Amrum

  

Christoph Moning

Amrum ist ornithologisch ähnlich zu Sylt. Die Insel ist jedoch nicht so groß und ausgebaut wie ihre "große Schwester" und verfügt zudem nicht über große Süßwasserbiotope. Jedoch verleiht die sehr schön ausgeprägte Abfolge von Strand, Dünen, Kiefernforsten, Grünländern und Ackerflächen auf dem alten Geestkern sowie weiten Wattflächen der Insel einen sehr naturnahen Charakter. In dieser landschaftlich sehr reizvollen Umgebung lassen sich zu jeder Jahreszeit hervorragende Vogelbeobachtungen machen.

 

Voraussetzungen:

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: ja

Ausrüstung: Spektiv und Fernglas; warme Bekleidung

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: leicht; die Nordspitze darf nur im Rahmen einer Führung betreten werden. Die Dünen dürfen nur auf den Wegen betreten werden.


Interessante Arten:

Stern- und Prachttaucher sind Wintergäste, die am einfachsten an der Westküste beobachtet werden können. Gleiches gilt für überwinternde Meeresenten wie Berg-, Eis, Trauer- und Samtenten. Am Strand sind dann ebenfalls Schneeammern, Ohrenlerchen und Sanderlinge zu erwarten. Auch der Gänsesäger ist ein Wintergast in den Küstenabschnitten um Amrum, während der Mittelsäger (10 BP) ganzjährig hier anzutreffen ist. Kornweihe, Merlin und Rauhfußbussard sind weitere Wintergäste. Hochseevögel wie Eissturmvögel, Dreizehenmöwen oder Lummen sind vor allem bei Weststurmsituationen im Herbst bis in den Winter hinein an der Westküste zu erwarten. Raubmöwen werden hier vornehmlich bei Herbststurmsituationen entdeckt. Unter den Gänsen sind vor allem die großen Mengen der überwinternden Ringelgänse zu erwähnen. Brandgans (100 BP) und Eiderente (570 BP) sind auch Brutvögel auf Amrum. Weitere Brutvögel sind Sturm- (1.225 BP), Silber- (2.200 BP) und Heringsmöwe (4.700 BP). Limikolen sind besonders zu den Hauptzugzeiten im April bis Mai und von August bis Ende Oktober artenreich vertreten. Zu den häufigen und regelmäßigen Arten zählen Austernfischer (600 BP), Säbelschnäbler (68 BP), Sandregenpfeifer (Brutvogel an der Nordspitze: 12 BP), Kiebitz- und Goldregenpfeifer, Knutt, Sanderling, Meerstrandläufer (Überwinterungstradition bei Wittdün), Alpen-, Sichel- und Zwergstrandläufer, Bruchwasser-, Waldwasser- und Flussuferläufer, Rotschenkel (40 BP), Dunkler Wasserläufer, Grünschenkel, Uferschnepfe, Großer (1 BP) und Regenbrachvogel sowie Bekassine und Kampfläufer. Zwerg- (75 BP) und Küstenseeschwalben (50 BP) brüten im NSG Amrum-Odde. Auch die Flussseeschwalbe brütet mit rund 25 Paaren auf der Insel. Die Brandseeschwalbe ist regelmäßiger Nahrungsgast. In den Kaninchenbauten brüten vor allem im Norden Amrums einige Paare der Hohltaube. Die Sumpfohreule ist ein nur unregelmäßiger Brutvogel (2 BP), während die Waldohreule in den Gehölze der Insel gut vertreten ist. Besonders zwischen Ende September und Anfang Oktober herrscht bei ruhigem Wetter morgens ein eindrucksvoller Kleinvogelzug mit Arten wie Steinschmätzer, Braunkehlchen, verschiedenen Grasmücken, Fitis und Zilpzalp, Goldhähnchen, Rotkehlchen und Schnäppern.

Die Brutvögelzahlen stammen aus Quedens, G. (1997): Die Brutvögel der Insel Amrum - Ornithologische Mitteilungen 49; Seiten 3-23


Lebensräume: 

Amrum als alte Geestinsel (früher einmal Festland) bietet mit seinen Stränden, Dünen, Heiden, Kiefernforsten, Salzwiesen, Äckern, Grünländern und Orten eine große landschaftliche Vielfalt. Zudem grenzt die Insel direkt an die offene Nordsee.


Information:

Folgende Internetseiten bieten umfassende Informationen rund um die Insel. Hier sind zum Beispiel Unterkünfte, Fahrpläne und Flutkalender abrufbar:

http://www.amrum.de/

http://www.amrum-online.de/

http://www.deramrumer.de/

Informationen zum Fährplan sind auf der Seite http://www.wdr-wyk.de/frammain.htm zu finden.

Naturschutzverbände:

Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer e.V.
Tel.: (04682) 2718
Programm: öffentliche und Gruppenveranstaltungen. Dünenführungen, Spülsaumführungen, ornithologische Führungen, Salzwiesenwanderungen, Führungen durch das Watt, Diavorträge.
Informationszentrum: Wittdün in den Gebäuden der Kurverwaltung

Verein Jordsand
Tel.: (04682) 2332
Programm: Betreuung des Natur- und Vogelschutzgebietes Amrum-Odde;
Vogelkundliche Wanderungen: täglich (außer montags) um 10.00 Uhr am Vogelwärterhäuschen (bei Norddorf)

Öömrang Ferian i.f. - Naturschutzverein für Amrum
Tel.: (04682) 1635
Adresse: Naturzentrum Norddorf
Strunwai 31
25946 Norddorf / Amrum
Programm: Strand- und Dünenführungen, naturkundliche Wattführungen, archäologische Führungen, vogelkundliche Führungen.
Informationszentrum: Norddorf (am Schwimmbad)

Gezeiten: http://www.bsh.de/Meereskunde/Gezeiten/805.html


Anfahrt:

Mit der Bahn und dem Fahrrad: Amrum ist nur mit der Fähre zu erreichen. Der Hauptverbindungshafen ist Dagebüll (Mit der Bahn zu erreichen: http://www.bahn.de/). Die Fähre fährt fast immer über Wyk (Föhr) nach Wittdün (Amrum). Auf Amrum ist es problemlos möglich, auf das Auto zu verzichten. Man kann die Insel innerhalb einer Tageswanderung umrunden. Busse verbinden alle Orte.

Mit dem Auto: Man nimmt die Fähre bei Dagebüll oder lässt das Auto auf einem bewachten Parkplatz am Fähranleger in Dagebüll stehen.

 

Beobachtungsmöglichkeiten:

 

1 Amrum-Odde/ Norddorfer Salzwiesen

2 Kniepsand

3 Wittdün

1 Amrum-Odde/ Norddorfer Salzwiesen

verändert nach: Landesvermessungsamt Schleswig-Holstein, 2001

Dieses Gebiet nördlich des Ortes Norddorf gehört zu den besten Beobachtungsgebieten auf der Insel. In diesem Bereich kann bequem während einer Rundwanderung mit Abstechern beobachtet werden (rot markiert). Die Wege durch die Norddorfer Salzwiesen und den Damm zur Wattenseite können auch gut mit dem Fahrrad befahren werden. Auf den Salzwiesen (1) können im Winter Ringelgänse, Pfeifenten, Kornweihen, Rauhfußbussarde, Merline und bei Flut rastende Limikolen wie Großer Brachvogel, Regenbrachvogel, Goldregenpfeifer, Uferschnepfe oder Kampfläufer beobachtet werden. Im Norden des Rundweges lohnt sich am Schullandheim Ban Horn ein Abstecher an den Strand (2). Im Winter sind hier Schneeammern und Sanderlinge am Spülsaum und auf dem Wasser Wintergäste wie Sterntaucher, Eisente oder Eiderente (ganzjährig) zu beobachten. Ein weiterer Abstecher führt zur Seevogelwarte des Verein Jordsands an der Nordspitze (Odde) der Insel (3). Die Halbinsel darf nur im Rahmen einer Führung betreten werden (siehe Abschnitt "Information" oben). Dies kann besonders bei Flut interessant sein, wenn große Watvogelscharen auf der vorgelagerten Kiesfläche ganz im Norden rasten (z.B. Pfuhlschnepfe und Knutt zur Zugzeit in großen Mengen). Als Brutgebiet ist dieser Bereich vor allem für die Heringsmöwe (rund 450 Paare, 1998) und die Eiderente (rund 100 Paare, 1995) wichtig. Aber auch Küsten- (knapp 20 Paare) und Zwergseeschwalbe (rund 30 Paare), Sandregenpfeifer, Mittelsäger, Sumpfohreule (unregelmäßiger Brutvogel) sowie Seehunde und Kegelrobben können hier beobachtet werden. In den Kaninchenbauten brüten einige Paare der Hohltaube. Zur Zugzeit ist die Nordspitze auch wegen des Kleinvogelzuges interessant. Wieder zurück auf dem Rundweg geht es auf dem Deich entlang der Wattenseite zurück (4). Vom Deich aus kann man gut auf das Watt blicken. Besonders bei auflaufender Flut kann man dann Arten wie Brandgans, Kiebitzregenpfeifer, Rotschenkel, Pfuhlschnepfe oder Alpenstrandläufer aus nächster Nähe beobachten. Im Winter halten sich hier gelegentlich Meerstrandläufer an den Buhnen auf.

2 Kniepsand

Der Kniepsand im Westen von Amrum ist eine bis zu 1,2 km breite Sandbank, auf der kleine Primärdünen nur geringfügige Erhebungen verursachen. Er grenzt direkt an das offene Meer. Im Winter lassen sich am Spülsaum Sanderlinge, Schneeammern und Ohrenlerchen beobachten. Auf dem Meer sind dann Wintergäste wie Stern- und Prachttaucher, Trauer- und Samtenten oder Eis- und Bergenten zu beobachten. Bei stürmischen Westwinden im Herbst und z.T. auch im Winter können von hier aus auch Hochseearten wie Basstölpel, Dreizehenmöwen, Alke oder Raubmöwen beobachtet werden. Auch rastende Möwen sind dann zahlreich.

3 Wittdün

verändert nach: Landesvermessungsamt Schleswig-Holstein, 2001

Der Hafenort Wittdün im Südosten der Insel ist die Anlegestelle für die Fähren. Im Winter sind an den Hafenbuhnen (1) regelmäßig Meerstrandläufer zu beobachten. Der Hubsand (2) bietet bei Ebbe zahlreichen Limikolen und Entenvögeln Rast und Nahrungsmöglichkeiten. So können hier beispielsweise große Ansammlungen der Eiderente beobachtet werden. Der Bereich kann gut von dem Damm nördlich von Wittdün aus eingesehen werden (3).


 

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