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Blaukehlchen

In Brandenburg gibt es etwa 120 Blaukehlchenreviere. Gute Gebiete sind der Rietzer See (24 singende Männchen) und das Untere Odertal (Lunow bis Gartz: 33 singende Männchen). Quelle: Ryslavy 2001

In Mecklenburg-Vorpommern stellt das Peenetal mit bis zu 40 Brutpaaren ein lokales Verbreitungszentrum dar (Nicolai 1993). Insgesamt brüten in Mecklenburg- Vorpommern 150 Paare (http://www.um.mv-regierug.de Stand 2001).

In Niedersachsen war das Blaukehlchen bis in die 80er Jahre ein seltener Brutvogel  (1980 <40 Reviere / 1985 <200 Reviere; Heckenroth, 1985; Heckenroth & Laske 1997). Aktuell konnte eine enorme Bestandsvergrößerung festgestellt werden. Für das Frühjahr 2001 wurden auf der Grundlage einer umfassenden landesweiten Erfassung 3000 Reviere geschätzt (Krüger, 2001)! Dabei wurde v.a. die naturräumliche Region "Watten und Marschen" besiedelt, d.h. vornehmlich die seedeichnahen Bereiche der Jungen und Alten Marsch oder die Unterläufe der größeren Fließgewässer (Ems, Weser, Elbe) entweder im Deichvorland oder in der angrenzenden Flussmarsch. Verbreitungsschwerpunkt ist das nordwestliche Ostfriesland. Gute niedersächsische Gebiete liegen beispielsweise im Mündungsbereich der Ems: Der Süden der Leybucht, die Knock bei Rysum westlich von Emden (verlandete Spülfelder), der Dollart und die Ostfriesischen Meere. Die größte Siedlungsdichte von 3,85 Revieren/ 10 ha wurde im Bereich der Tunxdorfer Emsschleife gefunden (Krüger, 2001).

In Süddeutschland spielt die Rheinebene eine wichtige Rolle. Gute Bereiche sind beispielsweise das NSG Kühkopf-Knoblauchsaue, der Lampertheimer Altrhein oder die Wagbachniederung.

In Bayern ist das Blaukehlchen ebenfalls verbreitet. Während man am Chiemsee, Unteren Inn und Echinger Stausee etwas Glück braucht, ist diese Art im Mohrhofweihergebiet und an der Donau zwischen Regensburg und Vilshofen recht leicht zu finden. Auch im Coburger Land ist das Blaukehlchen recht häufig (1996 176 Paare am Obermain; Theiss 1997). Besiedelt werden hier zu 90% anthropogen geschaffene Lebensräume (v.a. Grabensysteme, Schlämmbecken und Baggerseen). Da das Blaukehlchen mittlere Sukzessionsstadien besiedelt, schwanken die Bestände in dem Maße wie alte Lebensräume verbuschen und neue Lebensräume vor allem durch die Kiesindustrie entstehen. Wichtige Blaukehlchenbiotope liegen entlang des Mains zwischen Burgkunstadt und Breitengüssbach an den durch Kiesabbau entstandenen Gewässern (Beispiele: Kieswerk nördlich von Trieb bei Michelau: rund 8 BP; Fischteiche Nassanger Weiher nördlich von Trieb: rund 4 BP; Kieswerk westlich Unteroberdorf bei Breitengüssbach: zwischen 6 und 2 BP; Altarme des Main nahe Hochstadt: zwischen 3 und 6 BP; Weitere Flächen im Coburger Land: Schilffelder in den Feuchtwiesen nahe Autenhausen rund 11 km westlich von Coburg  an der ehemaligen Grenze: 1996: 15 BP; Glender Wiesen westlich des Örtchens Glend nördlich von Coburg: 1996: 5 BP; Theiss 1997).

Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Blaukehlchen nur sehr kurze Zeit im Jahr wirklich einfach zu beobachten ist: Wenn die meisten Männchen in der zweiten März- / ersten Aprilhälfte die Reviere besetzen, singen sie wenige Wochen sehr intensiv. Danach sind Blaukehlchen sehr heimlich und nur schwer zu beobachten. Lediglich zum Beginn der üblichen Zweitbrut im Juni steigt die Gesangsaktivität kurzfristig wieder an.

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viel gesuchte Arten             Oberrheinebene