Nationalpark Berchtesgaden und sein Vorfeld bis an die Saalach

  

Christoph Moning; Durchgesehen und ergänzt von Christian Wagner

Stand: März 2004

 

Obwohl das Gebiet insgesamt 240 Km² umfasst, brüten nur rund 100 Vogelarten im Nationalpark und seinem Vorfeld. Knapp 150 Arten wurden im gesamten Gebiet festgestellt. Der Nationalpark und sein Vorfeld stellen einen sehr umfassenden Ausschnitt des Naturraumes der nördlichen Kalkalpen dar. Hier brüten so gut wie alle auf die Alpen beschränkte Arten der deutschen Brutvogelliste. Um die meisten dieser Arten zu sehen, benötigt man schon etwas Kondition. Noch im April sind in den Hochlagen stärkere Schneefälle und Lawinengefahr möglich. Großteile des alpinen Geländes sind bis in den Mai mit Schnee bedeckt. Um eine größere Zahl von Alpenarten zu sehen, sollte man mindestens einige Tage bleiben.

 

Voraussetzungen:

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Zum Teil.

Ausrüstung: Fernglas, festes Schuhwerk, im Winter Schneeschuhe oder Touren-Ski, Kartenmaterial

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: leichte Spaziergänge bis anspruchsvolle Wanderungen, die auch auf mehre Tage ausgedehnt werden können


Interessante Arten:

Gänsegeier, Steinadler, Wespenbussard, Wanderfalke, Alpenschneehuhn, Auerhuhn, Birkhuhn, Haselhuhn, Rauhfußkauz, Sperlingskauz, Schwarz-, Grün-, Grau-, Weißrücken- und Dreizehenspecht, Felsenschwalbe, Bergpieper, Alpenbraunelle, Ringdrossel, Berglaubsänger, Zwergschnäpper, Wasseramsel, Mauerläufer (selten), Tannenhäher, Kolkrabe, Alpendohle, Schneesperling


Lebensräume:

Das Gebiet liegt zwischen 500 m NN und 2700 m NN und umfasst die großen Gebirgsstöcke des Hagengebirges, des Watzmanns, des Hochkalters und der Reiteralm. Das Gebiet ist v.a. im Süden eine Hochgebirgslandschaft mit steilen Kalk- und Dolomitfelsen, Hangmischwäldern, subalpinen Fichtenwäldern, ausgeprägten Krummholzzonen, alpine Rasen, Felsspalten- und Schuttgesellschaften. Besonders im Vorfeld sind gut strukturierte submontane Mischwälder zu finden. 


Information:

Gutes Kartenmaterial ist wichtig für die Orientierung im Gelände:

Eine gute Karte für den Nationalpark:

Topographische Karten Bayern, Blatt 1

Nationalpark Berchtesgaden
LVA Bayern, 2001 

Wander-, Rad- und Schitourenkarte
Berchtesgadener Land, Chiemgauer Alpen
Kompass-Karten-Verlag
€ 6,95

Nationalparkverwaltung: Doktorberg 6, 83471 Berchtesgaden, 08652/9686-0

Es gibt Informationsstellen des Nationalparks am Klausbachhaus, an der Wimbachbrücke und am Königssee (Nordufer nahe Schiffsanleger). In Berchtesgaden selbst gibt es das Nationalpark-Haus mit einer umfassenden Ausstellung.

 

Internet:

http://www.berchtesgadener-land.com: gute Informationsquelle für die ganze Region.

http://www.nationalpark-berchtesgaden.de: Die Seite des Nationalparks im Internet

http://www.berchtesgaden.com: mehr allgemeine Informationen

http://www.watzmann.de: U.a. ist hier ein Zimmernachweis zu finden

http://wwwneu.jennerbahn.de/willkommwn.asp : Fahrplan und Preise der Jennerbahn

 

Literatur:

  • Bögel, R. (1996): Untersuchungen zur Flugbiologie und Habitatnutzung von Gänsegeiern. - Forschungsbericht 33, Nationalparkverwaltung Berchtesgaden

  • Eberhardt R. (1996): Raumnutzung des Steinadlers Aquila chrysaetos (L.) im Biosphärenreservat Berchtesgaden. - Diplomarbeit, Universität Saarbrücken

  • Pechacek, P. (1995): Spechte im Nationalpark Berchtesgaden - Forschungsbericht 31, Nationalparkverwaltung Berchtesgaden

  • Schuster, A. (1996): Singvögel im Biosphärenreservat Berchtesgaden Vogelbestandsaufnahmen und ihre Umsetzung zu Verbreitungskarten mit Hilfe eine GIS - Forschungsbericht 34, Nationalparkverwaltung Berchtesgaden im Auftrag des StMLU

  • Zembsch, H.; Zembsch, C. (1983): Wanderführer Berchtesgadener Land – Deutscher Wanderverlag Dr.Mair & Schnabel & Co, Owen/ Teck

Die Forschungsberichte sind über die Nationalparkverwaltung zu beziehen

 

Die Forschungsberichte sind über die Nationalparkverwaltung zu beziehen.

Nationalpark Berchtesgaden. Die Wildnis kehrt zurück.
Plenk (Juli 2003)
Sondereinband

Lebensraumansprüche der Gemse in Wechselwirkung zu Waldentwicklung und Tourismus im Nationalpark Berchtesgaden von Ralf Bögel
Landwirtschaftsverlag (2001)

Deutsche Nationalparke 3. Berchtesgaden kennen lernen und erleben. von Andreas und Franziska Lange (Herausgeber)
Engelbert, Balve (1995)

Karten:

Topographische Karten Bayern, Bl.1, Nationalpark Berchtesgaden
Bayerisches Landesvermessungsamt (2001)

Bayerisches Landesvermessungsamt: Berchtesgadener Alpen, Königssee – Bad Reichenhall (UK L4), 1: 50.000


Anfahrt:

Bahn: Haltestelle Berchtesgaden. Ob man mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen will oder nicht, hängt  davon ab, was man im Gebiet machen will. Beispielsweise kann man im Klausbachtal mit einem Bus bis zur Bindalm fahren oder mit dem Bus bis nahe zur Mittelstation der Jennerbahn fahren, um dann mit dem Lift bis auf den Jenner und somit in alpines Gelände zu gelangen. Allerdings ist man dann von den Abfahrtszeiten abhängig und muss seine Wanderungen darauf einstellen. Wenn man beabsichtigt mehrtägige Wanderungen durchzuführen, die z.B. südlich des Königssees möglich sind, kann man getrost mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.

Auto: Über die A 8 München – Salzburg. Vor der Grenze nach Österreich Abfahrt Bad Reichenhall Richtung Bad Reichenhall. Von Bad Reichenhall über die B 20 oder B 21 weiter in das Gebiet.

 

Beobachtungsmöglichkeiten für ausgewählte Arten:

Bevor ich einzelne Wanderungen empfehle, sollen hier Beobachtungsmöglichkeiten für bestimmte Arten beschreiben werden. Denn alle Wandermöglichkeiten aufzuzeigen, die zu allen erwähnten Arten führen, würde bei weitem den Rahmen dieser Seite sprengen. So kann sich jeder selbst Wege zu seinen persönlichen Zielarten suchen. Ich empfehle dazu oben genannte Karten. Dabei ist zu beachten, dass einige Arten wie z.B. der Schneesperling mehr Kondition voraussetzen als andere.

Bartgeier: Sehr selten. Wenige Beobachtungen im Gebiet (z.B. am Jenner). Die Vögel kommen aus Österreich und stammen aus dem Alpen-Auswilderungsprojekt.

Bei Sichtung Meldung bitte an: Institut für Parasitologie und Zoologie, Vet. med. Universität, Josef Baumanngasse 1, A-1210 Wien.

Gänsegeier: Eine "halbwilde" Kolonie befindet sich auf der österreichischen Seite des Untersberges. Sie ist vom Salzburger Zoo abhängig. Einzelne Tiere können im gesamten Gebiet gesehen werden.

Steinadler: Im Gebiet gibt es 4- 5 Reviere, wobei die Adler die großen Täler „unter sich aufgeteilt haben“. Gute Beobachtungsmöglichkeiten gibt es im Wimbachtal v.a. in der Umgebung des Wimbachschlosses sowie im Klausbachtal einschließlich der Halsalm. Ebenso an der Reiteralm. Die Tiere streifen weit umher, so dass es keine hundertprozentige Chance gibt. Die Beobachtungsdaten werden an der Nationalparkverwaltung gesammelt (Adresse Oben).

Wespenbussard: Wenige Paare brüten im Gebiet an wechselnden Orten. Generell sind die Hänge auf der Westseite des Königssees, die Hänge um Ettenberg und nördlich Berchtesgaden sowie die Osthänge des Lattengebirges interessant.

Wanderfalke: Brutvogel in geringer Zahl. Auch hier sind die Westhänge am Königssee interessant. Generell aber überall im Gebiet.

Alpenschneehuhn: Überall oberhalb der Baumgrenze in felsigem Gelände. Aber nicht leicht zu entdecken. Gute Beobachtungspunkte sind die Umgebung des Watzmann-Hauses (dort zur Balzzeit Abends oder früh Morgens mal ein Blick in die Mulden und das Watzmannkar unterhalb des Watzmann-Hauses werfen), am Kehlsteinhaus (früh dort sein!, man kann auch den Grat (Mannlgrat) ein Stück Richtung Hoher Göll weitergehen, Achtung wird dann zum Klettersteig), das Lattengebirge (Fagstein, westlich Kahlersberg, Schneibstein) und das Hohe Brett nahe dem Jenner. Ebenfalls gut sind die alpinen Lagen des Hochkalters (z.B. Ofentalweg, der aber sehr anstrengend ist).

Birkhuhn: Generell nicht selten an der Baumgrenze und auf alpinen Matten und Almen nahe der Baumgrenze. Am leichtesten zur Balzzeit zu beobachten (reicht im Gebirge bis weit in den Juni). Z.B. auf den Almen und Wiesen an und oberhalb der Baumgrenze im Hagengebirge (östlich des Königssees), auf den alpinen Wiesen am Watzmann oder im oberen Wimbachtal. 

Auerhuhn: Sicherlich eine der attraktivsten Arten des Gebietes, aber leider auch eine der Empfindlichsten!  Generell ist es durchaus möglich das Auerhuhn in Berchtesgaden zu sehen, da die Art in vielen gut strukturierten Mischwaldbeständen im ganzen Gebiet vorkommt. Die Watzmann-Nordseite ist vielleicht die beste Gegend, um bei einer sehr frühen Morgenwanderung auf die scheuen Tiere zu treffen. Man erhöht die Chance nicht, indem man die Wege verlässt, denn die Vögel halten sich auch an den Wegen auf, jedoch nur so lange sie nicht gestört wurden. Leises Gehen ist die Voraussetzung, um diesen Vogel zu sehen (wie bei allen Rauhfußhühnern).

Haselhuhn: Ebenfalls so gut wie nie sichtbar. In drei Monaten Kartierarbeit habe ich die Art nur drei Mal gesehen! Potenzielle Beobachtungspunkte sind der Wachterlsteig auf die Reiteralm, der Weg zwischen Bindalm und Mittereisalm im Klausbachtal und die Watzmann-Nordseite. Am Wachterlsteig sollte man schon zwischen dem Parkplatz Wachterl/Schwarzbachwacht an der B 305 und dem steil aufsteigendem Wachterlsteig auf die Hühner achten. Oft hört man sie nur rufen. Sicherlich gibt es noch weitere gute Stellen im Park.

Steinhuhn: Wenn es dieses Huhn überhaupt noch im Gebiet gibt, dann auf den Hochlagen der Reiteralm auf der österreichischen Seite. Dort liegt schon seit Jahren keine bestätigte Beobachtung mehr vor.

Rauhfußkauz: Sporadisch im Gebiet verbreitet. Zur Balzzeit am leichtesten zu entdecken. In der Umgebung der Kühroint Alm auf der Watzmann-Nordseite war bisweilen (1998) ein Revier besetzt.

Sperlingskauz: Verbreitet. Die Umgebung der Kühroint Alm könnte Erfolg bringen. Die Kitzkartauern auf der Hochkalter-Nordseite sind ebenfalls gut. Ich konnte im April 1998 am Weg, der auf die Westflanke der Kitzkartauern entlang führt, ein nicht scheues Paar aus nächster Nähe beobachten (Zwischen Grat der Kitzkartauern und Eckau-Alm). Mit weniger Anstrengung ist er evtl. in der Umgebung des Parkplatzes Brunnhaus/ Wachterl/ Schwarzbachwacht an der B 305 zu beobachten bzw. zu hören. Doch der Sperlingskauz balzt meistens nur bei gutem Wetter. Nur selten hört man ihn während der Balzzeit auch tagsüber.

Weißrückenspecht: Auch im Berchtesgadener Raum nur wenige Paare. Potenzielle Beobachtungsorte sind der Hang südlich der Eckau-Alm (an der Nordostseite des Hochkalters), der Weg, der von der Mündung der Almbachklamm (Südostseite des Untersberges) durch einen strukturreichen Hangwald nach Ettenberg führt, sowie der Forstbegangssteig (der Pfad zwischen Salzkopf und Seeklausköpfl am Osthang des Klausbachtals). Der Forstbegangssteig ist bei Schnee recht anstrengend und z.T. schwierig zu finden, da er von Lawinenstrichen gekreuzt wird. Es gibt ebenfalls Beobachtungen zwischen dem Parkplatz Wachterl/ Brunnhaus und dem Wachterlsteig.

Dreizehenspecht: Überall in den montanen Nadelwäldern des Gebietes zu finden. Aber sehr heimlich und nicht scheu: D.h. man läuft einfach an dem Vogel vorbei. Stellen, an denen ich diesen Specht u.a. beobachtet habe sind: östlich und nordöstlich der Eckau-Alm, oberhalb der Stubenalm auf der Watzmann-Nordseite, zwischen Kühroint-Alm und Archenkanzel (größere Totholzbestände links des Weges=> hier warten und beobachten!), zwischen Kühroint-Alm und Watzmannhaus und auf der Spitze des Toten Mannes (Berg nördlich Ramsau).

Felsenschwalbe: Seltener und unregelmäßiger (?) Brutvogel. Dennoch gibt es zwei Bereiche, an denen man mit etwas Glück Felsenschwalben beobachten kann: An der B 21 zwischen Bad Reichenhall und Unterjettenberg liegt Baumgarten (nur ein paar Häuser). Hier führt ein Weg (für Fahrzeuge gesperrt) nach Osten. An dieser Stelle könnte ein Blick auf die (nord)östliche Felswand Erfolg bringen. In den Felswänden über Salet und dem Obersee (im Südosten des Gebietes) brüten regelmäßig wenige Paare. Sie jagen dann meistens vor der Wand oder über dem Wasser.

Bergpieper: Zur Brutzeit auf allen alpinen Matten und Almen.

Alpenbraunelle: In allen felsigen Bereichen oberhalb der Baumgrenze: Reiteralm, Hochkalter, Watzmann und Hagengebirge. Der Gesang und Flugruf machen meist auf die Art aufmerksam.

Ringdrossel: Überall an der natürlichen und künstlichen Baumgrenze. Z.B. gerne auf Almen. Singt ab Ende April gerne von einzelnen hohen Fichten ihren etwas monotonen Gesang.

Berglaubsänger: Oft an wärmebegünstigten Hängen mit Kiefern.

Zwergschnäpper: Am leichtesten an der Nordostseite des Königssees. Dort gibt es einen Wanderweg (Malerwinkel) durch perfekten Buchenwald direkt am See, der südöstlich des Ortsteils Königssee beginnt (z.B. von dem großen Parkplatz aus zu erreichen). Andere Stellen sind der Weg zwischen Almbachklammmündung und Ettenberg sowie der Wanderweg südlich der Saalach zwischen Unterjettenberg und Schneitzelreuth (hier auch Wasseramsel und Flussuferläufer). Auch der Rundweg von St. Bartholomä dürfte Erfolg bringen. Erst ab Mitte Mai!

Wasseramsel: Die Wasseramsel ist entlang der Flüsse und größeren Bäche des Berchtesgadener Landes häufig. So kommt sie beispielsweise entlang der gesamten Fließstrecke von Saalach, Ramsauer Ache, Wimbach, Klausbach, Königseer Ache und Berchtesgadener Ache vor. Gerne hält sie sich in der Nähe von Brücken oder umgeworfenen Bäumen auf.

Mauerläufer: Bislang kaum 20 Beobachtungen der Art im Gebiet. Keine wirklich verlässliche Stelle. Unregelmäßig wird er im Wimbachtal zwischen Wimbachschloss und Hochalmscharte sowie in der Saugasse auf dem Weg zwischen Königs- und Funtensee gesehen. Eine andere Stelle ist der Ofentalweg auf der Westseite des Hochkalters. Oberhalb der Baumgrenze wird das Tal, durch das der Weg verläuft von Felswänden flankiert. An diesen habe ich den Mauerläufer beobachtet. Jedoch ist der Weg recht anstrengend.

Schneesperling: V.a. im Hagengebirge. Gute Stellen sind das Hohe Brett, der Schneibstein und der Fagstein (hier vornehmlich die steilere Westseite).

Zitronengirlitz: Sehr selten (Ostrand der Verbreitung). Keine verlässlichen Beobachtungspunkte.

Tannenhäher: Nicht selten. Generell hat man gute Chancen diese Art in den Nadelwäldern der montanen bis subalpinen Stufe anzutreffen. Markant ist der weittragende Ruf.

 

 

 


Wandervorschläge


  

Die hier dargestellten Wandermöglichkeiten stellen nur eine ornithologisch interessante Auswahl dar. Alle Angaben sind nach bestem Wissen gemacht. Trotzdem kann keine Garantie für die Richtigkeit der Angaben gegeben werden. Informieren sie sich vor der Wanderung mit Hilfe der Topographischen Karten (s.o.). Vergegenwärtigen sie sich auch die zu überwindenden Höhenmeter (Hm) und schätzen sie ihre Kondition richtig ein. Die Zeitangaben schließen Beobachtungsstopps NICHT ein.

 

Karte verändert nach: Bayerisches Landesvermessungsamt, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2000 - Top. Karte 1:50.000 Bayern 

1. Wanderung entlang der Saalach bei Unterjettenberg: 

Start: Unterjettenberg (zirka 500 m)

Wanderung: Rundweg über Schneizlreuth und Oberjettenberg (zirka 660 m) zurück nach Unterjettenberg.

Charakter: 200 Hm, 2,5 h, leicht.

Eine leichte Wanderung im Vorfeld des Nationalparks. Man erreicht Unterjettenberg mit dem Auto über die B 21 von Bad Reichenhall aus. Vor Unterjettenberg ist rechts der Straße (von Bad Reichenhall kommend) der Saalachsee einsehbar. Meistens sind hier nur einige Reiherenten zu sehen. Kurz danach passiert man das Örtchen Baumgarten auf der linken Seite. Hier sollte man kurz halten, um die im Osten aufragenden Felswände abzusuchen. Wanderfalke und Felsenschwalbe können hier unregelmäßig beobachtet werden. Im Sommer singen am Hang oft Berglaubsänger. Wieder auf der Strasse, gelangt man rund 2 km hinter Baumgarten an einen Parkplatz auf der linken Seite. Von hier kann man die B 21 unterqueren und ein Stück flussab entlang der Saalach laufen. Auf den Kiesbänken sind im Sommer Flussuferläufer (Achtung RL-Bay 1, bitte nicht die Kiesbänke betreten). Achten sie auch auf Gebirgsstelze und Wasseramsel. Bei Unterjettenberg zweigt die B 305 nach links Richtung Berchtesgaden ab. Dieser folgt man ein kurzes Stück und biegt links in den Ort Unterjettenberg ein, wo man sich eine Parkmöglichkeit sucht. Von hier folgt man einem Schotterweg entlang der Saalach nach Westen. Neben häufigen Waldvogelarten können Flussuferläufer, Gebirgsstelze und Wasseramsel am Fluss sowie Zwergschnäpper (häufiger zu hören als zu sehen) im angrenzenden Wald beobachtet werden. In Schneitzelreuth kehrt man entweder um oder man wendet seinen Gang nach Südwesten, wo bald linksabzweigend ein Wanderweg entlang des Kienberges nach Oberjettenberg führt. Im Buchenwald unterwegs hört man wahrscheinlich den Berglaubsänger. Ab Oberjettenberg folgt man der Straße nach Unterjettenberg, wobei abkürzende Wanderwege genommen werden können (siehe einschlägige Karten). Im Bereich Oberjettenberg kann man versuchen, an den beeindruckenden Felswänden der Reiteralm (Alphorn) patroulierende Steinadler zu erspähen. Die gesamte Wanderung umfasst rund 7,5 km bei leichten Steigungen. Der versierte "Wanderorni" kann ab Oberjettenberg einen Abstecher zur Aschauer Klamm machen, was vor allem landschaftlich sehr reizvoll ist.

2. Wanderung über den Wachterlsteig auf die Reiteralm: 

Start: Parkplatz Schwarzbachwacht/Brunnhaus (868 m)

Wanderung: Neue Traunsteiner Hütte (1560 m) und zurück

Charakter: 800 Hm, 3-4 h bis zur Hütte (2-3 h zurück), mit den „Drei Brüdern“ sehr lang (ca. 8 h) und anstrengend (1100 Hm)

Diese Wanderung umfasst einen anstrengenden Aufstieg, ist aber landschaftlich sehr reizvoll und ornithologisch interessant. Die Chancen auf Raufußhühner erhöhen sich, wenn man nur bei schönem Wetter, sehr früh und unter der Woche geht. Von Unterjettenberg (s.o.) folgt man der B 305 nach Berchtesgaden. Der Parkplatz Schwarzbachwacht/Brunnhaus liegt knapp 6 km hinter Unterjettenberg. Wer im Morgengrauen startet, hat eine geringe Chance vom Parkplatz aus Sperlingskäuze zu entdecken. Der Weg verläuft zuerst ohne größere Höhendifferenzen Richtung Westen bis nach rund 800 m der steile Wachterlsteig beginnt. Ab hier und rund 300 Höhenmeter darüber sollte man auf den Balzruf von Haselhühnern achten, die man hier sehr regelmäßig hört. Auch Schwarz-, Grau-, Grün- und Buntspecht, sowie hin und wieder Weißrückenspecht, sind möglich. Tannenhäher und Fichtenkreuzschnäbel sind regelmäßige Begleiter. Wenn der Weg das Reiteralmplateau erreicht, ist der interessanteste Wegabschnitt vorbei (Gehzeit bis zum Plateau 2 h). Das Plateau mit lichtem Fichten-/Zirbelkieferwald ist erstaunlich vogelarm. Dennoch sollte man auf den Lichtungen auf Ringdrosseln (ssp. alpestris) achten. Auch der Tannenhäher ist hier regelmäßig zu sehen. Nach insgesamt 3-4 h erreicht man die Neue Traunsteiner Hütte auf 1570 m. Die sich südlich (Österreich) anschließenden alpinen Matten beherbergen Bergpieper und an den Latschen können Birkenzeisige beobachtet werden. Die „Drei Brüder“ auf österreichischer Seite (1864 m, weitere 300 Hm von der Neuen Traunsteiner Hütte), bieten eine grandiose Aussicht (so das Wetter mitspielt). Manchmal sieht man hier auch Alpendohlen. Im gesamten Bereich sollte man auf fliegende Steinadler achten. Vorsicht! : Die Reiteralm ist Standortsübungsplatz der Bundeswehr. Daher bitte unbedingt an die Wege halten!

3. Wanderung auf die Hals-Alm:

Start: Parkplatz am Ende der Fahrstraße in Richtung Hirschbichlpass (800 m).

Wanderung: Rundwanderung zur Hals-Alm (1211 m).

Charakter: 410 Hm, 2 – 2,5 h, nicht schwierig.

Diese relativ kurze Wanderung ist eine gute Einführung in die Landschaft des Klausbachtales. Sie beginnt am Großparkplatz zirka 1 km westlich des Ramsauer Ortsteils Hintersee (nicht Parkplatz Seeklause am Südostrand des Hintersees). Hier befindet sich auch ein Nationalpark-Informationszentrum (Klausbachhaus). Man folgt zunächst der Straße, die durch das Klausbachtal nach Süden Richtung Bind-Alm verläuft. Knapp 1 km hinter dem Parkplatz, nachdem man rechterhand eine mit Bergahorn bestandene Wiese passiert hat, geht rechts der Weg Richtung Hals-Alm/ Böselsteig ab. Dem Fahrweg folgt man bis zur Hals-Alm (1,5 h). Auf dieser hat man recht gute Chancen Steinadler, Ringdrosseln und Gemsen zu beobachten. Der Wald auf dem Weg dorthin bietet alle gängigen Waldvogelarten. Weiter geht es über die Hals-Alm Richtung Hintersee, wo man dann entlang des Hintersees (Reiherenten) zum Parkplatz zurück läuft. Die gesamte Wanderung umfasst rund 6,5 km. 

4. Wanderung von Hintersee auf die Bind-Alm und weiter über die Mittereis-Alm, den Karlboden und Hirschbichl zurück nach Hintersee: 

Start: Parkplatz am Ende der Fahrstraße in Richtung Hirschbichlpass (800 m).

Wanderung: Hintersee - Bind-Alm - Karlboden (zirka 1800 m) – Hirschbichl - Hintersee.

Charakter: gut 1000 Hm (davon 300 Hm mit Bus möglich), 6-7 h (mit Busbenutzung 3,5-4 h), langer „Hatscher“; ab der Mittereisalm nur trittsicheren und schwindelfreien Gehern anzuraten.

Busbenutzung: Vom Parkplatz Hintersee bis zur Bind-Alm sind es 6,4 km (300 Hm, gut 1,5 h). Bei Benutzung des Busses verkürzt sich dieser Weg auf wenige Minuten. Ebenso kann man von Hirschbichl zurück den Bus benutzen und spart so 7 km oder fast 1,5 h Gehzeit. Jedoch ist die erste Verbindung recht spät (Nationalpark Bus Hirschbichl: 15. Mai bis 15. Oktober; Abfahrten zwischen 8:00 Uhr und 16:30; http://www.rvo-bus.de/fahrplan/netzplan_berchtesgaden.html ), so dass es eine Überlegung wert ist, früh zu starten und zur Bind-Alm zu wandern. Für den Rückweg ist der Bus auf jeden Fall eine gute Option (letzte Abfahrt um 17:00 Uhr). 

Der Weg beginnt am Parkplatz Hintersee. Bis zur Bind-Alm (ausgeschildert) kann man der Teerstraße oder dem Wanderweg folgen. Kurz vor der Bindalm verlässt man aber auf jeden Fall  das Teersträßchen nach links. Die Alm ist im Sommer bewirtschaftet und auch mit dem Mountainbike erreichbar. Unterwegs passiert man offene Waldweideflächen, Weiden und Fichtenwälder mit typischen Waldvogelarten wie Misteldrossel, Grün- und Schwarzspecht, Waldbaumläufer oder Tannen- und Haubenmeise. Am gesamten Klausbach (bis zum Gasthaus Hirschbichl) kommt die Wasseramsel vor. In der Luft sollte man auf Steinadler achten. Auf der Bind-Alm können Hausrotschwanz (an den Gebäuden) und Ringdrosseln beobachtet werden. Letztere bevorzugen Waldrandsituationen oder einzeln stehende Bäume. Kurz hinter der Bindalm nimmt man den Weg nach links zum Kammerlinghorn (ausgeschildert). Zwischen Bind- und Mittereis-Alm sollte man frühmorgens auf Haselhühner achten. In diesem Bereicht findet man auch Dreizehenspecht und Tannhäher. Im weiteren Aufstieg zum Karlboden entdeckt man mit einiger Wahrscheinlichkeit Fichtenkreuzschnäbel. Am Grat angelangt, verlässt man den Weg zum Kammerlinghorn und steigt nach rechts zur „Kammerlingalm“ (Hinweisschild an einem Felsen) ab. Man überquert dabei die Grenze zu Österreich. Der schmale Weg führt steil durch Wald und Almflächen (ideal für Ringdrossel), bis er auf der Kammerlingalm auf einen Wirtschaftsweg stößt. Dort hält man sich rechts und achtet, wenn man den Wald erreicht hat auf Haselhühner. Im Tal stößt der Schotterweg auf eine geteerte Fahrstraße. Diese führt rechts zum Hirschbichl-Pass und kurz darauf zum im Sommer bewirtschafteten Hirschbichl-Gasthaus (ausgeschildert). In diesem Bereich wachsen zahlreiche Zirbelkiefern, so dass der Tannenhäher dort oft beobachtet werden kann. In Hirschbichl gibt es die Möglichkeit, in den Bus umzusteigen. Wer sich für den Fußweg zurück entscheidet, folgt der Teerstraße abwärts über die Grenze und hält sich kurz darauf rechts, wo er nach wenigen Minuten wieder die Bindalm erreicht (ausgeschildert). Von dort aus wie auf dem Hinweg zurück nach Hintersee.

5. Wanderung in das Ofental (Westflanke des Hochkalters): 

Start: Parkplatz am Ende der Fahrstraße in Richtung Hirschbichlpass (800 m).

Wanderung: Ins Ofental (zirka 2200 m) und zurück.

Charakter: 1400 Hm, 6 - 7 h, sehr anstrengend, man kann aber jederzeit umdrehen.

Das Ofental ist ein enges Hochtal in der Westflanke des imposanten Hochkalters. Die Wanderung dahin bietet die Möglichkeit alle Höhenstufen des Nationalparks zu durchwandern und die typische Vogelwelt kennen zu lernen. Der Aufstieg auf den Hochkalter (2606 m) ist nur konditionsstarken und alpin sehr erfahrenen Wanderern bei sicheren Verhältnissen und mit entsprechender Ausrüstung anzuraten (Klettersteig). Die Überschreitung zur Blaueishütte erfordert sogar Kletterfähigkeiten im II. Grad. Deswegen geht man den gleichen Weg wieder zurück. Den Ofentalweg sollte man erst ab Mitte Mai begehen, trotzdem wird man im Ofental bis weit in den Sommer hinein Schnee vorfinden. Die Wanderung beginnt wieder am Parkplatz westlich von Hintersee. Der Weg führt in einer halben Stunde durch das Klausbachtal bis zur Lahnwald Diensthütte. Von hier geht es an der Hochkalter Westflanke bergauf. Man durchwandert Fichtenwald, in dem Arten wie Tannen- und Haubenmeise oder Dreizehen- (selten) und Schwarzspecht vorkommen. Immer wieder sollte man im Himmel nach Steinadlern Ausschau halten. Am unteren Ende des Ofentals beginnt sich der Wald zu lichten und in den Lärchen und Latschenbeständen sollte man auf singende Birkenzeisige achten (oft im rasanten Singflug). An den Felswänden, die das Tal bis in den oberen Bereich flankieren, wurde selten der Mauerläufer beobachtet. Schneehühner sind in der alpinen Zone im Frühsommer leichter zu hören als zu sehen. Am oberen Ende des Tals angelangt (der Klettersteig geht links ab) kann man die nicht scheuen Alpenbraunellen beobachten. Auch Alpendohlen sind oft hier.

6. Wanderung in das Wimbachtal:

Start: Parkplatz Wimbachbrücke (624 m).

Wanderung: Zur Wimbachgries-Hütte (1326 m) und zurück.

Charakter: 700 Hm, Aufstieg 3 h, Abstieg gut 2 h, nicht allzu anstrengend, aber 17 km hin und zurück.

Diese Wanderung gehört zu den Klassikern im Nationalpark. Daher sollte man an sonnigen Sommertagen mit vielen Mitwanderern rechnen. Auch wenn im Wimbachtal nur wenige Vogelarten vorkommen, ist die Landschaft doch sehr überzeugend und die Artenzusammensetzung von hoher Qualität. Die Wanderung beginnt östlich der Ramsau am Parkplatz des Nationalpark-Informationszentrum Wimbachhaus. Der Parkplatz befindet sich knapp 1,2 km östlich der Einfahrt in das Örtchen Ramsau an der B 305. Die Flüsschen Ramsauer Ache und Wimbach in der Umgebung des Parkplatzes beherbergen Gebirgsstelze und Wasseramsel. Vom Parkplatz folgt man den Wegweisern zur Wimbachklamm, die nach zirka 10 min. erreicht wird. Dort muss man sich entscheiden, ob man durch die Wimbachklamm (kostenpflichtig aber landschaftlich lohnend) oder an ihr vorbei wandert. Nach der Wimbachklamm verläuft der Weg entlang des Wimbachs (Wasseramsel) durch Fichtenwald (Waldbaumläufer, Meisen, Grünspecht und Kuckuck). Nach rund 3 km kommt links die Alpelwand in Sicht, an der gelegentlich Mauerläufer beobachtet wurden. Gut einen Kilometer weiter erreicht man das Wirtshaus "Wimbachschloss", in dessen Umgebung man besonders auf Steinadler, Alpendohlen und den Grauspecht achten sollte. Weiter bergauf führt der Weg durch Schneeheide-Kiefernwald (Schwarzspecht und Tannenhäher in angrenzenden Hangwäldern) und immer öfter kommen Spirkengebüsche (aufrechte Form der Latsche) in Sicht, in denen Birkenzeisige (ssp. cabaret) beobachtet werden können. Nach insgesamt 3 h wird die Wimbachgries-Unterkunftshütte am oberen Ende des Wimbachgrieses (Gries=Schotter) erreicht (bewirtschaftet Mai bis Ende Oktober. 12 Betten 72 Lager, Tel 08657/344, oft überfüllt aber traumhafte Lage). Auch hier sind oft Alpendohlen anwesend. Von hier aus kann man weiter nach Osten, Richtung Königssee wandern, wobei man einen grandiosen Überblick über das Wimbachgries hat. Früh morgens kann man im Frühsommer das Kullern der Birkhähne hören. Auch der Tannenhäher wird hier regelmäßig gesehen. Eine andere Möglichkeit ist es, von der Wimbachgries-Unterkunftshütte nach Westen Richtung österreichische Grenze/Lofer zu laufen. In den Felswänden der Palfelhörner, die schon bald erreicht werden, können Alpenbraunelle und Hausrotschwanz beobachtet werden.

7. Wanderungen an der Nordflanke des Watzmanns: 

Start: Parkplatz Wimbachbrücke (624 m).

Wanderung: zum Watzmannhaus (1915 m) und über Kühroint-Alm (1420 m) zurück.

Charakter: 1300 Hm, 3,5 h bis Watzmannhaus, über Kühroint-Alm zurück zum Parkplatz Wimbachbrücke zirka 3,5 h. Lange Wanderung, am besten mit Übernachtung im Watzmannhaus.

Dieser Bereich bietet eine Vielzahl von Beobachtungsmöglichkeiten. Ein Klassiker ist der Aufstieg zum Watzmannhaus. Die Wanderung beginnt, wie bei der Tour in das Wimbachtal (s.o.), am Parkplatz Wimbachbrücke. Vom Parkplatz aus überquert man den Wimbach, an dem Wasseramsel und Gebirgsstelze beobachtet werden können. Der umgebende Laubwald beherbergt im Sommer gelegentlich Trauer- und Grauschnäpper. Der weitere Aufstieg verläuft über die Stuben Alm (1150 m) und die Mitterkaser-Alm (1400 m). Zwischen diesen beiden Almen sollte man auf Dreizehenspecht und Auerhuhn (früh morgens) achten. Auf den Freiflächen kommen erste Ringdrosseln und Bergpieper vor. In den fichtendominierten Waldbeständen kann man Waldbaumläufer, Fichtenkreuzschnabel, verschiedene Meisenarten und den Schwarzspecht beobachten. Ab der Falz-Alm (1600 m) dominieren Lärchenbestände und der Wald lichtet sich. Auf den offenen Flächen zwischen Falz Alm und Watzmannhaus können Ringdrossel, Bergpieper und am frühen Morgen Birkhähne mit großer Wahrscheinlichkeit bei der Balz beobachtet werden. Es lohnt deswegen eine Übernachtung in dem Watzmannhaus, von dessen Terrasse aus talabwärts blickend die balzenden Tiere gesehen werden können (http://www.alpenverein-muenchen.de/ht/watzmannhaus.html, oft überfüllt deswegen Voranmeldung sinnvoll). In der Umgebung des Watzmannhauses (1900 m) sind Alpendohle und Alpenbraunelle regelmäßig beobachtbar. Von der unterhalb des Watzmannhauses liegenden Falz-Alm (s.o.) kann man nach Osten zur Kühroint-Alm (1420 m) wandern. Dabei muss in Höhe der Falz-Alm eine leichte Kletterpassage, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert, überwunden werden. Der Abstieg wird durch Drahtseile erleichtert. Danach quert man die Ausläufer des Watzmannkars (mit Glück balzen dort Schneehühner) und Lärchen-/Fichtenbeständen mit Birkhuhn (früh am Morgen), Klappergrasmücke und Dreizehenspecht . Auf der Kühroint-Alm angelangt, kann man Ringdrosseln und Fichtenkreuzschnäbel beobachten. Nachts ist zuweilen der Rauhfußkauz zu hören. Ein landschaftlich sehr schöner Abstecher führt zur Archenkanzel (1,3 km, 75 Hm, knapp 30 min. einfach), einem Aussichtspunkt auf 1346 m, von dem aus man den Königssee, das Steinerne Meer und das Lattengebirge überblicken kann. Auf dem Weg dorthin passiert man größere abgestorbene Fichtenbereiche (manchmal Dreizehenspecht). An der Archenkanzel lassen sich selten Felsenschwalben beobachten. Von der Kühroint Alm kann man über die Schapbach-Alm (1040 m) absteigen. Auf der Letzteren jagen gelegentlich Sperber und Habicht

8. Königssee und Obersee: 

Start: Parkplatz Königssee (600 m)

Wanderung: Spaziergang von Salet nach Fischunkel (703 m) und zurück

Charakter: 100 Hm, zirka 2,5 h, leicht

 Um diesen Bereich zu erkunden, macht man am Besten von den Fährbooten auf dem Königssee Gebrauch (http://www.bayerische-seenschifffahrt.de). Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Königssee im Berchtesgadener Ortsteil Königssee. Hier befindet sich auch eine Nationalpark Informationsstelle. 

Auf dem leichten Weg entlang des Königsseeufers durch die Buchenwälder des Malerwinkels hat man die besten Chancen, im Nationalpark auf Zwergschnäpper (auch gut für Waldlaubsänger) zu stoßen.

Die Laubwälder der malerische Halbinsel St. Bartholomä erreicht man mit der der Fähre vom Bootsanleger Königssee aus. Der Königssee selbst bietet nur wenige Vögel (z.B. Reiherente, Kanadagans, Graureiher). Während der Fährfahrt passiert man rechterhand die Archenwand, bei der man auf Wanderfalke und Wespenbussard achten sollte. In Bartholomä erschließen leichte Wanderwege die Halbinsel, auf der Zwergschnäpper und Waldlaubsänger beobachtet werden können. Von St. Bartholomä geht es mit der Fähre weiter zur Salet-Alm. Von hier führt ein Wanderweg am Obersee vorbei in den Bereich Fischunkel (ca. 100 Hm, zirka 1,5 h von Salet). Es ist ein Talkessel, der von steilen Felsen eingerahmt wird. Hier und über dem Wasser des Obersees können regelmäßig Felsenschwalben beobachtet werden, von denen fast alljährlich wenige Paare auch in dem Bereich brüten. In den offenen Flächen um die Fischunkel- und die Salet-Alm können zur Zugzeit Braunkehlchen und Dorngrasmücke beobachtet werden.

9. Wanderungen im Lattengebirge: 

Start: Parkplatz Göllhäusle (Hinterbrand) (1145 m)

Wanderung: Aufstieg zum Schneibsteinhaus (1668 m) über Königsbergalm 3 h, Kleine Reiben 5-6 h vom Schneibsteinhaus, Große Reiben 7-8 h (20 km) vom Schneibsteinhaus.

Charakter: Ohne Übernachtung oder zumindest Liftbenutzung nicht anzuraten. Für die „Reiben“ sind eine gute Kondition, Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Erfahrung im alpinen Gelände unabdingbar. Die weglose Fagsteinüberschreitung sollte man nur bei sicherem Wetter und guter Sicht wagen.

Als Lattengebirge bezeichnet man die Berge zwischen dem Jenner im Norden und dem Großen Teufelshorn im Süden. Besonders der alpine Bereich ist ornithologisch sehr interessant. Fast alle Wanderungen in das Gebiet beginnen am Parkplatz „Göllhäusle“ (Hinterbrand) nahe der Mittelstation der Jennerbahn erreichbar von der B 319, die in Berchtesgaden von der B 305 abzweigt. Südlich des Parkplatzes liegt der Jenner (1874 m), der auch mit der Seilbahn erreicht werden kann (http://www.jennerbahn.de/willkommen.asp). Der Berg ist stark erschlossen und an sonnigen Sommertagen muss mit großem Andrang gerechnet werden. Dies gilt weitestgehend nicht für die übrigen Bereiche im Lattengebirge. Wer von Süden her zur Schneibsteinhütte wandern will, umrundet, indem er die extensiven Almflächen an der Mittelstation, die Wasserfall-Alm, die Strub-Alm und die Königsbach-Alm durchwandert, zuerst den Berg. Auf dem Fahrweg können Bergpieper, Ringdrossel und Murmeltiere beobachtet werden. Daneben kommen auch Baumpieper und Misteldrossel vor, so dass man für die Artbestimmung schon genau hinschauen muss. Von der Königsbach-Alm wandert man dann weiter bergauf Richtung Jenner bzw. Richtung Schneibsteinhaus. Die offenen Flächen südlich des Jenner beherbergen Birkhühner während auf dem Jenner selbst (die eigentliche Besteigung ist nicht lohnend) und am Schneibsteinhaus Alpendohlen beobachtet werden können. Am Schneibsteinhaus beginnt eine sehr schöne Wanderung durch alpines Gelände: die "Große" bzw. die "Kleine Reiben" (ab Mitte Mai, im Winter mit Tourenski). Sie führt zunächst auf den Schneibstein (2275 m) südlich des Schneibsteinhauses (1668 m). Während des Aufstiegs können mit einiger Wahrscheinlichkeit Schneehühner beobachtet werden. Auf dem Gipfel sind zeitweise Schneefinken zu beobachten. Vom Schneibstein folgt man dem Weg weiter Richtung Süden durch felsiges Gelände, über dem gelegentlich der Steinadler zu sehen ist. Noch bevor man knapp 4 km hinter dem Schneibstein den Seeleinsee (1810 m) erreicht, passiert man den rechterhand (westlich) liegenden Fagstein (2164 m). Der Gipfelaufstieg ist weglos aber eine relativ verlässliche Stelle, um Schneefinken zu beobachten. Vom Fagstein kann man über den Südgrat absteigen, um dann auf Steigspuren durch die steile Südwestflanke nach Westen ins Rossfeld zu queren (Vorsicht: Der Fagstein kann nur ganz im Süden ohne Klettern umrundet werden (den ausgetretenen Pfaden folgen), nicht in Steilabstürze einsteigen). Auf dem Rossfeld sind Birkhühner relativ häufig (am besten früh Morgens, indem man anders herum aufsteigt). Von dort weiter auf Steigspuren dem Nordwestgrat absteigend zur Priesberg-Alm (1500 m). Die Steigspuren sind durchweg nicht markiert. Der Pfad ist deswegen nur bei guten Bedingungen, mit alpiner Erfahrung und gutem Kartenmaterial (s.o.) anzuraten (die Wege zu verlassen ist Im Nationalpark nicht verboten). Steigt man nicht über den Fagstein ab, so biegt man kurz hinter dem Seeleinsee rechts ab und steigt Richtung Priesberg-Alm auf einem Wanderweg ab (Birkenzeisige im oberen Bereich) und wandert Richtung Jenner zurück (Kleine Reiben). Für die Große Reiben läuft man hinter dem Seeleinsee weiter geradeaus Richtung Süden. Im Bereich Seeleinsee sind gelegentlich Steinböcke zu beobachten. Der Abstieg der großen Reiben erfolgt dann über den Reitweg und die Gotzen-Alm (Übernachtungsmöglichkeit). Auf der Gotzenalm balzen im Frühsommer früh morgens Birkhühner. Andere Offenlandarten wie Bergpieper und Ringdrossel sind ebenfalls hier zu beobachten. Von der Gotzenalm geht es dann Richtung Jenner zurück.

Übernachtungsmöglichkeiten: Schneibsteinhaus (www.schneibsteinhaus.de), Karl-von-Stahl Haus (www.alpenberein.de) und Gotzenalm (www.alpenverein.de).

10. Das Hohe Brett am Jenner: 

Start: Schneibsteinhaus (1668 m) von Parkplatz Göllhäusel (Hinterbrand) 2-2,5 h.

Zielpunkt: Hohes Brett (2331 m).

Charakter: 660 Hm, Aufstieg gut 1,5 h, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit unbedingt notwendig; einige Drahtseile erleichtern den Aufstieg.

Das Hohe Brett (2331 m) nahe dem Jenner ist eine relativ verlässliche Stelle für Schneefinken. Es handelt sich um eine Hochfläche mit alpinen Matten. Die Wanderung auf das Hohe Brett beginnt am Schneibsteinhaus (1668 m; s.o.). Der Weg verläuft entlang der deutsch-österreichischen Grenze nach Norden. In den felsigen Bereichen kann die Alpenbraunelle und am Hohen Brett auch der Schneehase beobachtet werden. Die Schneefinken suchen meist in den schütteren alpinen Matten nach Nahrung oder fliegen umher.

11. Die Rossfeldstrasse: 

Charakter: Ruhetag

Die Rossfeldstrasse bietet die bequemste Möglichkeit im Berchtesgadener Raum in (sub)alpines Gelände zu gelangen. Der Zugang erfolgt entweder von Oberau oder von dem Berchtesgadener Ortsteil Obersalzberg an der B 319. Die B 319 beginnt an der B 305 in Berchtesgaden, von wo der Weg zur Rossfeldstraße auch schon ausgeschildert ist. Ein früher Start ist besonders lohnend, um im oberen Bereich der Straße Birkhühner zu beobachten. Daneben lassen sich entlang der Straße auch Erlen- und Birkenzeisig, Bergfink (Winter), Tannenhäher und Bergpieper (Sommer) beobachten. Die Strasse ist mautpflichtig. In den frühen Morgenstunden ist die Mautstelle noch nicht besetzt, die Straße ist aber offen.

12. Wanderung im Bereich Almbachklamm/ Ettenberg: 

Start: Parkplatz Almbachklamm (zirka 500 m).

Zielpunkt: Rundweg über Ettenberg (832 m) und Almbachklamm zurück zum Parkplatz.

Charakter: 340 Hm, 4 km, 2 h, leicht.

Fährt man die B 305 von Berchtesgaden Richtung Salzburg, so gelangt man nach wenigen Kilometern zu einem Abzweig nach links Richtung Almbachklamm. Der Parkplatz liegt an dem aus wenigen Häusern bestehenden Ortsteil Hammerstiel (Kugelmühle). Von hier führt ein Wanderweg durch einen Buchen- und Kiefernwald Richtung Ettenberg nach Nordwesten. Hier können im Sommer Berglaubsänger (schüttere Kiefernbestände) und Zwergschnäpper (Buchenwald) sowie mit Glück der Weißrückenspecht beobachtet werden. Vor Ettenberg quert man eine weite Grünlandfläche, entlang derer der Weg mit Feldgehölzen gesäumt ist. Hier können Goldammer und Neuntöter beobachtet werden. An den umgebenden Hängen fliegen manchmal Wespenbussarde (Sommer). In Ettenberg angelangt (Wirtshaus, sehenswerte Kapelle), kann man entweder über die sehr sehenswerte Almbachklamm oder entlang eines östlich von Ettal verlaufenden Baches (Buchenwald mit Waldlaubsänger) und über den winzigen Ortsteil Waldl zum Parkplatz zurückwandern.


 

Unterkunft:

Es gibt eine große Auswahl von Unterkunftsmöglichkeiten im Berchtesgadener Land. Neben den oben genannten Internetressourcen gibt auch die Kurdirektion Berchtesgaden Auskünfte:

Königsseer Straße 2
83471 Berchtesgaden
Telefon 08652/9670 Telefax 08652/967400

 

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