetzung: Christoph Moning

Anmerkung: Für Vögel der Westpaläarktis wurden die vielen Lesern geläufigeren deutschen Namen benutzt; ansonsten die Englischen

Inhalt

1. Einleitung
Reisevorbereitung - generelle Informationen - Wasserversorgung - Essen - Gesundheit - Geld - Unterkunft - Klima - Leute - Zeit - Reisen im Land - Automiete - Reiselogistik - Flüge - Öffentliche Busse - Taxis - Sicherheit - Vögel - Endemische Arten - Nützliche Literatur - Danksagung 

2. Reisebeschreibung
3.
Annotated Bird List
4.
Annotated Mammal List

Einleitung 

Reisevorbereitung
Die Zusammensetzung unserer Gruppe änderte sich vor der Reise erheblich, so dass die letzten Vorbereitungen erst im Oktober abgeschlossen werden konnten. Unsere Gruppe bestand aus vier Südafrikanern: Michael Mills, Gus Mills, Claire Spottiswoode und Duan Biggs und einem Briten: Peter Osborn. Michael begann im März 1999 mit der Planung der Reise. Gus war eingeladen bei einem Workshop zu helfen: "Ethiopian Wolf Conservation Strategy Workshop - Charting a future for Ethiopia's Afroalpine flagship. Bale Mountains National Park, Ethiopia, from 18-21 November 1999" was durch seinen Freund Dr. Claudio Sillero (im Folgenden Claudio) organisiert worden war.  Dies war die perfekte Gelegenheit eines der afrikanischen Länder zu besuchen, in dem wir immer schon einmal beobachten wollten. Besonders Claudio half bei der Reisevorbereitung, insbesondere was die Automiete betraf.

Generelle Informationen
Generelle Reiseinformationen und allgemeine Einleitungen sind gut durch folgende Bücher abgedeckt: der Bradt Guide von Phillip Briggs (1997 Edition) und der Spectrum Guide (1995 Edition).

Wasserversorgung
Eines unserer größten Probleme war es genug Trinkwasser zu bekommen, besonders in Gambela. Trinkwasser ist in Äthiopien schwer zu finden. Daher ist es ratsam sich noch in Addis Ababa zu versorgen, wo es zwar verfügbar aber sehr teuer ist (mindestens 1 USD pro 1.5l Flasche). Zusätzlich ist es eine gute Idee, Wasserreinigungstabletten mitzuführen. Wir hatten keine dabei und haben es später bitter bereut. Chlortabletten sind relativ effektiv, aber der Geschmack ist sehr gewöhnungsbedürftig, und kann den Spaß an der Reise deutlich mindern. Allgemein verfügbare Getränke sind Bier, Sprudelwasser (Ambo), Pepsi, Mirinda und 7up. Eine großartige Abwechslung bieten frisch gepresste Fruchtsäfte, die an einigen Bars verfügbar sind. Das Gleiche gilt für starken, schwarzen Kaffee und würzigen Tee.

Essen
Die äthiopische Grundnahrungsmittel, Injera (ein saurer, dicker Pfandkuchen, der aus dem endemischen Tef-Getreide hergestellt wird) und Wat (ein würziger Eintopf, der oft Fleisch - meistens Ziege - enthält) scheint überall verfügbar zu sein, ist billig und füllend, wenn auch nicht nach jedermanns Geschmack. Die meisten der billigen, kleinen Privatunterkünfte bieten auch Pasta und andere westliche Speisen an.  In den größeren Städten gibt es auch so etwas wie Bäckereien, die sehr gute Doughnuts, Kuchen und verschiedenes Brot anbieten. Sehr empfehlenswert sind staatliche Hotels und größere Privatpensionen. Hier werden westliche Mahlzeiten wie Steak mit Pommes für ein bis zwei US$ angeboten. Das äthiopische Hotel Gambela war in dieser Hinsicht besonders erwähnenswert.

Gesundheit
Malaria gibt es in den feuchteren, tiefer liegenden Gebieten von Äthiopien. Wir alle haben Lariam als Prophylaxe genommen. Die hygienebedingten Krankheiten wie Hepatitis A und B und Typhus sind weit verbreitet. Entsprechende Impfungen und Verhalten reduzieren das Risiko von diesen Krankheiten angesteckt zu werden erheblich. Ein Gelbfieberimpfnachweis ist verpflichtend und muss dem Visa-Antrag beigelegt werden. Obwohl wir uns beim Essen sehr vorsichtig verhalten haben, konnten einige lästige Verdauungserkrankungen nicht verhindert werden. Einer von uns hat sich mit Hepatitis A infiziert. Im Nachhinein war es sehr leichtsinnig, ohne eine Hepatitis-A Impfung nach Äthiopien zu fahren. 

Geld
Die äthiopische Währung, der Birr wurde 8.1 Birr für 1 US$ (Stand Nov/Dez 1999) getauscht. Am Sichersten ist es, US$ Traveler Cheques und etwas Bargeld mitzunehmen. Geld kann an jeder Zweigstelle der Commercial Bank of Ethiopia und an einigen staatlichen Hotels getauscht werden. Der Geldtausch war immer ein längerer Prozess, jedoch konnten wir nie Unannehmlichkeiten feststellen. Nach unserer Erfahrung geht es bei der Ankunft auf dem internationalen Flughafen am schnellsten. Die Abreisesteuer beträgt US$10 und muss bar am Flughafen gezahlt werden.

Unterkunft
Wir haben während unserer Reise einfache Unterkünfte benutzt. Billige Hotels sind zwischen   US$2 und US$3 pro Nacht zu haben. Auch wenn das erste Hotel, das wir uns angeschaut haben oft unbewohnbar aussah, so fanden wir doch meist etwas besseres nachdem wir uns etwas umgeschaut hatten. Wir sind in dieser Hinsicht unserem Fahrer Abebe besonders für seinen Rat dankbar. Die hygienischen Bedingungen in diesen Hotels, besonders aber in abgelegenen Gegenden, waren oft erschreckend. Draußen im Bush zu campen war da schon wesentlich angenehmer. Der Bradt Guide enthält Informationen zu Unterkünften aller Klassen. Generell ändern sich die Preise der gehobenen Unterkünfte kaum. Dies gilt jedoch nicht für kleinere und billigere Unterkünfte, so dass die Preisinformationen zu diesen Unterkünften schnell nicht mehr aktuell sind. Der Fahrer des angemieteten Fahrzeuges sollte gute Kenntnisse über Unterkünfte, die den eigenen Wünschen entsprechen, haben. Das Debre Damo Hotel (Asmara Road) in Addis Ababa wurde wegen des guten Essens und des guten Services als gut befunden. Die einzige saubere Unterkunftsmöglichkeit in Gambela scheint das ziemlich teure Ethiopia Hotel zu sein. Der Manager hat uns freundlicherweise erlaubt auf dem Hotelgrundstück zu campen. 

Klima
Regenfälle finden vor allem zwischen Juni und Oktober statt, was die Fortbewegung auf den Straßen zu dieser Jahreszeit erheblich erschwert. Für Vogelbeobachtungen ist die Zeit zwischen September and Dezember die Beste. Wir hatten kaum regnerisches Wetter außer einige kurze Schauer bei Debre Libanos und Gambela. Das Hochland hat angenehme Temperaturen, obwohl es nachts empfindlich kalt werden kann. Frost ist in den sehr hoch gelegenen Gebirgen wie Simien oder Bale keine Seltenheit. Wenn man vor hat, in den Bale Bergen zu campen, sollte man im Winter warme Kleidung mitbringen. Der Grabenbruch und die Tiefländer sind auch im Winter sehr warm. Die westlichen Tiefländer um Gambela sind tropisch und unangenehm feucht und heiß (auch während der Trockenzeit). Nachts fallen die Temperaturen nur wenig, was zum Schlafen sehr unangenehm ist. Es ist ratsam ein Moskitonetz mitzunehmen, wenn man plant nach Gambela zu fahren. Ebenso sollte man darauf vorbereitet sein, sein Zelt im Hotelzimmer aufzuschlagen. 

Leute
Im Großen und Ganzen waren die Leute sehr freundlich und hilfsbereit, obwohl sogenanntes  'faranji hysteria' - exzessive Aufmerksamkeit zu Fremden - wenn auch gut gemeint, die Vogelbeobachtung sehr behindert hat. Dies traf insbesondere auf Debre Libanos, Nechisar und auf eine Stelle an einem See nahe Dire Dawa zu. Natürlich ziehen die touristischen Sehenswürdigkeiten hartnäckige Bettler an.

Zeit
Eine der ersten Besonderheiten an Äthiopien, die wir entdeckten war das andersartige aber praktische Zeitsystem. In Äthiopien gibt es eine zwölf-Stunden-Uhr. Sie beginnt bei Sonnenaufgang (6:00 Uhr Morgens) und beendet ihren ersten Kreis bei Sonnenuntergang (18:00 Uhr). Wenn man etwas mit der lokalen Bevölkerung ausmacht sollte man immer sicher sein auf welche Zeit sich ein Termin bezieht (immer 6 Stunden Differenz).

Reisen im Land

Automiete
Wir hatten sehr viel Glück mit der Automiete, da Claudio uns freundlicherweise einen sehr günstigen Tarif für die ersten 23 Tage organisiert hat. Wir mieteten einen Toyota Landcruiser mit Fahrer von Rocky Valley Safaris in Addis Ababa. Unser Fahrer Abebe Sbesbe, hat sehr gute Arbeit geleistet, da er nicht nur exzellent gefahren ist, sondern sich auch als ein hervorragender Mechaniker erwies. Obwohl das Auto relativ alt und die Straßen sehr rau waren, schaffte er es das Auto während der ganzen Reise reibungslos am laufen zu halten. Nach 23 Reisetagen können wir Rocky Valley Safaris und besonders Abebe nur wärmstens empfehlen. 

Reiselogistik
Die Straßen sind in Äthiopien generell schlecht und es ist für jede ornithologische Reisegruppe notwendig einen Allrad zu mieten, wenn Gebiete außerhalb der Hauptstrassen besucht werden sollen. Zwischen  Addis und Debre Zeyit wurde die Straße gerade ausgebaut (geplant bis  Awasa und Djibouti) ebenso zwischen Addis und Jimma und Addis und Woldiya. Generell sind 400 km das mögliche Tagesmaximum. Es ist zwingend notwendig extra Benzin mitzunehmen, da die die Benzinversorgung sehr lückig und nicht verlässlich ist. Uns wurde aber auch mitgeteilt dass sich die Benzinversorgung in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. Diese Entwicklung hält bis jetzt an. Straßenschilder sind fast nicht existent und gerade deshalb ist es wichtig, einen guten Fahrer zu haben. Unsere Karten (eine Michelin Karte von Nordostafrika, und eine offizielle Karte der Regierung) waren relativ aktuell aber aufgrund des großen Maßstabs sehr ungenau. 

Flüge
Die sehr moderne und gut organisierte Flotte der Ethiopian Airlines deckt ein weitreichendes Netz internationaler Flüge ab. Wir haben einen Flug von Addis nach Gambela für US$100 pro Person genommen (zahlbar nur in US$; Travelers' Cheques werden akzeptiert).  

Öffentliche Busse
Gute Informationen über das öffentliche Bussystem gibt der Bradt Guide. Öffentliche Busse sind eine sehr billige Möglichkeit zu reisen (ungefähr US$10 für die 700km (3 Tage) von Gambela nach Addis). Wir haben diese Möglichkeit nur für den Transport von Gambela nach Addis benutzt. Die Busse fahren wegen der schlechten Straßenverhältnisse sehr langsam. Sie sind voll aber nicht überladen und der, den wir genommen haben, wurde sicher gefahren. Wir haben das Busfahren als eine gute Möglichkeit empfunden, die Atmosphäre des Landes und die Kultur der Leute auf sich wirken zu lassen. 

Taxis
Taxis wurden in Jima und Addis Ababa benutzt. Die Minibustaxis, die feste Routen abfahren, sind viel billiger als die normalen Taxis. Das Hotelpersonal in Addis Ababa war sehr hilfreich bezüglich der Beratung zu den verschiedenen Taxirouten.

Sicherheit
Während unseres Besuches machten Grenzstreitigkeiten mit Eritrea den extremen Norden des Landes einschließlich des historischen Gebietes um Axum unerreichbar für uns. Obwohl dieses Gebiet nicht zur ornithologischen Standardrundtour gehört, ist es von besonderem historischen Interesse. Somalische Banditen haben zur Zeit unseres Besuches die Straße von Bale nach Negele (im Südosten) unpassierbar gemacht, und ein Abstecher nach Bogol Manyo (an der Grenze zu Kenia) war ebenfalls aufgrund von Rebellenaktivitäten wegen der Oromo Liberation Front unmöglich. Es wurde uns ab Melka Ghubda verboten, von Yavello nach Negelle zu fahren, wo wir die beiden sehr lokal verbreiteten Endemiten Sidamo und Degodi Lark suchen wollten. Die Gebiete, in denen mit Banditen und Rebellenaktivität zu rechnen ist, verändern sich schnell. Daher ist es ratsam, vor Ort Empfehlungen zu einzelnen Gebieten einzuholen. Auch wenn Sicherheit in den entlegenen Gebieten meistens kein Problem ist, sollte man immer und im Speziellen im Osten des Landes nahe der Grenze zu Somalia mit zwei Wagen unterwegs sein. Weiterhin ist es empfehlenswert, genug Wasser und Benzin mitzuführen. Die Unruhen schienen während unseres Besuches gut unter Kontrolle zu sein. Abebe hatte uns vorausschauend zu einigen lokalen Behörden in Yabello mitgenommen, um eine Erlaubnis für das Gebiet, in dem die OLF aktiv ist, zu erhalten. In dem Gebiet selbst gab es diverse Straßenblockaden durch das Militär, an denen wir über die Situation informiert und gewarnt wurden. Männer mit automatischen Waffen gehört zum Straßenbild äthiopischer Städte. Jedoch können wir von diesen Personen nichts anderes berichten, als dass sie freundlich waren.

Vögel
Rund 840 Vogelarten wurden in Äthiopien registriert. Von diesen sind 30 Arten endemisch für Äthiopien und Eritrea. Die meisten der endemischen Arten sind einfach zu sehen (sie sind nach ihrem Lebensraum unten aufgelistet). Sie sind im zentralen und südlichen Teil des Landes konzentriert. Äthiopien beherbergt auch zahlreiche Arten mit beschränkter Verbreitung. Zu ihnen zählen Erckel's, Moorland und Chestnut-naped Francolins, Sombre Rock-chat, Black-billed Woodhoopoe, White-winged Dove, Jubaland Weaver, Somali Short-billed Crombec, Gillett's Lark, White-rumped Babbler und Red-breasted Wheatear.

Endemische Arten nach Lebensraum
Hoch gelegene Grasländer: Wattled Ibis, Blue-winged Goose, Rouget's Rail, White-collared Pigeon, Spot-breasted Lapwing, Abyssinian Longclaw, Black-headed Siskin
Felsige Bereiche und Klippen, vor allem im Hochland: White-winged Cliff Chat, White-billed Starling, Ruppell's Black Chat, and Thick-billed Raven
Wälder, vor allem im Hochland: Yellow-fronted Parrot, Black-headed Forest Oriole, Abyssinian Woodpecker, Black-winged Lovebird, White-cheeked Turaco, Abyssinian Catbird, White-backed Tit, Abyssinian Slaty Flycatcher, Banded Barbet.
Andere Arten:
Degodi Lark: Trockenes Buschland um Bogol Manyo im extremen Südwesten
Sidamo Lark: Offene, grasige Savanne im Negelle Gebiet im Südwesten
Stressman's Bush Crow und White-tailed Swallow: Trockene Akaziensavanne um Yabello, tief im Süden.
Salvadori Serin: 1980 entdeckt; beschränkt auf das Gebiet um Sof Amor. Neure Meldungen aus dem Gebiet zwischen Negelle und Bogol Manyo
Ankober Serin: Klippen und nahes Grasland; vor allem im Ankober Gebirgszug in der Ankober Gegend
Harwood's Francolin: große Flusstäler in den zentralen Hochländern; am leichtesten entlang des Jemmu Flusses zu bekommen
Ruspoli's Turaco: Verbliebene Waldflächen im Süden des Landes; extrem lokal; am leichtesten im Arero Wald
Nechisar Nightjar: nur ein Exemplar bekannt. Es wurde tot an einer Strasse im Nechisar National Park gefunden.

Nützliche Literatur
Die beiden Vogelbücher, die wir auf der Reise benutzt haben waren Ber van Perlo: Illustrated Checklist of the Birds of Eastern Africa und Zimmerman, Turner und Pearson: Birds of Kenya and Northern Tanzania. Obwohl van Perlos Buch sehr nützlich war, da es das einzige Werk ist, das die äthiopischen Arten abbildet, so enthält es doch einige Fehler.  Die Verbreitungskarten sind verständlicherweise recht grob aber sehr hilfreich.  Das Buch von Zimmerman et al. war eine große Hilfe. Wann immer es Unsicherheiten gab, vermochte dieses Buch zu helfen. Die Abbildungen sind generell recht genau und der Text ist hervorragend. Eine weitere Veröffentlichung, die tiefere Einblicke in Vegetation und Hintergründe zu wichtigen Beobachtungsgebieten vermittelt, ist das Buch von Tilahun, Edwards, und Wgziabher: Important Bird Areas of Ethiopia: a first inventory, veröffentlicht durch die Ethiopian Wildlife and Natural History Society (1996). Wheatleys  Buch: Where to Watch birds in Africa (Helm, 1995) gibt nur sehr grobe Übersichten über die wichtigsten Gebiete. Zusätzlich benutzten wir folgende sehr hilfreichen Reiseberichte: Shirihai & Francis, Baha El Din & Baha El Din, und der Klassiker von Webb et al.. Wir hatten die beiden Reiseführer Bradt Guide to Ethiopia von Phillip Briggs (1997 Edition) und den Spectrum Guide to Ethiopia (1995 Edition) auf der Reise dabei. Der Bradt Guide gibt sehr gute Informationen zu Übernachtungs- und Reisemöglichkeiten, während der Spectrum Guide generell bessere Informationen zu Vegetation, Niederschlägen, Geographie und Geschichte enthält.

Danksagung
Diese Reise währe ohne die Hilfe vieler Leute unmöglich gewesen. Wir möchten besonders Dr. Claudio Sillero vom äthiopischen Wolf Schutzprogramm und von der Oxford University für seine entgegenkommende und überaus nützliche Hilfe danken. Wir sind auch unserem exzellenten Fahrer, Abebe Sbesbe von Rocky Valley Safaris zu besonderem Dank verpflichtet. Steve Rooke von Sunbird versorgte uns freundlicherweise mit Informationen und lieh uns einen Reisebericht, als wir ihn in Wondo Genet getroffen haben. Prof. Rolf de By (Holland) und Dr. Peter Ryan (Südafrika) halfen uns bei der Suche nach Informationsmaterial vor der Reise. Wir sind Dr. Roger Safford und Dr. Nigel Cleere (Groß Britannien) für die Bestimmung des Star-spotted Nightjar dankbar, den wir in Nechisar fotografiert haben. Dank auch an Louis A. Hansen (Dänemark), der uns mit weiterführenden Informationen über Gambela versorgt hat. 

Tagesbericht

Tag 1: 14. NOVEMBER (VON ADDIS ZUM JEMMU FLUSSTAL ÜBER DIE SOLULTA EBENEN)
Wir vier Südafrikaner kamen früh am 14. nach sieben Stunden Flug von Johannesburg am Bole International Airport an. Abebe (unser Fahrer) holte uns hier mit dem gemieteten Fahrzeug ab. Wir fuhren direkt zum Debre Damo Hotel in der Asmara Road (empfohlen von Claudio), wo wir gleich die Buchungen für das Ende der Reise vorgenommen haben. Hier hatten wir die Möglichkeit einige Ausrüstung für das Gambela Gebiet im Abstellraum zwischenzulagern. Im Hotelgarten haben wir unseren ersten Lifer abgeholt: den Brown-rumped Serin. Nachdem wir einen Supermarkt besucht haben, um die Basisversorgung sicherzustellen, sind wir nach Norden aus Addis nach Debre Libanos gefahren. Nach rund 30 km machten wir unseren ersten Stop in den Solulta Ebenen. Neben vielen häufigen Arten fanden wir unseren einzigen Ortolan der Reise. Andere interessante Arten waren ein großer Trupp Black-winged plovers, und fünf Endemiten: Black-headed siskin, Abyssinian longcalw, Blue-winged goose, Wattled ibis und White-collared pigeon. Etwas weiter fanden wir unsere ersten Kraniche im Grasland, und ein Bartgeier flog niedrig über das Auto. In Muka Turi fuhren wir nach Osten zu dem spektakulären Jemmu Flusstal. Auf halben Wege in das Tal hielten wir nahe einer weißen Steilwand auf der linken Seite der Straße. Wir wurden hier mit Arten wie Ruepell's black chat, Hemprich's hornbill, White-billed starling und Abyssinian black wheatear belohnt. Am Talboden sind wir gleich in Richtung Jemmu Fluss gefahren. In den landwirtschaftlichen Flächen konnten wir Speckle-fronted weaver und African silverbill entdecken. Die letzten Stunden des Tageslichtes haben wir auf der Brücke über den Fluss verbracht. In der Abenddämmerung sind wir dann eine Stunde nach Alem Katema gefahren, wo wir in einem billigen Hotel übernachtet haben. Im Nachhinein währe es angenehmer gewesen am Jemmu Fluss zu übernachten.

TAG 2: 15. NOVEMBER (JEMMU FLUSS NACH ADDIS ÜBER DEBRE LIBANOS)
Aufstehen um 4:30 Uhr. Wir erreichten den Jemmu Fluss kurz vor Sonnenaufgang. Unsere Hauptzielart war hier das sehr lokal und endemisch verbreitete Harwood's francolin. Wir fuhren über die Brücke und folgten der Straße rund 100m. Ungefähr gegen 7:00 Uhr hörten wir die ersten Francoline weit flussaufwärts rufen. Wir verließen die Straße und gingen querfeldein am Flussufer entlang. Nach rund 30 Minuten fanden wir das erste Individuum auf einer felsigen Insel mitten im Fluss rufend. Uns gelangen schöne Ansichten und später sahen wir weitere am Rand benachbarter Felder und eines über das offene Flussbett laufen. Weitere interessante Arten der umgebenden Vegetation waren Vinaceous dove, Grey-headed batis, Wiesenweihe, Black-billed barbet, Nubian shrike, Crimson-rumped waxbill und Bush petronia. Nach einigen Stunden Vogelbeobachtung fuhren wir auf der Straße zwischen Addis und Bahar Dar weiter. Unterwegs hielten wir an den weißen Klippen entlang des Gebirgszuges. Dort konnten wir Blue-breasted bee-eater und Nyanza swift beobachten. Auf der Hauptstrasse fuhren wir nach Norden in Richtung Debre Libanos. Auf dem Weg konnten wir eine Gruppe Gelada Paviane für rund eine Stunde beobachten. Kurz nach unserer Ankunft in Debre Libanos begann es zu regnen, so dass wir einige Zeit abwarten mussten. Nachdem wir unsere Eintrittsgebühr bei dem lokalen Pastor bezahlt hatten, haben wir uns gleich in den nahen Wald aufgemacht. Hier beobachteten wir unter anderem Rufous-chested sparrowhawk, White-cheecked tauraco, Singing cisticola, Abyssinian slaty flycatcher, White-backed tit, Lemon dove, Slender-billed starling, Banded barbet (ein Paar in einem Feigenbaum an einem kleinen Fluss direkt unterhalb des Klosters - sie nisteten direkt über den Duschen) und Black-headed forest oriole. Bevor wir nach Addis zurückkehrten, machten wir einen Stopp an der Portugiesischen Brücke, wo wir in einiger Entfernung White-winged cliff chat und Blaumerle beobachten konnten. Nach Einbruch der Dunkelheit fuhren wir zurück nach Addis (rund drei Stunden), wo wir die Nacht im Debre Damo Hotel verbrachten.


Männlicher Gelada Pavian nahe Debre Libanos

TAG 3: 16. NOVEMBER (DEBRE ZEYIT, ZIWAY UND LANGANO SEE UND WONDO GENET)
Wir brachen früh Richtung Sheshemene auf, und begannen mit der Vogelbeobachtung an verschiedenen Stops entlang der Route. Der erste Stop war der Horasee, Debre Zeyit. Die interessantesten Arten waren Bruce's green pigeon und Lachseeschwalbe. Unser nächster Stop war am Ziwaysee, wo eine African pygmy goose unsere erwähnenswerteste Entdeckung war. Zwischen dem Ziwaysee und dem Langanosee machten wir einen kurzen Spaziergang im Buschland, wo wir mit Arten wie Black-billed woodhoopoe, Northern black tit, Lesser whitethroat und vielen weiteren belohnt wurden. Kurz danach sahen wir die erste Gruppe Abyssinian ground hornbills von vielen. Auf dem Grundstück des Wabe Shabele Hotels am Langanosee fanden wir zahlreiche rastende Slender-tailed nightjars, Little weaver und Little rock thrush. Wir fuhren weiter nach Wondo Genet, nicht weit von Sheshemene, wo wir bis in den späten Nachmittag beobachteten. Bei Sheshemene sahen wir unseren ersten stattlich ausgestatteten Thick-billed raven. Das Grundstück des Wondo Genet Hotels war nicht sehr produktiv, so dass wir in Richtung Steinbruch weitergefahren sind. Auf dem Weg dorthin sahen wir eine Abyssinian ground thrush auf dem offenen Waldboden sowie einen einzelnen Black-winged lovebird, der auf einer Baumspitze saß. Das bewaldete enge Tälchen über dem Steinbruch beherbergte unsere Hauptzielart: den Yellow-fronted parrot. Kreischen verriet ihre Anwesenheit und wir konnten auch einige Vögel einschließlich einem Paar an der Nesthöhle finden.  Wir verbrachten die Nacht im  "Abyccinia Hotel" in dem nahen Ort. Ein relativ gutes Mahl wurde im Wondo Genet Hotel eingenommen. Beim Abendessen hatten wir das Glück eine Gruppe des englischen Reiseunternehmens Sunbird geführt von Steve Rooke zu treffen. Steve gab uns freundlicherweise einige Informationen einschließlich eines Reiseberichts von Shirihai & Francis.

TAG 4: 17: NOVEMBER (AFRICAN LONG-EARED OWL, UND DINSHO, BALE MOUNTAINS NATIONALPARK)
Wir starteten früh und wurden zunächst an der Straße nahe Shashemene von einem schönen Goldschakal aufgehalten. Darauf folgten einige Stops zur Vogelbeobachtung bis wir Dinsho, das Hauptquartier des Bale Mountains National Park (BMNP) erreichten. Einer der Stops war an dem bekannten African long-eared owl Rastplatz (an dem rechtwinkeligen Wäldchen aus Eukalyptusbäumen, 53 km in Richtung Goba von der Kreuzung nach Goba bei  Shashemene). Weitere folgten entlang der Straße wo wir Mountain Nyala, Rouget's rail und Red-billed Chough beobachten konnten. Wir trafen Claudio Sillero am Hauptquartier des Parks, wo er uns zeigte wo wir unser Camp errichten können. Wir verbrachten den Nachmittag in der Umgebung des Hauptquartiers, wo wir den Menelik's bushbuck, Abyssinian ground thrush, White-backed tit, laute Gruppen des Abyssinian catbird, Chestnut-naped francolin und Brown woodland warbler beobachteten. Am späten Nachmittag führte uns einer von Claudio's Kollegen zu einer Wolfshöhle, wo wir zwei Welpen mit Stout cisticola und einem einzelnen Serval sahen, der kurz unsere Aufmerksamkeit erregte. Auf dem Rückweg nach Dinsho scheuchten wir nach Einbruch der Dunkelheit zwei Montane nightjars von der Straße auf.


Äthiopischer Wolf

Tag 5: 18. NOVEMBER (DINSHO UND WEB VALLEY, BMNP)
Wir verbrachten den frühen Morgen um das Hauptquartier. Cinnamon bracken warblers schlüpften durch den dichten Busch and ein Paar des Mountain buzzards war ebenfalls im Gebiet. Während des restlichen Morgens saßen wir drinnen beim Wolf Workshop, wo wir viel über die Schutzproblematik des Äthiopischen Wolfs lernten. Am Nachmittag wurde der Workshop sehr speziell, so dass wir beschlossen in das Webtal zu fahren (25 km südwestlich von Dinsho, auf 3500m üNN Höhe). Die Szenerie war spektakulär. Ebenso die Vögel und andere Tiere wie Abyssinian hyrax, Starck's hare und zahlreiche Äthiopische Wölfe. Durch sorgfältige Beobachtung der braunen Adler fanden wir ein Individuum von Afrikas einziger bekannter Steinadlerpopulation. Spot-breasted plovers und Rouget's rail waren auf den offenen Wiesen relativ zahlreich und wir sahen auch ein Paar Wattled cranes mit einem großen Küken. Als es spät wurde, kreuzte ein Paar Moorland francoline die Straße direkt vor unserem Auto. Zurück im Hauptquartier trafen wir den fünften Reiseteilnehmer unserer Gruppe:  Peter Osborn, der gerade von England eingetroffen war. Nachts hörten wir Montane nightjar und African wood owl von unserem Camp aus.

Tag 6: 19. NOVEMBER (SOF OMAR)
Für die zeitaufwendige Fahrt nach Sof Omar, dass rund 40 km östlich von Dinsho liegt, mussten wir wieder früh aufstehen. Wir machten für Arten wie White-rumped babbler und bei einigen Brückenbaustellen ein paar Stops. Die beste Arten entdeckten wir rund 20 km vor Sof Omar: Dodson's bulbul (Pycnonotus barbartus dodsoni), Somali golden-breasted bunting, Nachtigall, Blaßspötter und Northern grey tit, und vermutlich ein Salvadori's serin (nur sehr kurz gesehen). Als wir den Rand des trockenen Flussbettes bei Sof Omar erreichten, sind wir am Flussbett entlang gegangen. Noch am Straßenrand entdeckten wir ein Paar Brown-tailed chats. Als wir einige Girlitze aus nahen Akazien im Flussbett rufen hörten, trödelten wir nicht weiter herum, und gingen in das Flussbett. Da die Girlitze bei unserem Eintreffen aufhörten zu singen, konzentrierten wir uns auf einen Shining sunbird, eine Pygmy batis und einige häufigere Arten. Kurz darauf begannen die Girlitze wieder und es gelang uns, sie als die extrem lokal verbreiteten Salvadori's serins zu bestimmen. Anfangs frustrierten sie uns mit einigen unbefriedigenden Ansichten, aber nach einigem Warten haben wir sie alle gut gesehen. Nachdem wir einen kurzen Blick auf die heiligen Höhlen (sehr empfehlenswert) geworfen haben, fuhren wir den langen Weg nach Dinsho zurück. Die herausragendste Beobachtung auf dem Rückweg war eine elegante männliche Steppenweihe.


Das
Sanetti Plateau vom Berg Tullu Deemtu (4337m) aus, Bale Mountains National Park

Tag 7: 20. NOVEMBER (SANETTI PLATEAU UND HARENNA WALD)
Nach einigen Diskussionen am Abend zuvor, haben wir uns entschieden, den Harenna Wald nachts zu besuchen. Um dies zu tun, brauchten wir zweifellos einen Guide. Wir fuhren gegen 11:oo Uhr los, da wir die Parkwächter nur am Morgen von unserem Vorhaben informieren konnten. Auf dem Weg nach Harenna durchquerten wir das Sanetti Plateau wo uns die kühle Luft, die eiskalten Seen und die Gigant Lobelien eine eindrucksvolle Szenerie boten. Rostgänse, Spieß- und Löffelenten fügten den Seen etwas Farbe bei. Am Tullu Deemtu sahen wir einen weiteren Steinadler nahe der Spitze des mit 4337m üNN Höhe höchsten Berges Äthiopiens. Auf der Südseite des Plateaus begaben wir uns wieder hinab durch die verschiedenen Vegetationszonen wie Heidewälder, Bambusdickichte usw.. Nachdem wir ein Stück tiefer gefahren waren, nahmen wir einen guten Seitenweg wo wir einen netten Fleck an einem Fluss entdeckten, an dem wir unser Camp aufschlugen. Wir hatten hier nur wenig Zeit zur Vogelbeobachtung, da es bereits dämmerte. In der Dunkelheit machten wir noch einen relativ ergebnislosen Night Drive. Fast die ganze Nacht rief ein Leopard am Camp.


Gigant Lobelien auf dem Sanetti Plateau

TAG 8: 21. NOVEMBER (HARENNA WALD UND SANETTI PLATEAU)
Bei Sonnenaufgang begannen wir entlang der Hauptstraße, die in den Wald führt, zu beobachten. Während des Morgens sahen wir eine Reihe von Waldarten. Der zweifellose Höhepunkt war der African hill babbler, der oft aus der Mittel- bis Unterschicht des Waldes zu hören war. Claire sah außerdem den Narina trogon und einen Grey woodpecker, der uns ziemliche Verwirrung gebracht hat, da er nicht die charakteristische Bänderung auf dem Flügel und den Schwanzrändern zeigte, was ihn vom Olive woodpecker unterscheidet, der hier aber eigentlich nicht vorkommen dürfte. Um die Mittagszeit sahen Gus und einige andere einige weitere "workshoppers", die uns kurz zum Mittagessen besuchten. Nach dem Mittag fuhren wir wieder hinab auf das Sanetti Plateau, wo wir das Glück hatten, einen einzelnen Äthiopischen Wolf zu sehen, der gerade kleine Säuger jagte. In dem Juniper-Hagenia Wald auf der Sanetti Seite der Juniper Plantagen direkt südlich von Gobe sahen wir bei einem kurzen Stop unsere Zielart für das Gebiet: einen Abyssinian woodpecker. Ebenso konnten wir hier zahlreiche Abyssinian catbirds, White-backed tits und Cinnamon bracken warblers beobachten. In der Dämmerung fuhren wir zurück nach Dinsho.


Der
Harenna Wald, Bale Mountains National Park

TAG 9: 22 NOVEMBER (VON DINSHO NACH AGERE MARYAM)
Nachdem wir uns von Claudio und den anderen verabschiedet haben, fuhren wir zurück in Richtung Grabenbruch. Unterwegs hielten wir, um Peter Osborn aufzusammeln und die African long-eared owl zu ticken. Unser anfänglicher Plan war es, für die Nacht in Awasa rast zu machen, und um den See herum Vögel zu beobachten. Als wir nahe Awasa waren, sah es jedoch nach schlechtem Wetter aus. Daher entschieden wir uns gleich weiter nach Süden zu fahren. Wir erreichten Agere Maryam einige Zeit nach Einbruch der Dunkelheit. Übernachtet wurde in einem relativ schmuddeligen Hotel (mit Rotlicht an der Tür!). Der Tag ist nur im Hinblick auf das Fehlen von Vögeln erwähnenswert. Grey-backed fiscal nahe Awasa war die interessanteste Art des Tages.


Peter, Gus, Claire, Duan, Abebe und Mike, nördlich von Yavello

Tag 10: 23. NOVEMBER (DAS GEBIET UM YAVELLO)
Ein viel besserer Tag als der Vorherige. Wir fuhren nach Süden Richtung Yavello. Unseren ersten Stop machten wir in offenem trockenen Gelände. Hier wurden wir mit Arten wie Spotted morning warbler, Shelley's starling, Steinrötel und vielen anderen belohnt. Eine Green-backed eremomela war die Willkommensüberraschung. Die nächsten "STOP-STOP-STOP" Rufe brachten uns zu einem abrupten Halt: Auf einer Akazienspitze saß ein Paar Golden-breasted starlings, die von der Kontur her an Woodhoopoes erinnerten. Etwa 50 km südlich von Yavello, verursachte das interessante Flugmuster eines White-crowned starling den nächsten Stop. Gleich daneben sahen wir unsere erste Stresseman's bush crow. Während der übrigen Zeit sahen wir noch viele weitere Arten. Bei Yavello hatten wir ein gutes Mittagsmahl im Star Restaurant, in dem wir später auch übernachtet haben. Bei der lokalen Administration wurden von Abebe die Papiere vorgezeigt, die uns eine Weiterfahrt in dem Gebiet erlaubten. Die Wartezeit auf dem Amt war keine verlorene Zeit; nicht nur weil wir ein Barefaced go-away sahen, sondern auch weil sich die Papiere an den entsprechenden Straßensperren tatsächlich als unerlässlich erwiesen. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, fuhren wir rund 10 km nach Norden, wo wir nach rechts in eine gut ausgeschilderte Piste mit der Bezeichnung "Did-tuyara Ranch track" einbogen. Wir hofften hier die White-tailed swallow zu finden. Auf dem Weg sahen wir einen Kori Bustard am Straßenrand. An dem Häuserkomplex (rund 3 km nach der Abzweigung von der Hauptstrasse) erhielten wir Erlaubnis, auf der Ranch Vögel zu beobachten. Hinter den Häusern fuhren wir an der Gabelung den linken Abzweig, der in ein akazienbewachsenes Tal führt. Vögel des Buschlandes, die wir hier das erste mal beobachteten, waren Blue-naped mousebirds und Orange-bellied parrots. Wir wurden ebenso mit unserer Hauptzielart, der White-tailed swallow belohnt, als Duan Briggs ein einzelnes Individuum in der Ferne über den Busch fliegen sah. Obwohl der Vogel so weit weg war, half uns das gute Licht gute Ansichten zu erhalten. Andere erwähnenswerte Arten waren Stresseman's Bush-Crow, Red-necked falcon und Black-bellied Korhaan. Kurz vor Einbrechen der Dunkelheit fuhren wir zu unserem Hotel nach Yavello zurück.


Lebensraum der Bush-crow bei Did-tuyara

TAG 11: 24. NOVEMBER (VON YAVELLO ZUM ARERO WALD)
Wir verließen Yavello bei Sonnenaufgang und versuchten erfolglos die von Steve Rooke's beschriebene Stelle für die White-tailed swallow. Wir mussten uns stattdessen mit einem  Chestnut sparrow und Rosy-patched shrike abfinden. Wir fuhren dann weiter nach Arero. Im Dornbusch entlang der Straße fanden wir Kirk's dik-dik, Tiny cisticola, Pale prinia, Banded parisoma, Black-faced waxbill und zahlreiche andere. Als wir in Arero ankamen, holten wir uns die Erlaubnis, den Wald besuchen zu dürfen. Nachdem wir durch einen kleinen Bestand aus Juniper und Oliven direkt nördlich von Arero gefahren sind, kamen wir durch offeneres Gelände wo wir Black-capped sociable weaver und Black woodhoopoes beobachten konnten. Wir sind dann aber zügig zum Hauptwald gefahren, wo wir den sehr lokal verbreiteten  Ruspoli's Tauraco finden wollten. Ein 1991 erschienener Artikel (einschließlich einer guten Karte) von Yilma Dellelegn (Walia 13: 29-35) hat uns hier sehr geholfen. Nachdem wir tiefer in den Wald gefahren waren, sind wir zu Fuß weitergelaufen. Kurz danach entdeckten wir einen Tuaraco in einer Juniper am Wegesrand. Der Vogel war sehr scheu und wir mussten ihm einige Zeit nachlaufen, bis wir seinen weißen Scheitel sehen konnten, womit wir ihn eindeutig als einen Ruspoli's tuaraco identifizieren konnten. Da wir mit unseren Beobachtungen nicht zufrieden waren, gingen wir noch etwas weiter, woraufhin wir perfekte Ansichten auf ein einzelnes Tier erhielten. Auch sein hörnchenähnliche Ruf half den Vogel zu finden. Nachdem der Vogel abgeflogen war, entschieden wir uns, zugunsten eines frühen Starts am nächsten Morgen nach Arero zurückzufahren und nahe des Waldes zu campen.  Wir suchten uns dann an einer Straßengabelung nahe der Hauptstrasse ein Platz zum campen. Dabei sahen wir zwei Lesser Kudus am Straßenrand.

TAG 12: 25. NOVEMBER (VON ARERO NACH MELKA GHUBA UND ZURÜCK NACH WACHILE)
Wir fuhren gegen 6:oo Uhr morgens auf die sehr schlechte Straße nach Melka Ghuba. Unser erster Stopp erbrachte Abyssinian scimitarbill und Pringle's puffback. Später erreichten wir eine wesentlich bessere Straße, die über Wachile führt. Nachdem wir diese Straße rund 200m gefahren waren, hielten wir an einer Lichtung auf der rechten Straßenseite, die durch Straßenarbeiten entstanden war. Hier waren in einem blühenden Erythrina Baum mehrere Nektarvogelarten zu entdecken: Unter anderem Hunter's, Shining und Eastern violet-backed Sunbird. Durch Imitation einer Pearl-spotted owl konnten wir weitere Arten, wie Pringle's puffback
anlocken. Plötzlich stach ein schwarzweißer Würger aus dem Busch hervor: Ein Red-naped bush shrike! Unglücklicherweise blieb er nicht lange und ließ uns mit einem unbefriedigten Gefühl zurück. Weiter ging es in Richtung Wachile. An einem Checkpoint in Wachile entdeckten wir eine Ethiopian swallow. Kurz hinter Wachile legten wir einen Frühstücksstop ein, bei dem wir unter anderem Black-throated barbet und Eastern yellow-billed hornbill beobachteten. Ein wenig später hatten wir einen Brown-necked raven über uns fliegend. Zwischen Hudat (Black-capped Sociable Weaver in dem Ort) und Melka Ghuba fanden wir bei einem kurzen Stop Somali long-billed crombec und Yellow-vented eremomela. Zu der Zeit als wir Melka Ghuba erreichten, war es bereits sehr heiß und die Vogelaktivität war gleich Null. Wir fuhren also in die Stadt bis uns an einem Checkpoint mitgeteilt wurde, dass wir aus Sicherheitsgründen nicht weiterfahren dürfen. Wir fuhren in die Nähe des Flusses, wo wir uns Arten wie Three-streaked tchagra, Red-fronted warbler und Rufous bush chat in den niedrigen Büschen hart erkämpfen mussten. Duan Biggs fand weiterhin einen Heuglin's courser. Wie auch immer, wir konnten keine White-winged dove finden, auf die wir hier gehofft hatten. Als wir nach gegen 16:oo Uhr nach Wachile zurückkehren wollten, fand Claire noch ein Exemplar auf einem toten Baum am Fluss sitzend. Als es abflog, konnten wir die weißen Flügelabzeichen deutlich sehen. Wir entschieden uns daraufhin noch ein wenig zu verweilen und wurden bald mit näheren Anblicken dieser Taube belohnt. Guter Dinge kehrten wir Richtung Wachile zurück. Nach einigen Kilometern begeisterte uns eine Gruppe Vulturine guineafowls am Straßenrand - unsere einzigen auf der Reise. Als die Zeit knapp wurde, fuhren wir ohne weitere Stopps ein paar Kilometer hinter den Ort Wachile, wo wir unser Camp aufschlugen.

TAG 13: 26. NOVEMBER (VON WACHILE NACH KONSO)
Bei Sonnenaufgang brachen wir Richtung Yavello auf. Wir stoppten einige Male entlang der Straße, sahen aber nichts Spezielles. Zum Frühstück hielten wir an einem Spot für den Red-naped bush shrike in der Hoffnung, diesen Vogel noch einmal zu Gesicht zu bekommen. Ich hörte einen Würger rufen und es zeigte sich, dass es unser Vogel war! Wir bekamen einige super Ansichten dieser heimlichen Art, als der Vogel durch das Dickicht schlüpfte. Einige 100m die Straße runter fanden wir eine Bare-eyed thrush und, einige Zeit später, auch noch einen White-bellied canary und einen totgefahrenen Heuglin's courser. Wir erreichten Yavello um die Mittagszeit, wo wir ein einfaches Mahl einnahmen, um dann Richtung Konso weiterzufahren. Der erste Teil der Straße nach Konso war sehr gut und wir schafften die ersten 80 km sehr schnell. Umso schlechter waren die letzten 40 km, die unseren Zeitvorsprung wieder aufbrauchten. Entlang dieser Strecke entdeckten wir ein einzelnes Lichtenstein's sandgrouse im Schatten eines Busches sitzend. Sonst gab es nicht viel erwähnenswertes. Die Szenerie war jedenfalls spektakulär und es war besonders interessant, die antiken Feldbautechniken der Heimischen zu sehen. Wir erreichten Konso kurz vor Einbrechen der Dunkelheit und checkten in dem Hotel auf der linken Straßenseite kurz vor dem Kreisverkehr ein.

TAG 14: 27. NOVEMBER (VON KONSO ZUM NECHISAR NATIONALPARK, ARBA MINCH)
Für den Morgen haben wir uns vom Konso Culture Office einen Guide (Alemitou) genommen, um einige der örtlichen Siedlungen zu besichtigen. Gegen 10:00 Uhr fuhren wir durch das hügelige Land Richtung Arba Minch. Unterwegs hielten wir kurz für einen Rotkopfwürger, einen African openbill und einen White-headed vulture. Wir hatten ein hervorragendes Essen bei Rosa's restaurant, und stockten dort unsere Nahrungsmittelreserven auf bevor wir in den Nechisar Nationalpark fuhren. Wir zahlten die Eingangs- und Campinggebühren am Hauptquartier und holten die Erlaubnis für einen Night Drive ein. Es ist wichtig zu wissen, dass die Parkgebühr bei jedem Neubetreten des Parks gezahlt werden muss. Wenn man beispielsweise für ein Essen nach Arba Minch fährt, muss man, wenn man wieder in den Park fährt, erneut die Eintrittsgebühr bezahlen! Die Offiziellen des Parks wollten außerdem, dass wir uns einen Guide nehmen. Da wir kein Platz für einen Guide hatten, und wir der Meinung waren keinen Guide zu benötigen, behaupteten wir einfach, dass Abebe unser Guide ist ,und dass er sich im Reservat auskennt. Sie schienen damit glücklich zu sein. Wir stellten unser Camp in einem Wald am Kulfo Fluss auf. Als wir fertig waren, war es fast dunkel und es ergaben sich nicht mehr viele Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung. Die interessanteste Beobachtung war ein Yellowbill, der vom gegenüberliegenden Ufer rief. In der Dunkelheit waren Freckled nightjar und Verreaux's eagle owl zu hören.


Die Nechisar Ebenen

TAG 15: 28. NOVEMBER (NECHISAR NATIONALPARK)
Die ersten zwei Stunden wurden entlang des Waldrandes am Flussufer verbracht. Es war ein sehr frustrierender Morgen: Double-toothed barbet huschte nur über uns hinweg, Bruce's green pigeon wurde nur gehört, und wir konnten nicht den Banded wattle-eye entdecken, der im nahen Dickicht rief. Peter Osborn sah einen Half-collared kingfisher entlang des Flusslaufes aber nicht viel mehr. Da es Wochenende war, befanden sich einige Kinder im Reservat, und eine Gruppe von ihnen folgte uns sehr laut, was uns sehr bei der Beobachtung behinderte und viel Unmut verursachte, bis sie schließlich irgend etwas ablenkte.  Anschließend fuhren wir weiter in Richtung Nechisar Ebenen. Unterwegs fuhren wir über die spektakuläre "bridge of heaven". Auf einem Baum entlang des Ufers am Abaya See fanden wir einen einzelnen Fischadler und in einem Gebüsch beobachteten wir eine kleine Gruppe Chestnut weavers. Auf den Ebenen waren Herden der Grant's gazelle, Plains zebra und Swayne's hartebeest zu beobachten. Zum Mittag fuhren wir an das Ufer des Chamo Sees. Illegale Siedlungen der örtlichen Bevölkerung in den Reservaten scheint ein großes Problem in Äthiopien zu sein. Die Gegend um den Chamo See ist besonders stark besiedelt und obwohl wir einen Adlerbussard sahen, entschieden wir zum Mittag zu den ruhigeren heißen Quellen zu fahren. Die Hitze des Tages verbrachten wir im Schatten am Semale River, wo wir einen Scaly-throated honeyguide sahen. Der kurze Besuch bei den heißen Quellen brachte nicht viel für unsere Artenliste. Deshalb entschieden wir, zurück auf die Ebenen in Richtung "Bridge to heaven" zu fahren. Jenseits der Ebenen fuhren wir rechts in einen Fahrweg hinein. Dort fanden wir nur wenige Arten, aber die Szenerie war atemberaubend und wir genossen den Sonnenuntergang von unserem Aussichtspunkt. Als es dunkel war, benutzten wir die Lampen unserer Fotoausrüstung, um Nachtschwalben zu beobachten. Die ersten Individuen waren alle Slender-tailed nightjars. Nach einer kurzen Weile sahen wir eine kleine, dunkle Nachtschwalbe auf der Straße. Von dem was wir sehen konnten war sie total verschieden zu den Vorherigen. Ich verband mein Licht mit der Tragbaren Batterie und Claire Spottiswoode und ich machten uns schleichend auf den Weg zu dem Vogel. Claire machte einige Fotos. Schließlich kam ich nahe genug heran, um meine Jacke über den Vogel zu werfen. Wir verglichen Flügel- und Schwanzmuster mit allen abgebildeten Nachtschwalben in Van Perlos und Zimmermans Buch. Keiner außer dem Star-spotted nightjar passte. Der Vogel zeigte jedoch nicht die beiden typischen Muster auf der Kehle, die für diese Art typisch sind. Schließlich ließen wir ihn fliegen. Zuhause gelang es uns mit Hilfe von Roger Safford und Nigel Cleere, den Vogel als Star-spotted nightjar zu bestimmen. Siehe hierzu auch: Mills, M. & Spottiswoode, C. 2000 Photospot: Star-spotted Nightjar. African Bird Club Bulletin 7(2): 141-143.) Anschließend fuhren wir weiter zum Camp. Wir sahen noch viele Slender-tailed nightjars. Am Ende des Tages haben wir 21 Löwen gezählt, welche die ganze Nacht um unsere Zelte herum gebrüllt haben. Außerdem wurde die African wood Owl und in einiger Entfernung flussab eine Pel's Fishing Owl von uns gehört.


Star-spotted Nightjar

TAG 16: 29. NOVEMBER (VON NECHISAR ÜBER AWASA NACH LANGANO)
Wir versuchten es noch einmal mit dem Wald entlang des Flusses nahe unseres Camps. Dieses Mal hatten wir viel mehr Glück. Double-toothed barbet, African thrush und Banded wattle-eye zeigten sich sehr schön. Gegen 9:00 Uhr verließen wir den Nechisar Nationalpark und fuhren in Richtung Sheshemene und dann weiter nach Awasa. Wir erreichten das Wabe Shabele Hotel No. 2 am frühen Nachmittag und beobachteten in den Gärten und am See Vögel. Die interessantesten Arten waren Black egret, Fawn-breasted waxbill, Hunter's sunbird, Black-winged lovebird, Scaly-throated honeyguide, Lachseeschwalbe und Banded barbet. Zusätzlich konnten große Gruppen Silvery-cheeked hornbills in den fruchtenden Feigenbäumen zusammen mit einigen Violet-backed starlings beobachtet werden. Dann sind wir zum Hotel 1 gefahren, um einen  Spotted creeper für Peter Osborn zu finden, was wir erfolgreich hinter uns brachten. Ebenso sahen wir hier einen Blue-headed coucal. Nach Einbruch der Dunkelheit fuhren wir zum Langano See wo wir unser Zelt auf einem exzellenten Campingplatz des Bekele Mola Hotels aufstellten (mit heißer Dusche).

TAG 17: 30. NOVEMBER (VON LANGANO NACH DEBRE BIRHAN ÜBER ADDIS)
Wieder frühes Aufstehen, um entlang des nahen Sees etwas zu beobachten. Zunächst gingen wir zu der Stelle, an der wir in der Nacht Triele gehört hatten. Es zeigte sich, dass es Senegal thick-knees waren. Wir sahen eine gute Auswahl an Arten wie zum Beispiel Northern black tit, White-winged cliff chat, Abyssinian black wheatear, Banded barbet, African pygmy kingfisher aber nur Ruppel's weaver war neu für uns. Wir fuhren dann direkt weiter nach Addis, wo wir nachmittags ankamen. Unterwegs sahen wir Kraniche, Chestnut-bellied sandgrouse und Chestnut sparrow. Nachdem wir das Büro der Ethiopia Airways aufgesucht hatten, um unsere Flüge zu bestätigen, hatten wir ein super Mittagessen im nahen Ras Hotel. Wir verließen Addis Richtung Norden nach Debre Birhan, wo wir in der Dunkelheit ankamen. Übernachtet wurde in dem sehr angenehmen Hellen Hotel.


Höhenzug nahe Ankober

TAG 18: 1. DEZEMBER (NACH METAHARA/AWASH ÜBER ANKOBER UND DEN FLUSS MELKA GHEBDU)
Wieder einmal früh aufgestanden. Wir fuhren direkt nach Ankober. Bei Kilometer 9,8 vom Helen Hotel in Debre Birham aus sahen wir ein White-winged cliff chat. Wir haben nicht zu lange gehalten, da wir schnell zu der Stelle gelangen wollten, wo andere Gruppen den Ankober serin gesehen haben. Wir verbrachten einige Stunden an den Klippen, dem angrenzenden Grasland und den Feldern wo andere Glück gehabt hatten. Das Glück war jedoch nicht auf unserer Seite und wir verließen Ankober gegen Mittag, ohne unsere Zielart gesehen zu haben. Dennoch hatten wir einige gute Beobachtungen, wie zum Beispiel an den Klippen vorüberfliegende Erckel's francoline, Bartgeier, White-winged Cliff Chat direkt unter dem Ort Ankober und andere Hochlandarten wie Blaumerle, Verreaux' Eagle und Ruppell's Black Chat. Wir ließen Ankober zurück und fuhren den Höhenzug hinunter. Unser nächster Halt war der Fluss Melka Ghebdu (dort ist keine Siedlung!). In dem ersten Baum, unter dem wir gehalten hatten, sang ein Girlitz. Wir konnten den Vogel entdecken: es war der sehr lokal verbreitete Yellow-throated Serin. wir sahen später noch einige weitere in den Akazien entlang des Flusses. Dort beobachteten wir auch den Yellow-breasted barbet. (Francis und Shirihai haben in ihren Bericht geschrieben, dass der Yellow-throated serin in Wirklichkeit ein Hybrid zwischen Yellow-rumped und White-bellied serin ist. Die Gelbausdehnung und die Verteilung auf dem Scheitel/Brust/Kehle variierte recht stark zwischen einzelnen Individuen, die wir gesehen haben, was diese These zu stützen scheint). Wir fuhren dann den weiten Weg nach Awash weiter. Nach einiger Zeit kamen wir durch ein Gebiet mit trockenem Dornbusch wo wir den Hamadryas Pavian, drei Arabian bustards, Wendehals, Strauß, Raubwürger (hier wahrscheinlich elegans aus der meridionalis-Gruppe: "Mittelmeerraubwürger") und Schmutzgeier sahen. Je weiter wir fuhren, desto undeutlicher wurde der Weg und wir begannen ihn zu verlieren. Wir haben daraufhin einige der Afar Leute nach der Richtung gefragt, aber erst der Vierte sagte uns den richtigen Weg. Als wir auf der richtigen Straße waren, wurde es bereits dunkel, und wir hatten immer noch eine gewisse Strecke zurücklegen. Auf der Fahrt jagten wir viele Nachtschwalben von der Straße auf und sahen einen Violet-tipped courser, eine Art die in Äthiopien recht selten ist. Gegen 21:oo Uhr erreichten wir Metahara und checkten in einem der zahlreichen Hotels ein. Obwohl die Fahrt zwischen Ankober und Awash/ Metahara durch die fantastische Szenerie und gute Vögel besticht, hat die Route auch ihre Tücken. Einheimische berichteten uns, dass die direkteste Verbindung weggespült und daher nicht passierbar ist. Der Zustand der Straße war sehr schlecht, so dass man sich schon überlegen sollte, ob man die Strecke wirklich fährt. Ein Fahrer, der diese Strecke kennt, hat hier sicherlich unschätzbaren Wert und man sollte einen vollen Tag für die Strecke einplanen.


Die Straße von Ankober nach Awash

Tag 19:  2. DEZEMBER (AWASH NATIONALPARK: AWASH FLUSS UND EBENEN)
Wir fuhren von Metahara nach Osten, wo wir nach 40 km den Eingang zum Awash Nationalpark um 6:30 Uhr erreichten. Wir hatten vor, direkt zum Mount Fentalle zu fahren, dazu benötigten wir jedoch einen Guide. Unglücklicherweise waren zu dieser Zeit keine Guides verfügbar, daher haben wir einen Guide für den nächsten Morgen organisiert und entschieden uns stattdessen in den Awash Ebenen und am Fluss Awash zu beobachten. Bevor wir die offenen Grasländer erreichten, durchquerten wir ein buschreiches Gelände. Hier war die Ashy cisticola häufig und wir sahen einige Straw-tailed whydahs im Prachtkleid.
Im Grasland hielten wir zuerst für einige kleine Lerchen, die an der Strasse herumflogen. Nachdem wir sie mehrfach aufgescheucht hatten und ein Tier kurz auf einer Buschspitze anzusehen war, konnten wir sie Singing bush larks identifizieren. Kurz danach sahen wir Red-winged larks auf einzelnen Büschen in der Ebene sitzend. Fasziniert von der Grazie und Eleganz des African swallow-tailed kite, der über dem Grasland jagte, und einem Somali fiscal auf einer Akazie, fuhren wir langsam zum Fluss Awash. Wir verbrachten die meiste Zeit des Tages dort. Nur zur Mittagszeit hatten wir einige Drinks an der Kereyou lodge. Wir waren etwas frustriert von den wenigen Arten, die wir dort gesehen hatten. Die Highlights waren Sprosser, Bruce's green pigeon und Banded wattle-eye in den Dickichten entlang des Flusses. Gegen 18:30 Uhr fuhren wir zum Eingangstor zurück, um dort zu fragen, ob wir einen Night Drive in dem Gebiet machen können. Unglücklicherweise wurde uns dies verweigert. Stattdessen fuhren wir nach Metahara und 15 km weiter, bis wir eine Piste nahmen, die von der Hauptstrasse abgeht, bald nachdem man über die Bahnschienen gefahren ist. Wir fuhren diese Piste 10 km entlang ohne eine einzige Nachtschwalbe zu sehen, woraufhin wir uns entschieden, die Verluste gering zu halten und zurück nach Metahara zu fahren. Säuger, die wir in Awash gesehen haben waren unter anderem Soemmering's gazelle und Beisa oryx auf den Ebenen und Lesser kudu und Salt's dik-dik in den Dickichten.

TAG 20: 3. DEZEMBER (VOM AWASH NATIONALPARK (MOUNT FENTALE) NACH HIRNA)
Wir trafen unseren Guide am Eingang des Awash Nationalparks gegen 6:oo Uhr. Von dort aus fuhren wir direkt zum Mount Fantalle, von Westen aus Richtung Metahara kommend. Direkt westlich von Metahara führt die Hauptstrasse auf einem erkalteten Lavafluss, der bei der Eruption des Mount Fantalle 1820 entstanden war, durch den Besekasee. Wir hielten kurz, um einen Western Reef Heron zu bewundern, der im Inneren Äthiopiens eine Seltenheit ist. Den Kraterrand erreichten wir gegen 9:oo Uhr (10 km von der Hauptstrasse), bevor es richtig heiß wurde. Boran cisticolas waren in den umgebenden Büschen häufig, wo sie durch ihren charakteristischen Gesang auf sich aufmerksam machten. Ich (Michael Mills) machte einen kleinen Spaziergang entlang des Kraterrandes in der Hoffnung, einen Sombre rock chat zu finden. Alles was ich fand war ein einzelner Fox kestrel, der Entlang des Kraterrandes flog. Den gesuchten Schmätzer fand ich leider nicht. Gerade als wir fahren wollten, entdeckten wir eine Gruppe Schmätzer in einiger Entfernung unter dem Kraterrand. Im Spektiv stellten sie sich tatsächlich als Sombre rock chat heraus. Glücklich fuhren wir wieder hinab, wo wir bei 1250 m üNN ein weiteres Paar des Sombre rock chat entdeckten. Am Fuß des Berges scheuchten wir einige Lerchen am Straßenrand auf. Nach sorgfältiger Beobachtung, haben wir sie als Gillett's Larks bestimmt. Andere Gruppen hatten diese Lerchen in den Awash Ebenen gesehen. Nach Zimmerman et al. sind es jedoch Vögel, die steinigen Grund mit einigen Dornbüschen bevorzugen und nicht Grasländer. Der Optimallebensraum kann am Fuße und an den Hängen des Mount Fentall gefunden werden, so dass es sich lohnt diese Bereiche besonders intensiv zu beobachten. Zuletzt sahen wir eine Gruppe Geier an einem Kadaver kurz nach der Kreuzung mit der von Norden kommenden Strasse. Darunter waren fünf Schmutzgeier und ein Ohrengeier. Wir begannen dann mit der langen Fahrt nach Harer im Osten. Rund 60 km östlich von Awash hielten wir an einem engen, tief eingeschnittenen Tal eines Flüsschens, wo wir ein Paar Bristle-crowned starlings auf einer Telefonleitung sahen. Wir kamen in Hirna kurz nach Einbruch der Dunkelheit an und verbrachten die Nacht dort.


Der Kraterrand am Mount Fantalle

Tag 21: 4. DEZEMBER (NACH HARER ÜBER DIRE DAWA)
Wir fuhren ohne Stopps direkt von Hirna nach Dire Dawa. Der Lebensraum in dem Gebiet war sehr verschieden von dem Bisherigen, daher sind wir noch rund 5 km hinter Dire Dawa in Richtung Somalia gefahren. An einer trockenen Abflussrinne im Gelände fanden wir einen Hausrotschwanz und an einem benachbarten Feldrand einen Somali fiscal. Wir fuhren dann zum Mittagessen nach Dire Dawa in das Ras Hotel zurück (Dornspötter im Garten). Anschließend setzten wir Peter Osborn ab, der darauf seinen Flug zurück nach Addis antrat. Weiter ging es nach Harer. entlang des Weges hielten wir an einem großen See, der 4 km östlich des Abzweigs nach Dire Dawa liegt. Hier beobachteten wir Knäk-, Spieß-, Löffel- und Pfeifente sowie Uferschnepfe und Flussregenpfeifer. Den Nachmittag verbrachten wir in der faszinierenden historischen Stadt Harer, und am Abend besichtigten wir die Fütterungszeremonie der Hyänen, die vom berühmten "Hyänenmann" von Harer durchgeführt wurde (ein bedeutungsvolles Ereignis für Gus Mills).


Der Hyänenmann von Harar

TAG 22: 5. DEZEMBER (VON HARER NACH AWASH)
Dies war ein Tag mit viel Fahrerei und wenig Vögeln. Nichts erwähnenswertes außer Bristle-crowned starlings wurde entlang der Straße gesehen. Es dauerte den ganzen Tag, um von Harer nach Awash zu fahren.


Giant Phasmid nahe Dire Dawa

TAG 23: 6. DEZEMBER (VON AWASH NACH ADDIS ÜBER DEBRE ZEYIT UND DIE AKAKI FEUCHTGEBIETE)
Als wir am Besekasee vorüberfuhren sahen wir wieder einen Western reef heron. Auf dem Weg nach Debre Zeyit besuchten wir die Seen Bishoftu (Reiherente und Zwergadler), Bishoftu Guda (Black-billed barbet) und Cheleleka (Red-billed teal und Haubentaucher). Danach besuchten wir die Akaki Feuchtgebiete, die rund 30 km südlich von Addis liegen. Unglücklicherweise waren die meisten der Seen auf dem anderen Flussufer, so dass wir nicht dicht genug waren, um die meisten Vögel zu bestimmen. Wir sahen immerhin einige Black-crowned cranes. Wir übernachteten im Debre Damo Hotel und hatten dort ein Abschiedsessen für Abebe und Gus Mills, der am nächsten Tag nach Südafrika zurückfliegen musste.


Egyptians Plovers in Gambela

TAG 24: 7. DEZEMBER (VON ADDIS NACH GAMBELA)
Gus Mills flog zurück nach Südafrika, und
Michael Mills, Claire Spottiswoode und Duan Biggs nahmen einen der Flüge nach Gambela, die zweimal die Woche starten. Beim Landeanflug auf Gambela war die Luft sehr diesig und voll von dem Rauch verschiedener Buschfeuer. Immerhin konnten wir noch weitläufiges Waldland aus der Luft feststellen. Es gelang uns per Anhalter auf einem Rettungswagen zum Ethiopia Hotel in Gambela zu fahren (rund 15 km). Einen regulären Transfer gibt es nicht. Wir hatten eigentlich vor, am Hotel zu campen, was uns allerdings verweigert wurde. Enttäuscht kehrten wir im Tourist Hotel ein, wo wir die ersten drei Nächte verbrachten (Laute Bar, heiße Räume, schmutzige Toiletten). Schließlich versuchten wir es noch einmal am Ethiopia Hotel, wo uns nach einem Gespräch mit dem Manager doch noch erlaubt wurde zu campen, was die Übernachtungssituation wesentlich verbessert hat. Unser erstes Ziel war das Nationalparkbüro, wo wir weitere Informationen einholen wollten. Als wir über die Brücke fuhren, die den kleinen schmutzigen Fluss überspannt, der durch die Stadt fließt, hörte ich Claire rufen: "EGYPTIAN PLOVER"! Sprachlos bewunderten wir drei dieser Limikolen auf einer Sandbank unter der Brücke. Wir verließen die Brücke (Steve Rooke hatte uns gesagt, dass andere Vogelbeobachter verhaftet worden seien, weil sie den Verkehr auf der Hauptbrücke in Gambela aufgehalten hatten) und genossen den Anblick dieser schönen Vögel in ihrer schmuddeligen Umgebung - was für ein Kontrast! Während unseres Besuches sahen wir sie noch drei mal an der Brücke. Derjenige, der uns Informationen zum Nationalpark geben sollte, konnte allerdings nicht von uns angetroffen werden (wir versuchten es fünf mal). Bevor es dunkel wurde gingen wir an der Straße, die nach Itang/Dembidolo führt aus der Stadt, wo wir noch Little green bee-eater und Brown-backed woodpecker sahen.


Die Straße von Gambela nach Dembidolo

TAG 25-29: 8.-12. DEZEMBER (GAMBELA)
Während unseres Besuches in Gambela gelang es uns, im stadtnahen Gebiet ausführlich zu Fuß oder mit gemieteten Fahrrädern zu beobachten. Wir werden die Beobachtungsstellen an diesem Ort sektionsweise aufführen. Für ausführliche Beschreibungen sei auf folgenden Artikel hingewiesen: Spottiswoode, C. & Mills, M. 2000 Records from Gambela, western Ethiopia. African Bird Club Bulletin 7(2): 97-100. Hier klicken, um den Artikel auf der Homepage des African Bird Club zu sehen.

Zusätzlich haben wir eine detaillierte Karte des Gebietes um Gambela angefertigt, die die Stellen, die unten beschrieben sind zeigt. Wer daran interessiert ist, sende bitte eine Email an uns (in Englisch).

Die Dembidolo/ Itang Straße: Mit einem kurzen Fußmarsch kann man hier in gutes Waldland gelangen. Abseits der Stadt liegen nahe der Straße einige beeindruckende Granithügel, die aus der flachen Ebene ragen. Foxy cisticola, Green-backed eremomela, Chestnut-crowned sparrow-weaver und Little green bee-eater waren hier häufig. Andere interessante Arten waren ein Paar Gambaga flycatchers in einem Feigenbaum an dem ersten Hügel hinter der Stadt,  Red-throated bee-eater entlang eines kleinen Flusslaufes, Brown-rumped bunting auf einer frisch abgebrannten Fläche, Black-faced firefinch, Black woodhoopoe, Yellow-breasted hyliota, Black-headed gonolek und Pygmy sunbird.

Der Baro Fluss flussabwärts von Gambela: Ein schmaler Pfad führt Richtung Westen von der Stadt ausgehend entlang des Ufers. Red-throated bee-eater wurde entlang des Flussufers beobachtet, ebenso der Senegal thicknee. In einigen Restdickichten entlang des Flusses sahen wir eine einzige Snowy-crowned robin-chat. Seedeaters sind in den grasigen Bereichen zu finden. Unter ihnen waren Fawn-breasted und Black-rumped waxbill und außerdem eine einzelne Familie Bar-breasted firefinches. Blue-headed coucal war häufig. Es gibt auch eine Straße etwas abseits des Flusses, die aus Gambela in diese Richtung führt  (die Fortsetzung der Straße, die an der Tankstelle vorbeiführt). Sie führt erst durch die Flutebene (Mariskensänger und Blue-headed coucal) und verschmälert sich bad zu einem Pfad, der durch einen Bestand aus relativ hohem und feuchtem Waldland besteht. Hier sahen wir Black-faced firefinch, Yellow-breasted hyliota, Black-billed wood dove, eine kleine Gruppe Swallow-tailed bee-eaters, Green woodhoopoe, Lizard buzzard, Pygmy sunbird und Black-rumped waxbill.

Straße nach Metu: Diese Straße führt durch altes Waldland, das von vielen Arten bewohnt wird, die auch an der Itang/Dembidolo Straße zu finden sind. Zusätzlich sahen wir Levant sparrowhawk, Brown babbler, Black-billed wood dove und Grey woodpecker. Außerdem sahen Claire Spottiswoode und Duan Biggs eine einzelne Rohrdommel in der Flutebene direkt flussaufwärts von der Hauptbrücke über den Baro Fluss.  

TAG 30-33: 13-16 DEZEMBER (GAMBELA NACH ADDIS ÜBER METU UND JIMA)
Da wir mit dem Bus gefahren sind, ergaben sich kaum Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung. Interessante Beobachtungen waren eine Gruppe Black Crowned cranes zwischen Jima und Addis, sowie zahlreiche Banded Barbets in der Stadt Metu.

Tag 34-35: 17.-18. DEZEMBER (ADDIS ABABA)
Wir besuchten das National Museum, Mercato (einen großen Markt) und andere Sehenswürdigkeiten in Addis Ababa, bevor wir am 18. Dezember nach Südafrika zurückgeflogen sind.


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