Das Mohrhofweihergebiet

  

Christoph Moning

Stand: Juni 03

 

Das Mohrhofweihergebiet ist Teil einer ausgedehnten Fischteich-Landschaft. Es ist bereits seit über 100 Jahren für seinen Vogelreichtum bekannt (Vogelpfarrer Jäckel). Die Teiche sind relativ nährstoffreich und bieten daher im Herbst, wenn sie abgelassen werden, gute Nahrungsgründe für durchziehenden Vögel. Das Gebiet hat auch einige interessante Brutvögel wie den Schwarzhalstaucher, die Zwergdommel oder das Blaukehlchen zu bieten. Bisher wurden über 250 Arten nachgewiesen. 

Die einzigartige Kulturlandschaft des Mohrhofweihergebietes lässt sich gut während eines Tagesausfluges zu Fuß (mit dem Auto kombiniert) oder mit dem Fahrrad erkunden.

 

Voraussetzungen:

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Ja, wenn mit Fahrrad kombiniert.

Ausrüstung: Spektiv und Fernglas

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: Insgesamt muss man wenige Kilometer laufen.


Interessante Arten:

Der Schwarzhalstaucher hat im Mohrhofweihergebiet eines der größten Brutvorkommen im südlichen Deutschland. Silberreiher sind fast ganzjährig zu beobachten, während Nacht- und Purpurreiher nur seltene Gäste sind. Die Zwergdommel brütet mit 5 bis 8 Paaren (2001). Der Weißstorch lässt sich schön in der Ortschaft Dannberg auf Strommasten brütend beobachten. Weitere Brutvorkommen in der näheren Umgebung liegen in Weisendorf und Röttenbach. In dem Gebiet sind weiterhin zahlreiche Entenarten  wie Schnatter-, Löffel-, Kolben- und Knäkente anzutreffen. Dabei sollte man auch auf Entenhybriden wie z.B. Reiher x Tafelente geachtet werden. Kolbenente, Graugans, Rohrweihe und Baumfalke sind Brutvögel. Tüpfelrallen können auf dem Durchzug beobachtet werden. Zur Limikolenzugzeit wird man eine gute Auswahl an Limikolen wie Sand- und Kiebitzregenpfeifer, Sanderling, Sichel-, Temminck- und Zwergstrandläufer, Dunkler Wasserläufer, Grünschenkel, Bekassine und Kampfläufer sowie Sumpfseeschwalben beobachten können. Schilf- und Drosselrohrsänger lassen sich am ehesten im Frühjahr und Sommer von den Wegen aus beobachten. Das Blaukehlchen und die Beutelmeise können zur Brutzeit fast überall erwartet werden. Zusätzlich hat man immer die Chance auf Besonderheiten. 2001 konnten beispielsweise Kuhreiher und Graubruststrandläufer im Gebiet beobachtet werden.


Lebensräume:

Nährstoffreiche Fischteichlandschaft mit teilweise ausgedehnten Röhrichten an den Ufern. Dazwischen liegen landwirtschaftlich genutzte Flächen und Wäldchen (v.a. Kiefer).


Anfahrt:

Mit der Bahn und dem Fahrrad: Der nächste Bahnhof ist Höchstadt an der Aisch. Von dort sind es noch 5 km bis Biengarten (http://www.bahn.de). Der Bahnhof liegt südlich der B 470. Von dort geht es über Großneuses und Boxbrunn nach Biengarten. Alternativ kann man auch direkt durch den südlich von Höchstadt gelegenen Bürgerwald fahren.

Mit dem Auto: Die A 3 führt nahe am Gebiet vorbei. Man erreicht es von Norden über die Abfahrt Höchstadt-Ost. Dann weiter über Gremsdorf, Krausenbechhofen und dann Poppenwind. Von Süden nimmt man die Abfahrt Erlangen-West und fährt über Heßdorf, Hannberg und Niederlindach nach Hesselberg.

 

Beobachtungsmöglichkeiten:

Für die Beobachtungsstrategie im Mohrhofweihergebiet gibt es kein Rezept. Besonders im Herbst, wenn die Weiher abgelassen werden, gestaltet sich die Situation sehr variabel. Die frisch abgelassenen Teiche sind natürlich die Besten. Wenn man einen solchen Teich besucht, wird man zahlreiche Limikolen und entlang der Schilfränder auch Wasser- und Tüpfelralle beobachten können. Die Limikolen wechseln dabei gerne zwischen den Weihern, so das man etwas abwarten muss, bis man einen Überblick über die anwesenden Limikolen hat. Weniger punktuell und variabel sind die Beobachtungsmöglichkeiten für Schwarzhalstaucher, Enten und Schilfbewohner. Sie wird man überall auf den offenen Wasserflächen und an den schilfbestandenen Dämmen beobachten können. Für die Rohrsänger ist beispielsweise der Betonplattenweg südlich von Poppenwind (wenn man von Poppenwind kommt, ist der zweite Weiher rechts entlang dieses Weges besonders gut) und der Möwenweiher südöstlich von Biengarten interessant.

Die Fahrwege im Mohrweihergebiet sind nur für Anlieger frei, so das man sein Auto etwas außerhalb parken muss (An den eingezeichneten Schildern "Durchfahrt verboten"). Fahrräder sind natürlich nicht davon betroffen, was eindeutig für dieses Verkehrsmittel spricht. Man kann sich recht gut auf den Wegen und Dämmen im Gebiet bewegen. Die rot markierten Wege in der Karte zeigen die wichtigsten Möglichkeiten (zu Fuß). ABER: Zwischen 01.März und 31.August dürfen die Dämme nicht betreten werden! Dies schränkt die Beobachtungsmöglichkeiten zwar ein, ist aus Naturschutzgründen aber unerlässlich. Es ist absolute Pflicht jedes Vogelbeobachters sich an dieses Wegegebot zu halten!

Bei einem Besuch des Mohrhofweihergebietes sind folgende Routen meist lohnend (in der Karte rot markiert): Der Weg zum Strich- und zum Blätterweiher von Poppenwind aus. Die beiden Wege östlich Biengarten, sowie der Weg westlich Hesselberg. Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, wird man bei der Umrundung des Gebietes an einigen zeitweise interessanten Teichen vorbeikommen. Auch die Teiche südwestlich und nördlich Hesselberg können im frisch abgelassenen Zustand interessant sein.


 

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