Der Moosburger und der Echinger Stausee

  

Christoph Moning

 

Der Bereich der Mittleren Isar zwischen Moosburg und Landshut bietet durch den Moosburger und Echinger Stausee die Möglichkeit, innerhalb weniger Stunden ein breites Artenspektrum an Limikolen, Enten, Rallen und anderen Wasservögeln zu sehen. Bisher wurden rund 250 Arten festgestellt. Die Zugzeiten zwischen April und Juni und zwischen August und November sind die besten Beobachtungszeiten. Die Zahl der Entenvögel erreicht im Winterhalbjahr ihr Maximum. 

 

Echinger Stausee bei Niedrigwasser

Voraussetzungen:

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Ja, wenn mit Fahrrad kombiniert. 

Ausrüstung: Spektiv und Fernglas

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: leicht


Interessante Arten:

Ohrentaucher (selten) und Schwarzhalstaucher sind am ehesten auf dem Moosburger Stausee zu beobachten. Silberreiher und Seidenreiher (gelegentlich) sind hingegen für den Echinger Stausee typisch. Alle gängigen Entenarten darunter auch große Ansammlungen von Schnatter-, Pfeif- und Kolbenente sowie Gänsesäger und Baumfalke sind an beiden Seen zu erwarten. Wasserralle, Tüpfelsumpfhuhn und Kleines Sumpfhuhn (sehr selten) können am Echinger Stausee beobachtet werden. Zur Zugzeit kann man dort auch eine große Auswahl an Limikolen wie Kiebitzregenpfeifer, Sanderling, Sichelstrandläufer, Temminck-strandläufer (ziemlich regelmäßig), Zwergstrandläufer oder Dunklen Wasserläufer beobachten. Schwarzkopfmöwe, Zwergmöwe, Flussseeschwalbe (Brutvogel), Raubseeschwalbe (selten aber alljährlich), Trauerseeschwalben und jedes Jahr auch  andere Sumpfseeschwalbenarten sind an beiden Seen möglich. Blaukehlchen (Brutvogel), Drosselrohrsänger (im Durchzug) und Beutelmeise sind am Echinger Stausee zu sehen.


Lebensräume:

Der Moosburger Stausee verfügt über keine Verlandungszone. Lediglich die große Wasserfläche zieht umfangreiche Ansammlungen von Wasservögeln an. Der Echinger Stausee beinhaltet hingegen vor allem in seinem Westteil größere Verlandungszonen mit Schilf-, Wasserampfer- und Schlickflächen. Darin liegen Weidengebüsche. 


Information:

http://www.bavarianbirds.de: Quartalsberichte zum Gebiet


Anfahrt:

Mit der Bahn und dem FahrradDer nächste Bahnhof zum Gebiet ist Moosburg. Vom Bahnhof liegt der Moosburger Stausee knapp 4 km entfernt. Bis zum Echinger Stausee sind es gut 11 km. Man erreicht die Stauseen vom Moosburger Bahnhof folgendermaßen: Durch die Moosburger Innenstadt auf die B 11 (auf der anderen Seite von Moosburg) - Hier links parallel der B 11 Richtung Osten bis der Moosburger Stausee linkerhand erreicht ist - Weiter zum Echinger Stausee: Auf dem Deich auf die gegenüberliegende Seite des Stausees - Weiter auf der rechten Seite des Mittleren Isarkanals nach Osten bis man eine Kraftwerksanlage erreicht - Hier rechts und bis an die Autobahn heranfahren (Radfahrweg "Weixerau" folgen) - Vor der Autobahn links entlang der Autobahn - 600 m nachdem man unter der Autobahn hindurchgefahren ist folgt man einem Weg, der links schnurgerade durch landwirtschaftlich genutzte Flächen führt (wiederum Schild Radwanderweg "Weixerau" folgen) - Nach 1 km nimmt man einen Abzweig nach links (Schild: Gasthaus Fischerhaus/ Biergarten) - Nach weiteren 300 m wird eine Brücke über den Mittleren Isarkanal erreicht - Diese nicht überqueren sondern weiter auf der rechten Kanalseite auf dem Damm nach Osten - Nach 900 m werden die Verlandungsbereiche des Echinger Stausees erreicht.

Mit dem Auto: Von München aus erreicht man die Stauseen über die A 92 (Abfahrt "Moosburg Nord"). Von Moosburg, Freising und Landshut aus fährt man über die B 11 an. Der Moosburger Stausee liegt direkt an der B 11 zwischen Moosburg und der A92. Zwei Parkplätze liegen an der B 11 an den Enden des Stausees. Ein weiterer Beobachtungspunkt kann bei Sonne aus dem Osten recht gut sein. Um ihn zu erreichen, fährt man die B 11 nach Osten unter der A 92 hindurch. 700 m nach der Autobahnbrücke (Abfahrt "Moosburg Nord") fährt man links hinter einer Aral Tankstelle Richtung Spörerau ab. Man folgt der Straße (nicht nach Spörerau fahren!) über die A 92 und erreicht 1,5 km hinter der Abfahrt von der B 11 das Ostende des Moosburger Stausees an einer Brücke über den Mittleren Isar-Kanal. Hier kann man vor der Brücke parken und auf den See schauen.

Um zum Echinger Stausee zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten mit unterschiedlichen Beobachtungsoptionen: entweder man fängt mit Schilf an und "arbeitet" sich zu der offenen Wasserfläche vor; oder man beginnt mit der offenen Wasserfläche und beobachtet später am Schilf. Für die erste Möglichkeit (in der Karte mit P1 markiert) nimmt man von der B 11 die Abfahrt Richtung Kronwinkel/ Weixerau. Danach fährt man nach rechts über die Brücke, die über die B 11 führt. Hinter der Brücke erreicht man eine T-Kreuzung, an der man links fährt. Kurze Zeit später geht es links Richtung Fischerhaus. Dort fährt man rechts und parkt direkt an einer Brücke am Forellenweg im Gras. Dann geht man über die Brücke, die über den Kanal führt und folgt dem Betonkanal nach rechts. So gelangt man auf den Damm, der den Echinger Stausee begrenzt. Auf diesem geht man nach rechts.

Für die zweite Möglichkeit nimmt man die nächst östlichere Abfahrt Richtung Buch am Erlbach/ Viecht und Eching. Man folgt der Hauptstraße über die Brücke, die über die B 11 führt. An der nächsten T-Kreuzung fährt man links Richtung Eching. Im Dorf fährt man kurz vor der Kirche nach links Richtung Weixerau. Bald darauf fährt man auf dem Damm des Echinger Stausees nach Westen. Je nach Wasserstand kann man hier bereits beobachten. Gut 700 m nach der Kirche knickt die geteerte Straße links ab. Geradeaus verläuft ein geschotterter Weg weiter auf dem Damm. An dieser Kurve parkt man (P2). Von hier aus geht man zu Fuß auf dem geschotterten Dammweg weiter.

 

Beobachtungsmöglichkeiten:

Am Moosburger Stausee kann man hervorragend vom Damm aus beobachten. Von den beschriebenen Parkplätzen (siehe "Anfahrt mit dem Auto") kann man mit einem Spektiv die ganze Wasserfläche überblicken. Natürlich ist es auch möglich, den Stausee zu Fuß zu umrunden. Der Moosburger Stausee wird nur ausnahmsweise abgelassen, so dass hier der Schwimmvogelaspekt besonders betont ist. So lassen sich hier Schnatter-, Pfeif- und Kolbenenten in größeren Mengen beobachten. Schwarzhalstaucher sind ebenfalls nicht selten zu sehen. Zur Zugzeit sollte man auf Sumpfseeschwalben achten. In den Möwenschwärmen lässt sich gelegentlich eine Zwerg- oder Schwarzkopfmöwe entdecken. Im südöstlichen Eck des Stausees befindet sich eine alljährlich besetzte Flussseeschwalbenkolonie auf  künstlichen Brutinseln, die im Juni/ Juli meist die ornithologische Hauptattraktion am Moosburger Stausee darstellt.

Der Beobachtungserfolg am Echinger Stausee hängt wesentlich vom Wasserstand ab. Im Vergleich zum Moosburger Stausee ist der Echinger Stausee flacher und verfügt über ausgedehnte Verlandungsbereiche im Westen. Wenn der See zur Zugzeit abgelassen wird (was z.T. recht unregelmäßig geschieht), lassen sich hier viele Limikolen auf den dann freiliegenden Schlickflächen beobachten. Sobald etwas Schlick am Rand der Schilfflächen frei liegt, sollte man im April/ Mai und August/ September die Schilfränder nach Rallen absuchen. Zur Zugzeit kann man eigentlich immer Wasser- und Tüpfelrallen beobachten. Auch das Kleine Sumpfhuhn wird fast jedes Jahr gesehen.

Von dem Parkplatz P2 aus geht man auf dem geschotterten Dammweg nach Westen und überblickt zunächst die weite Wasser- bzw. Schlickfläche. An einem kleinen, gelben Gebäude am Deich, dass man nach 300 m erreicht,  kann man diese Fläche gut überblicken. Gegenüber diesem Gebäude liegen drei künstliche Brutinseln im See, die jedes Jahr von Flussseeschwalben zur Brut genutzt werden. In den letzten Jahren haben auch Mittelmeermöwen hier gebrütet. Wenn man von dem Gebäude weiter nach Westen geht, kommt man an einem Mosaik aus Schilf-, Schlick- (je nach Wasserstand) und Wasserflächen vorbei. Hier kann man Rallen, Enten und Limikolen oft aus kurzer Distanz beobachten. Rohrsänger schlüpfen durch das Schilf und je weiter man nach Westen geht, umso mehr sollte man auf Blaukehlchen achten. Gute Chancen hat man ab dort, wo ein Kanal den Deich kreuzt und ein Weg von links auf den Deichweg trifft (Rund 1 km von dem Parkplatz entfernt. Hier beginnt man, wenn man am Parkplatz P1 geparkt hat). Ab März ist das Blaukehlchen für wenige Wochen v.a. durch seinen abwechslungsreichen Gesang auffindbar. Danach verhält es sich unauffälliger. Auch Beutelmeisen tauchen gelegentlich in diesem Bereich auf. Auf dem Weg in den Westteil des Stausees sollte man einen Blick auf die Bäume auf der gegenüberliegenden Seite (Nordseite) werfen. Hier brüten Graureiher und Kormorane. Oft halten sich Silberreiher in ihrer Nähe auf. Der Eisvogel ist fast bei jedem Besuch zu sehen. Wenn man den von Westen aus geht (Parkplatz 1) gilt diese Beschreibung natürlich anders herum!


 

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